Nach jahrelangem Streit: Kommt jetzt doch der FC-Ausbau?
01:25 Min.. Verfügbar bis 28.10.2027.
Nach jahrelangem Streit: Kommt jetzt doch der FC-Ausbau?
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Der 1. FC Köln möchte sein Trainingsgelände ausbauen, insbesondere auf der Gleueler Wiese. Sehr zum Ärger von Anwohnern und Umweltschützern. Fußballträume gegen Naturschutz: Wie kann man diesen Konflikt lösen? Wir wollen Eure Meinung wissen und diskutieren im WDR Lokalzeit Stadtgespräch.
Wir wollen deine Meinung hören!
Jetzt mitdiskutierenSeit mehr als zehn Jahren spaltet dieser Konflikt Köln: Kurz vor der Kommunalwahl erreichte der Streit um die Gleueler Wiese seinen vorläufigen Höhepunkt: 3.000 FC-Fans protestierten vor dem Rathaus.
Mit Torsten Burmester (SPD) bekommt Köln nun einen Oberbürgermeister, der sich im Wahlkampf klar für die Ausbaupläne des 1. FC Köln ausgesprochen hatte. Kommt jetzt doch Bewegung rein?
Erstligist möchte professionelle Trainings-Bedingungen
Fünf Hektar groß. Umgeben von Bäumen. Mitten im 42 Kilometer langen Äußeren Grüngürtel, der einen grünen Ring um die innere Stadt Köln schließt. Laut BUND ist die Gleueler Wiese ein artenreiches Biotop, auf dem unter anderem viele Insekten leben.
Friedmund Skorzenski wehrt sich gegen Bebauung im Grünen
Wenige hundert Meter daneben liegt das Geißbockheim: Clubhaus und Trainingsgelände des 1.FC Köln. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Nachwuchs zu fördern, will sich der Verein vergrößern: Ein neues Leistungszentrum und drei Kunstrasenplätze sollen gebaut werden, teilweise auf der Gleueler Wiese.
Eine Bebauung könnte für steigende Temperaturen sorgen
Auf diese FC-Pläne trifft erbitterter Widerstand von Anwohnern und Naturschützern. "Eine Bebauung der Gleueler Wiese wird dazu führen, dass in Zukunft die Temperaturen hier weiter steigen werden", sagt Friedmund Skorzenski. Er ist Sprecher der Bürgerinitiative Grüngürtel für Alle: "Dadurch könnte der natürliche Ausgleich mit Kaltluft und Verdunstung nicht mehr stattfinden."
Schon im vergangenen Jahr hatte die Stadt Köln im "Hitze-Check" der Deutschen Umwelthilfe schlecht abgeschnitten. Trotzdem erteilte die Stadt Köln dem Klub als Teil einer Kompromisslösung eine Baugenehmigung.
Oberverwaltungsgericht entscheidet 2026
Philipp Türoff hofft auf eine schnelle Einigung
Dagegen hatte die Bürgerinitiative geklagt und vor dem Oberverwaltungsgericht Münster Recht bekommen. Nach einer Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig muss das OVG Münster den Fall neu verhandeln. Eine endgültige Entscheidung wird im Sommer 2026 erwartet.
"Wir wollen das Nachwuchszentrum schlechthin im Westen sein, aber dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden." Philipp Türoff, Geschäftsführer 1. FC Köln
Der Erstligist hat mehrere Kompromiss-Vorschläge gemacht, unter anderem bisherige Plätze zu renaturieren und für mehr als eine Million Euro Ausgleichswiesen in anderen Stadtteilen zu bauen.
"Das ist lediglich eine kosmetische Verschönerung", sagt Friedmund Skorzenski: "Der Verein bleibt ja trotzdem bei den drei Plätzen auf der Gleueler Wiese, die versiegelt werden sollen und da bleiben wir strikt gegen."
Sportpark oder Schutzgebiet? Sagt uns eure Meinung
FC Ausbau oder Gleueler Wiese erhalten? Schreibt uns eure Meinung - direkt in die Kommentare auf wdr.de oder per Mail an stadtgespraech@wdr.de! Über das Dilemma sprechen wir auch beim WDR Lokalzeit Stadtgespräch am Donnerstag ab 20:04 Uhr im "Junkersdorfer Hof" in Köln und live bei WDR 5. Eure Kommentare und Fragen nehmen wir mit in die Diskussion mit unseren Gästen.
