Psychisch Kranker terrorisiert Anwohner in Köln und im Rhein-Erft-Kreis

WDR 03:18 Min. Verfügbar bis 12.06.2028

Dauer-Terror Psychisch kranker Mann sorgt in Köln und Rhein-Erft für Angst

Stand:

Seit Monaten verbreitet ein offenbar psychisch kranker Mann in der Kölner Südstadt und im Rhein-Erft-Kreis Angst und Schrecken. Er bedroht Anwohner mit dem Tod, beschmiert Autos, klebt Türschlösser zu und wirft Scheiben ein.

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Oliver Köhler

Hannah würde gerne in ihrem Haus im Rhein-Erft-Kreis wohnen. Doch das ist zu gefährlich. Seit sie das Haus geerbt hat, kommt es dort ständig zu Vandalismus und Einbruchsversuchen.

Vor wenigen Tagen soll der Täter zugeschlagen haben. Im Haus sind sämtliche Türen zerstört und Möbel zertrümmert. "Ich hatte aus Sicherheitsgründen alle Zimmertüren abgeschlossen", sagt Hannah. "Die hat er mir dann mit Gewalt eingetreten und aus all meinen Schränken das Inventar herausgerissen und kaputt gemacht."

Bedrohte Frau fürchtet um ihr Leben

Zerstörung und sinnlose Gewalt: Dahinter soll ein psychisch kranker Mann aus Hannahs Verwandtschaft stecken. Er zertrümmert nicht nur Gegenstände, sondern verfolgt Hannah auch auf der Straße und bedroht sie. Sie fürchtet um ihr Leben.

"Ich schlafe seit über einem Jahr nicht mehr, habe Angstzustände, schaue mich überall um. Ich bin gar nicht mehr in der Lage, alleine aus dem Haus zu gehen, weil er so bedrohlich ist." Hannah S., Verwandte des Tatverdächtigen
Köln: Psychisch ranker Mann tyrannisiert Anwohner in Köln mit Drohungen und Vadamlismus

Der Tatverdächtige soll dieses Gartenhaus angezündet haben.

Hannah hat Dutzende Strafanzeigen erstattet, ohne Ergebnis. Sie hat dem Mann gerichtlich untersagen lassen, sich ihr anzunähern. Doch er macht weiter, niemand stoppt ihn. "Ich weiß, wozu er fähig ist", sagt Hannah. "Er hat schon Körperverletzungen begangen und Morddrohungen ausgesprochen."

Morddrohungen in der Kölner Südstadt

Auch in der Kölner Südstadt kam es zu Zerstörungen – hier hatte es der Mann unter anderem auf die Scheiben von Geschäften abgesehen. Er wurde bei seinen Taten gefilmt. Zudem bedroht er Menschen im Veedel. Eine Videoaufnahme zeigt beispielsweise, wie er ankündigt, einen Nachbarn zu töten. In dem Video brüllt er:

"Am 17./18. Oktober bist du tot. Ein Freund von mir hat einen Täter aus Stuttgart. Der bringt deine ganze Familie mit einem Hammer um, mit dem Hammer, die ganze Familie." Tatverdächtiger

Tatverdächtiger ist schuldunfähig

Auch dieses Video ist Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt. Doch der Mann läuft weiterhin frei herum, bedroht Menschen und zerstört fremdes Eigentum. Untätig ist die Kölner Staatsanwaltschaft allerdings nicht. Allerdings ist der Mann aufgrund psychischer Erkrankungen schuldunfähig. Menschen in solchen Fällen einzusperren, ist extrem schwierig, sagt Christoph Hebbecker von der Staatsanwaltschaft Köln:

"Die Taten, die von ihm zu erwarten sind und die dann im Rahmen einer Prognose vorhergesagt werden müssen, müssen erheblicher Natur sein", sagt Hebbecker. "Wir reden hier also nicht über einfache Sachbeschädigungsdelikte, sondern beispielsweise über schwere Körperverletzungsdelikte oder Tötungsdelikte." Erhebliche Taten also, die von den Beschuldigten zu erwarten sind - "und die es dann rechtfertigen, die Beschuldigten zum Schutz der Allgemeinheit in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen."

Nur in Ausnahmefällen können psychisch Kranke eingesperrt werden

Nach Informationen des WDR prüft die Staatsanwaltschaft nun, ob die dauerhafte Unterbringung des Mannes gerechtfertigt ist. Wir haben den gerichtlich eingesetzten Betreuer des Mannes um eine Stellungnahme gebeten. Er schreibt: "Gehen sie (…) davon aus, dass von hier alles betreuungsrechtlich Mögliche unternommen wird."

Hannah hofft, dass der Albtraum für sie und die vielen anderen betroffenen Menschen bald ein Ende hat.

Unsere Quellen:

  • Christoph Hebbecker, Staatsanwaltschaft Köln
  • Gespräch mit Hannah S, Verwandte des Tatverdächtigen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 12.06.2026, 05:00 Uhr

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