Willi Lehmann wohnt seit Jahren über der Kneipe "Lotta" in der Kölner Südstadt
Köln steht zusammen: Wie Kneipen-Gäste Willis Zuhause retteten
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Die Kneipe "Lotta" in der Kölner Südstadt ist eine Institution, die günstigen Wohnungen darüber für ihre Bewohner die Lebensgrundlage. Beides stand vor über einem Jahr vor dem Aus. Das Gebäude sollte verkauft werden. Wie die Menschen in der Südstadt mit Gemeinschaft eine Lösung gefunden haben und wie es ihnen heute geht.
Zielstrebig läuft Willi Lehmann die Treppenstufen zu seiner neuen alten Wohnung hinauf. Er hält seinen Kopf gesenkt. Mit der rechten Hand hält er sich am braunen Handlauf fest. Im Treppenhaus riecht es nach Farbe und Holz. Alles wirkt vertraut, aber doch ganz anders. Als Lehmann im Türrahmen seiner Wohnung steht, streicht er mit seiner Hand darüber. Wände, Boden, Bad - er schaut sich alles ganz genau an. Er lächelt.
Das Lehmann hier noch wohnen kann, hat er Menschen wie Patrick Opwis zu verdanken. Opwis ist selbst aktiv in dem Kölner Verein, der das Gebäude als Genossenschaft gekauft hat. Er hat als Bauleiter die Sanierungsarbeiten in dem Haus das letzte Jahr über begleitet. 20 Jahre lang habe der Vorbesitzer kaum etwas repariert. Jetzt sind die ersten Ein-Zimmer-Wohnungen nach der Sanierung fertig, darunter auch die von Willi Lehmann. Zum ersten Mal seit Langem funktioniert in seinem Zuhause wieder die Klingel. Er schüttelt den Kopf und grinst.
Die Wohnung von Lehmann liegt über der Kölner Kneipe "Lotta". Das gesamte Gebäude stand vor über einem Jahr zum Verkauf. Für die Bewohner und Stammgäste der Kneipe ein Schock: Sie fürchteten nicht nur den Verlust ihrer Kneipe, sondern auch den ihrer günstigen Wohnungen. Denn davon gibt es in Köln immer weniger. Laut aktuellem Wohnungsmarktbericht der Stadt Köln hat die Zahl der geförderten Mietwohnungen zwischen 2010 und 2022 um fast 16 Prozent abgenommen. Im Kölner Südviertel allerdings bleiben die Wohnungen erhalten. Wie haben sie das geschafft?
Der Verein "Auftrag Südstadt" hat eine Genossenschaft gegründet, Geld gesammelt, um das Haus selber zu kaufen und zu sanieren. "Ich habe mir die letzten zehn Jahre Gedanken darüber gemacht, wie geht es hier weiter. Der alte Vermieter wurde immer älter. Ich hatte Angst, dass eine Erbengemeinschaft irgendwann das Haus verkauft." Dann wäre wohl auch seine Miete stark gestiegen. Diese Angst hat die Genossenschaft ihm genommen. Er kann in seinem Zuhause bleiben - und auch seine Stammkneipe Lotta ist gerettet.
Über dieses Thema haben wir am 25.08.2025 auch im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.