62 Kommentare
Kommentar 62: Micha schreibt am 30.10.2025, 06:25 Uhr :
Die vielen einseitigen Kommentare hier zeigen leider ganz deutlich, wo die Stadt Köln aktuell steht. Wir retten nicht das Klima weil der Verein nicht erweitern darf! Klimaschutz vor Förderung des Nachwuchs, welcher es in diesen Zeiten sowieso nicht so einfach hat! Stattdessen heißt es, Geld genug für das Unternehmen FC?!?!
Kommentar 61: Bernd Pilz schreibt am 30.10.2025, 05:25 Uhr :
Die Wünsche des FC Köln sind rein wirtschaftlicher Natur. Die Bedürfnisse der Kölner Bevölkerung sind die der stadtnahen Erholung. Deswegen bin ich gegen eine Bebauung der Grünflächen . Adenauer hat sich langfristig etwas dabei gedacht, gegen Begehrlichkeiten ein Verbot der Bebauung zu verankern.
Kommentar 60: jan h. schreibt am 30.10.2025, 04:14 Uhr :
Beim Teutates! Naturwiese sollte niemals zu Kunstrasen verändert werden dürfen! Weder in Köln noch anderswo! Grundsätzlich! Tenne oder Asphalt zu Kunstrasen... kann man diskutieren! Aber NATURWIESE nie-mals! Und die Gleueler Wiese beherbergt nachweislich Bodendenkmäler.
Kommentar 59: jan schreibt am 30.10.2025, 03:46 Uhr :
der liebe FC soll im Bestand des GBHs sanieren und modernisieren, etc. dürfen UND gleichzeitig einen zweiten ERGÄNZENDEN Standort, z.B. in Marsdorf, aber auch Hürth möglich, entwickeln. Insgesamt ergäbe sich eine fruchtbare Dreiecksbeziehung zwischen Stadionbereich, GBH und dem dritten entwicklungsfähigen Standort in der Nähe. IM Grüngürtel kann er sehr gut auf Augenhöhe mit den anderen im Grüngürtel heimischen Vereinen kooperieren. So wird's was! Mit Respekt vor Stadtgesellschaft, Klimanotstand und Denkmal-/Landschafts-/Naturschutzbelangen. Die Gleuler Wies, di issesu schön! Wild wie se is... Jo, hasse noch Tön? II: FC! Mir hannet dir schon tausendmal jesaat: Du sollse sein lassen! Du sollse sein lassen! :II II: Die Gleueler Wies, se lääv, se liev un se bliev... för en Äwigkeit, för en Äwigkeit :II Song in d, A, G, E, h So kann der FC langfristig wieder in die Spitzengruppe des europäischen Fussballs gelangen und die janze Stadt es dabei! Läven Gruß, Jan
Kommentar 58: Andrea Eßfeld schreibt am 29.10.2025, 23:28 Uhr :
Der Kölner Grüngürtel ist unsere natürliche Klimaanlage und wichtig für den regionalen Biotopverbund. Die über 100 Jahre alte Gleuler Glatthafer-Wiese ist Teil dieses Biotopverbundes. Sie gehört zu den geschützten Lebensraumtypen(LRT 656,Biotop EA 1) . Eine Bebauung durch Kunstrasenplätze, Funktionsbauten und alphaltierte Zufahrstwege würde diesen geschützen Lebensraum zerstören und den Regioinalen Biotopverbund schwächen. Es wird immer wieder von einer "Hundekackwiese" gesprochen, die man ruhig bebauen kann. Ich empfehle hier die Seiten der Naturfotografin Cristina Krippahl, sie hat über viele Jahre die Bewohner der Gleueler Wiese dokumentiert: https://wildeskoeln.de . Die Fotos sprechen für sich. Unsere Kinder haben ein Recht auf Naturerfahrungen und wohnortnahes Grün. Wir Alle übrigens auch.
Kommentar 57: Martin G. schreibt am 29.10.2025, 23:26 Uhr :
Ich komme aus Bergheim und kann nicht verstehen, warum die Kölner Bürgermeisterin den FC so schlecht behandelt. Der FC ist ein Maskottchen für uns alle!!!
