Hotspot Brüsseler Platz: Ist ein Pop-up-Biergarten die Lösung?

00:38 Min. Verfügbar bis 07.05.2027

Hotspot Brüsseler Platz: Ist ein Pop-up-Biergarten die Lösung?

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Erst gab es ein Verweilverbot auf dem "Partyplatz" Brüsseler Platz in Köln, jetzt steht ein Alkoholverbot im Raum, um für Ruhe zu sorgen. Nun gibt es wieder einen neuen Ansatz: Ein Pop-up-Biergarten nebenan soll die Lage am Platz entschärfen.

Von Maximilian Jungbluth

Im Streit um den nächtlichen Lärm am Brüsseler Platz will das Ratsbündnis aus CDU, Grünen und Volt die Feiernden jetzt in den benachbarten Grüngürtel locken. Der Vorschlag stand länger im Raum, nun soll er noch im Mai im Stadtrat beschlossen werden. Die Idee folgt einem Pop-up-Angebot aus dem Sommer 2020.

Damals war an vier Wochenenden auf der Vogelsanger Straße ein vorübergehender Biergarten eingerichtet worden. In den vergangenen Wochen hatte die Stadt mit einem Verweilverbot und später mit einem Alkoholverbot versucht, die Anwohnenden vom Brüsseler Platz vor nächtlichem Lärm zu schützen.

WDR Stadtgespräch: Anwohner, Gastronome und Interessierte diskutierten

Bühne des WDR Stadtegesprächs mit Moderatorin, Teilnehmern auf der Bühne und Publikum

"Es geht hier um ein Miteinander, nicht um ein Gegeneinander," stellt WDR-Moderatorin Judith Schulte-Loh direkt am Anfang des Stadtgesprächs auf dem Brüsseler Platz klar. Und im Laufe der einstündigen Diskussion wird sich zeigen, dass genau das Teil einer Lösung sein könnte.

Brüsseler Platz ist Jahren Party-Hotspot und Zankapfel

Links: Christiane, rechts: Sven, Anwohnende am Brüsseler Platz

Christiane und Sven sind Nachbarn und wohnen am Brüsseler Platz

Christiane und Sven sind Nachbarn und wohnen direkt am Brüsseler Platz. Ein äußerst beliebter Platz in der Kölner City. So beliebt, dass sich dort abends auch mal mehrere hundert Menschen versammeln. Für einige Anwohner eine Zumutung, sie klagen seit knapp 20 Jahren über Dreck und schlafraubenden Lärm.

Nach einem Urteil des OVG Münster muss die Stadt Köln nun aber für Ruhe sorgen. Die Frage ist nur wie? Ein im Februar von der Stadt erlassenes Verweilverbot wurde Ende April nach mehreren Klagen von Anwohnern wieder einkassiert. Jetzt soll es ein Alkoholkonsum- und Mitführverbot geben. Ab wie viel Uhr es gelten soll, ist noch unklar.

Stadtgespräch aus Köln: Party-Hotspot Brüsseler Platz

Lokalzeit Stadtgespräch 03.05.2025 54:50 Min. Verfügbar bis 03.05.2027 WDR 5

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Auch darüber wird am Brüsseler Platz heftig gestritten. Wie aber könnte eine Lösung aussehen? Sven als Anwohner wünscht sich: "Dass wir Argumente austauschen, sei es von Anwohnern oder auch von Gastronomen und der Politik. Ich bin total gespannt, ob wir ein Ergebnis erzielen." Was eines der Probleme in der Diskussion zu sein scheint, bringt Sven dann auch selbst auf den Punkt: "Ein Geheimrezept habe ich auch nicht."

Gastromomie fürchtet massive Umsatzverluste

Moderatorin Estella Mazur im Gespräch im DEHOGA-Vertreter Christoph Becker

Moderatorin Estella Mazur im Gespräch mit DEHOGA-Geschäftsführer Christoph Becker

Christoph Becker, Geschäftsführer Dehoga Nordrhein, möchte für Verständnis für die ansässigen Gastronomen werben. Seit dem Verweilverbot müssen die Außenterrassen am Brüsseler Platz um 22 Uhr schließen, auch bei schönstem Wetter. "Das bedeutet für die Gastronomie massive Umsatzverluste, weil natürlich das Hauptgeschäft in der Zeit 22:00, 23:00 und vielleicht auch 24:00 Uhr gemacht wird."

Problematisch auch, weil nur 300 Meter weiter auf der Aachener Straße die Außenterrassen bis Mitternacht gut gefüllt sind. Wenn diese Regelung nicht verändert wird, fürchten manche Gastronomen um ihre Existenz.

Mögliche Kompromisse

Um den schönen Platz in der Kölner City zu beruhigen, könnte vielleicht eine Lärmampel helfen, so der Vorschlag von Detlef Hagenbruch (Bürgerbüro Brüsseler Platz). Wird ein bestimmter Lärmpegel erreicht, schaltet die Ampel von Grün auf Gelb und schließlich auf Rot. Ein Vorschlag, der durchaus gut beim Publikum anzukommen scheint.

Immer wieder wird auch über die Wirksamkeit einer Mediation diskutiert, weil es von allen Beteiligten mehrere Lösungsvorschläge und konkrete Ansätze schon gibt. Der ehrenamtliche Bezirksbürgermeister Andreas Hupke schlägt zum Beispiel einen "Veedelsbeirat" vor, in dem sich alle Beteiligten regelmäßig austauschen könnten.

Auch eine wieder längere Öffnung der Außengastronomie bis 23:30 Uhr halten viele im Publikum für einen guten Kompromiss - so war es schließlich vorher auch schon geregelt.

Forderungen an die Stadt Köln

Einige Menschen fordern, dass die Stadt Köln ihren Beitrag zur Lösung leisten müsse. Die Verwaltung hatte allerdings ihr Kommen zum Lokalzeit Stadtgespräch kurzfristig abgesagt - unter anderem aus terminlichen Gründen.

Besonders die Anwohner äußern den Wunsch, dass das Ordnungsamt am Brüsseler Platz präsenter ist - vor allem, wenn die umliegenden Bars und Restaurants schließen. Gerade dann werde es laut auf dem Platz, weil dann auch nicht mehr kontrolliert werde.

Es braucht Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft

Eins macht das Stadtgespräch auf jeden Fall deutlich: Eigentlich sind alle Parteien bereit, aufeinander zuzugehen. Gesprächs- und Kompromissbereitschaft dürften also wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer Lösung sein.

Das sehen auch die Anwohner Christiane und Sven so. Beide sind am Ende zufrieden mit der konstruktiven Diskussion an diesem Samstag: "Das nehmen wir auch nochmal mit, Wir brauchen hier eine Lösung und einen Konsens für alle Beteiligte."

Womit wir wieder bei Judith Schulte-Loh ganz am Anfang der Veranstaltung sind: "Es geht hier um ein Miteinander, nicht um ein Gegeneinander". Das Lokalzeit Stadtgespräch hat gezeigt, dass das möglich ist - wenn alle Beteiligten ruhig und respektvoll miteinander sprechen.

Wie geht es weiter am Brüsseler Platz?

Lokalzeit aus Köln 25.04.2025 28:34 Min. Verfügbar bis 25.04.2027 WDR Von Friederike Müllender

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