Seit mehr als zehn Jahren spaltet dieser Konflikt Köln: Kurz vor der Kommunalwahl erreichte der Streit um die Gleueler Wiese seinen vorläufigen Höhepunkt: 3.000 FC-Fans protestierten vor dem Rathaus.
Mit Torsten Burmester (SPD) bekommt Köln nun einen Oberbürgermeister, der sich im Wahlkampf klar für die Ausbaupläne des 1. FC Köln ausgesprochen hatte. Kommt jetzt doch Bewegung rein?
Erstligist möchte professionelle Trainings-Bedingungen
Fünf Hektar groß. Umgeben von Bäumen. Mitten im 42 Kilometer langen Äußeren Grüngürtel, der einen grünen Ring um die innere Stadt Köln schließt. Laut BUND ist die Gleueler Wiese ein artenreiches Biotop, auf dem unter anderem viele Insekten leben.
Wenige hundert Meter daneben liegt das Geißbockheim: Clubhaus und Trainingsgelände des 1.FC Köln. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Nachwuchs zu fördern, will sich der Verein vergrößern: Ein neues Leistungszentrum und drei Kunstrasenplätze sollen gebaut werden, teilweise auf der Gleueler Wiese.
Eine Bebauung könnte für steigende Temperaturen sorgen
Auf diese FC-Pläne trifft erbitterter Widerstand von Anwohnern und Naturschützern. "Eine Bebauung der Gleueler Wiese wird dazu führen, dass in Zukunft die Temperaturen hier weiter steigen werden", sagt Friedmund Skorzenski. Er ist Sprecher der Bürgerinitiative Grüngürtel für Alle: "Dadurch könnte der natürliche Ausgleich mit Kaltluft und Verdunstung nicht mehr stattfinden."
Schon im vergangenen Jahr hatte die Stadt Köln im "Hitze-Check" der Deutschen Umwelthilfe schlecht abgeschnitten. Trotzdem erteilte die Stadt Köln dem Klub als Teil einer Kompromisslösung eine Baugenehmigung.
Oberverwaltungsgericht entscheidet 2026
Dagegen hatte die Bürgerinitiative geklagt und vor dem Oberverwaltungsgericht Münster Recht bekommen. Nach einer Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig muss das OVG Münster den Fall neu verhandeln. Eine endgültige Entscheidung wird im Sommer 2026 erwartet.
"Wir wollen das Nachwuchszentrum schlechthin im Westen sein, aber dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden." Philipp Türoff, Geschäftsführer 1. FC Köln
Der Erstligist hat mehrere Kompromiss-Vorschläge gemacht, unter anderem bisherige Plätze zu renaturieren und für mehr als eine Million Euro Ausgleichswiesen in anderen Stadtteilen zu bauen.
"Das ist lediglich eine kosmetische Verschönerung", sagt Friedmund Skorzenski: "Der Verein bleibt ja trotzdem bei den drei Plätzen auf der Gleueler Wiese, die versiegelt werden sollen und da bleiben wir strikt gegen."
Sportpark oder Schutzgebiet? Sagt uns eure Meinung
FC Ausbau oder Gleueler Wiese erhalten? Schreibt uns eure Meinung - direkt in die Kommentare auf wdr.de oder per Mail an stadtgespraech@wdr.de! Über das Dilemma sprechen wir auch beim WDR Lokalzeit Stadtgespräch am Donnerstag ab 20:04 Uhr im "Junkersdorfer Hof" in Köln und live bei WDR 5. Eure Kommentare und Fragen nehmen wir mit in die Diskussion mit unseren Gästen.
Kommentare zum Thema
Die vielen einseitigen Kommentare hier zeigen leider ganz deutlich, wo die Stadt Köln aktuell steht. Wir retten nicht das Klima weil der Verein nicht erweitern darf! Klimaschutz vor Förderung des Nachwuchs, welcher es in diesen Zeiten sowieso nicht so einfach hat! Stattdessen heißt es, Geld genug für das Unternehmen FC?!?!
Die Wünsche des FC Köln sind rein wirtschaftlicher Natur. Die Bedürfnisse der Kölner Bevölkerung sind die der stadtnahen Erholung. Deswegen bin ich gegen eine Bebauung der Grünflächen . Adenauer hat sich langfristig etwas dabei gedacht, gegen Begehrlichkeiten ein Verbot der Bebauung zu verankern.
Beim Teutates! Naturwiese sollte niemals zu Kunstrasen verändert werden dürfen! Weder in Köln noch anderswo! Grundsätzlich! Tenne oder Asphalt zu Kunstrasen... kann man diskutieren! Aber NATURWIESE nie-mals! Und die Gleueler Wiese beherbergt nachweislich Bodendenkmäler.