Schock-Fund im Netz: Vinted-Bilder für Pornos missbraucht

Lokalzeit aus Köln 04.11.2025 03:14 Min. Verfügbar bis 04.11.2027 WDR Von Estella Mazur

Schock-Fund im Netz: Vinted-Bilder für Pornos missbraucht

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Eine Kölnerin hat eine Petition gegen Fotomissbrauch gestartet, nachdem ihre Vinted-Bilder auf Pornoseiten landeten.

Mina "Camira" zieht ihrer lebensgroßen Kleiderpuppe eine rote Jacke an, die sie verkaufen möchte. Mit dem Handy schießt sie Fotos aus verschiedenen Perspektiven, um die Jacke später auf der Secondhand-Plattform Vinted zu verkaufen. Selbst möchte sie in ihren Sachen nicht mehr posieren. Zu tief sitzt noch der Schock, dass Fotos mit ihr drauf auf Pornoseiten landeten.

"Jetzt noch solche Fotos hochzuladen, damit fühle ich mich total ekelhaft", sagt die Studentin sichtlich mitgenommen. "Ich möchte nur das Kleidungsstück zeigen und wie es ausfällt, aber zu wissen, das sammeln irgendwelche Typen und machen keine Ahnung was damit."

Ihre Vinted-Bilder landeten auf Pornoseiten

Mina "Camira" steht in ihrem Ankleidezimmer, was sie sich mit ihren beiden Mitbewohnerinnen teilt. Die 22-Jährige liebt Mode, vor allem ausgefallene Outfits. Deshalb kauft und vor allem verkauft sie regelmäßig auf Vinted.

Ein Screenshot der Vinted Website auf dem Fraunekörper in Kleidung abgebildet sind

Frauen werden Opfer von Fotomissbrauch auf Vinted

Sogenannte Cyber-Stalker haben ihre Bilder dort gestohlen und auf Pornoseiten hochgeladen und mit privaten Informationen über sie verbreitet. Schnell finden die User auch ihre anderen Kanäle, wie Instagram. Schon in der Vergangenheit bekam die 22-Jährige anzügliche Nachrichten. Auf den Missbrauch ihrer Fotos brachte sie aber erst ein Freund.

Freund entdeckt sie plötzlich auf Pornoseiten

Durch Zufall entdeckt ein Bekannter Mina "Camira" auf dutzenden Pornoseiten, nachdem er sie im Netz gesucht hatte. Ein Schock für die junge Frau: "Ich dachte noch - was, warum soll ich denn auf so Seiten sein?" Nach dem ersten Schock meldet sie die Inhalte bei den Internetseiten und erstattet Anzeige. Ohne Erfolg. "Der Vinted-Chef sieht keinen Handlungsbedarf", erzählt Mina "Camira", "und das 'Meldesystem' reicht nicht, um Betroffene wie mich zu schützen!"

Denn seit sie ihren Fall öffentlich gemacht hat, bekäme sie zahlreiche Nachrichten von anderen Betroffenen. Dabei ist sexuelle Belästigung im Internet strafbar. Kann mit bis zu einem Jahr Haft verurteilt werden. Die Polizei Köln rät Betroffenen, grundsätzlich die eigenen Daten einzuschränken und Straftaten zu screenshoten. Je mehr Beweise die Polizei nachher bei einer Anzeige hat desto besser.

Die Scham muss die Seite wechseln

Nahaufnahme eines Plakats mit der Aufschrift: Unsere Vinted Fotos sind keine Pornos

Das Plakat der Petition gegen den Fotomissbrauch auf Vinted

Mina "Camira" ist das zu wenig. Sie wünscht sich härtere Strafen und besseren Schutz für Frauen im Internet, denn das sei kein rechtsfreier Raum. Um endlich etwas auf Vinted zu ändern hat die 22-Jährige eine Petition gestartet. Nach etwa einer Woche hat sie schon mehr als 31.000 Unterschriften. Die Kölnerin hofft, so etwas bewegen zu könnten, damit alle sicher und mit Freude wieder Fotos von sich hochladen können.

Unsere Quellen:

  • Mina "Camira"
  • Polizei Köln
  • Staatsanwaltschaft Köln

Über dieses Thema berichten wir am 04. November 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.

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