Widerstand gegen Suchthilfezentrum in der Stadt: Petition gestartet

Lokalzeit aus Köln 22.12.2025 01:28 Min. Verfügbar bis 22.12.2027 WDR Von Benedikt Kaninski

Widerstand gegen Suchthilfezentrum in der Stadt: Petition gestartet

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Kaum sind die Pläne für ein erstes Suchthilfezentrum in Köln öffentlich, da regt sich Widerstand. Anwohnende haben eine Petition gegen den Standort gestartet.

Von Markus Schmitz

Am vergangenen Freitag hatte die Stadt Köln den Standort für das geplante Suchtzentrum veröffentlicht. Es soll ein großer Schritt in Richtung Bewältigung der Kölner Drogenproblematik sein. In dem Konsumraum in der Kölner Südstadt im Pantaleonsviertel, der rund um die Uhr geöffnet sein soll, können die Betroffenen mehr oder weniger kontrolliert ihre selbst mitgebrachten Drogen einnehmen, etwas essen, sich ausruhen oder duschen.

Schon am Freitag hatten sich einige Anwohnende dem WDR gegenüber kritisch geäußert. Mittlerweile hat eine Anwohnerin eine Online-Petition gestartet. Auf der Seite change.org sind die Formulierungen deutlich. "Wir,  die Unterzeichnenden, wenden uns entschieden gegen die geplante Einrichtung", heißt es dort.

Standortentscheidung führe zu Sicherheitsproblemen

Die Petition richte sich nicht gegen suchtkranke Menschen, schreibt die Initiatorin. Aber deutlich ist zu lesen, dass aus Sicht der Kritisierenden der Standort nicht beibehalten werden könne.

Der Bereich, den die Stadt ausgesucht hat, liege in einem dichten Wohn-, Schul-, und Betreuungsviertel. Auch ein Spielplatz sei in der Nähe und es gäbe mehrere Kindertagespflegestellen. Diese Standortentscheidung würde zu einem erheblichen Sicherheitsproblem führen, sagt die Initiatorin im Gespräch mit dem WDR. 

"Stopp der Planung des Suchthilfezentrums" 

Die Anwohnenden fürchten nur eine Verlagerung des Problems. Mit dem neuen Standort soll der Neumarkt entlastet werden, so die Idee der Stadt. Am neuen Suchthilfezentrum würde sich dann, so die Sorge der Kritiker, das Dealen, die Beschaffungskriminalität und Konflikte nicht allein auf das neue Gebäude beschränken, sondern sich in angrenzende Straßen und Wohngebiete verlagern.

Unter anderem deshalb fordern die bisher 1527 Unterzeichnenden (Stand: 22.12.25, 14.15 Uhr) der Petition einen Stopp der Planung. Wo die Suchtkranken ansonsten Anlauf finden sollen, um sich nicht weiterhin an rein öffentlichen Hotspots wie dem Kölner Neumarkt aufzuhalten, dafür gibt es bisher keine Lösung. Nach Angaben der Initiatiorin trifft sich am Montag Abend die Gruppe der Kritiker. Im Januar will die Stadt einen Infoabend zum geplanten Zentrum veranstalten. 

Gegen das Drogenproblem: Köln baut erstes Hilfszentrum

WDR Studios NRW 22.12.2025 00:44 Min. Verfügbar bis 22.12.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Initiatorin Petition
  • Stadt Köln

Sendung: WDR 2, Der Vormittag, 10.11.2025, 9-12 Uhr
Sendung: WDR 2 Rheinand, 22.12.2025, 09.31 Uhr

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