Kölner Mieter drei Monate ohne Wasser
WDR. 18.06.2026. 03:16 Min.. Verfügbar bis 18.06.2028.
"Am 11. März hatte der Wasserversorger Rheinenergie uns plötzlich, ohne Vorwarnung, das Wasser abgesperrt", berichtet Ulli. "Wir können nicht duschen, wir können keine Wäsche machen", ärgert sich Vanessa. In Kanistern kommt von Bekannten Wasser für die Klospülung.
Der Gang zur Toilette wird zu einem komplizierten Unterfangen. Mit dem Wasser aus dem Kanister müssen die Bewohner zunächst den Tank der Klospülung auffüllen. "Spontan aufs Klo gehen, wenn es eilig ist, das geht gar nicht." Der Vermieter von zwei Reihenhäusern soll seit Jahren die Wasserrechnung nicht bezahlt haben.
Vermieter zu Beugehaft verurteilt - nichts tut sich
Die Mieter sagen, sie zahlen sämtliche Nebenkosten an ihn. Offenbar leitet er das Geld aber nicht an den Wasserversorger Rheinenergie weiter. Die Mieter haben ihrem Vermieter geschrieben, einen Rechtsanwalt eingeschaltet und geklagt. Doch der Vermieter rührt sich nicht. Auch Fragen des WDR an den Vermieter bleiben unbeantwortet.
Ratlose Gesichter bei den Mietern Ulli und Vanessa
"Das Amtsgericht hat ihn jetzt zu Beugehaft verurteilt, weil er nicht dafür sorgt, dass wir wieder Wasser haben", sagt Uli. Doch offenbar ist er untergetaucht. Trotz Gerichtsurteils zahlt er die ausstehenden Beträge nicht an die Rheinenergie. Die Folge: seine Mieter müssen weiter ohne Wasser leben.
Rheinenergie wollte Schulden des Vermieters bei Mietern eintreiben
Sie haben versucht, mit der Rheinenergie eine Lösung zu finden. Doch die Rheinenergie verlangte, dass die Mieter die Schulden des Vermieters zahlen, bevor das Wasser wieder angedreht wird. Das finden die Mieter aber nicht fair.
"Ich will nicht für die Schulden des Vermieters geradestehen. Wir haben immer alles bezahlt. Jetzt noch mehrere Hundert Euro obendrauf zu legen, das kann ich als Studentin nicht." Vanessa, betroffene Mieterin
Die Zentrale der Rheinenergie - am Ende war das Unternehmen kompromissbereit
Als der WDR bei der Rheinenergie nachfragt, kommt endlich Bewegung in die Sache: Der Wasserversorger sieht nun ein, dass die Mieter nichts dafür können, wenn der Vermieter die Rechnungen nicht bezahlt. Die Rheinenergie sagt zu, mit den Mietern eine Lösung zu finden.
Rheinenergie schließlich zu Kompromiss bereit
Weniger Tage später ist es soweit. Die Mieter bekommen jetzt einen eigenen Vertrag fürs Wasser. Jetzt sprudelt wieder frisches Trinkwasser aus dem Hahn. Warum nicht gleich so?
"Wir sind sehr erleichtert, dass die Rheinenergie jetzt entgegengekommen ist", sagt Mieter Ulli. Die Bewohner der WG hatten in den vergangenen Monaten mit Sorge auf die heiße Jahreszeit geblickt. Jetzt kann der Sommer kommen.