Kommentar 56: Jürgen schreibt am 29.10.2025, 22:09 Uhr :
Darf auf keinen falll passieren. Immer mehr grünflächen verschwinden .aber nicht für fussball Fc genug plätze
Kommentar 55: Rolf Siemers schreibt am 29.10.2025, 21:58 Uhr :
Ein Ausbau ohne Steuergelder ist vom Fußballverein wohl nicht zu stemmen, woher sollte der FC das Geld haben. Kunstrasen bleibt Plastik! Auch mit Drainage wird das kein Stück Grüngürtel mehr sein. Mit welchem Recht FORDERT der Verein von der Stadt? Die Stadt zahlt ungleich mehr für den Verein als der Verein für die Stadt (wieso wird Stadionmiete halbiert, wenn der FC mal wieder zweitklassig ist? Trägt der Kölner Steuerzahler, aber kein Drittel der Vereinsmitglieder sind Kölner, die weitaus meisten kommen aus dem Umland, die zahlen nicht. Wer zahlt die Sperrung des halben Stadtteils bei Heimspielen, die massiven Polizeieinsätze? Steuerzahler!) Lösung Bürgerentscheid: Alle Kölner Steuerzahler bestimmen, ob dem Verein weitere Zugeständnisse gewährt werden sollen. Und dabei muss die finanzielle Belastung der Stadt auf den Tisch, nicht mit Krokodilstränen über Treu und Ihr lamentiert werden. Nicht vergessen: Köln wäre ohne FC sicher etwas weniger, der FC wäre ohne Köln aber gar nichts!
Kommentar 54: Charly schreibt am 29.10.2025, 19:05 Uhr :
Ich bin für den Ausbau des Geissbockh., weil der FC die Kosten selbst trägt und der Steuerzahler nicht belastet wird. In anderen Städten gibt es solche Probleme und Diskussionen nicht. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. zu werden, ist Ausbau zwingend notwendig.
Antwort von Hennes , geschrieben am 29.10.2025, 22:07 Uhr :
In anderen Städten würde man niemals öffentliche Grundflächen zur privaten Bebauung freigegeben.
Antwort von jan , geschrieben am 30.10.2025, 03:56 Uhr :
lieber Charly, überleg mal, der FC stellt sich selber ein Bein, wenn er nicht anfängt, einen ergänzenden Standort zum GBH zu entwickeln. Zudem wird er die Sympathien der Stadtgesellschaft verlieren. Da helfen dann auch die Hunderttausenden Fans und Mitglieder aus Umland und Republik nicht weiter. Die Gleueler Wiese ist ein ganz besonderer für Köln einmaliger Naturraum, ähnlich einer großen Waldlichtung mit all ihren ökologischen Merkmalen, mit ihrer Atmungsaktivität wichtig für Köln allgemein und das sehr dicht besiedelte Sülz/Klettenberg im Speziellen. Mach et jut, Jan
Kommentar 53: Caro Michel schreibt am 29.10.2025, 17:08 Uhr :
Der arme Konrad Adenauer, der das nicht mehr richtigstellen kann, wird immer wieder als Befürworter der Bebauung-für-Sport herangezogen. Wer sich in sein Werk einliest, erfährt aber: der meinte sportliche Betätigung der Normalbürger an der frischen Luft. Also Spazierengehen, joggen... und ja, auch Fußballspielen. Auf einer Wiese, die nur temporär "bespielt" wird und danach wieder Wiese sein darf. An Kunstrasenplätze und Flutlichtanlagen hat der damals bestimmt NICHT gedacht.
Kommentar 52: Heike schreibt am 29.10.2025, 16:57 Uhr :
Mit viel Aufwand wird andernorts versucht, Maßnahmen zurückzubauen, die nachteilige Auswirkungen auf Lebensqualität und Klima-Resilizenz haben. Ich verstehe auch vor diesem Hintergrund nicht, wie man den Teil des Grüngürtels unwiederbringlich aufgeben kann, der nicht nur atmosphärisch besonders schön ist, sondern für die Allgemeinheit einen hohen Wert für Stadtklima, Natur- und Denkmalschutz hat. Ich wünsche mir vom FC, Lösungsvorschläge zu akzeptieren, die die Schutzwürdigkeit des Grüngürtels und der Gleueler Wiese anerkennt und gleichzeitig Kapazitätsbedarfe für das Fußballtraining dergestalt realisiert, dass im Grüngürtel keine weiteren Flächen versiegelt, der Park nicht durch ein Hangar-großes Gebäude verschandelt, keine Bäume gefällt und keine weiteren Parkplatzbedarfe kreiert werden. Die Vehemenz des FC zur Verteidigung seiner Partikularinteressen und auch die Schmierereien von FC-Fans an Hauswänden, Brücken und Trafostationen in Köln ärgern mich.