Petition an Woelki: Schülerin will Kölner Mädchenschule erhalten
Lokalzeit aus Köln. 09.07.2025. 03:20 Min.. Verfügbar bis 09.07.2027. WDR. Von Sabine Büttner.
Weniger Lärm, keine Scham sich zu melden, mehr Selbstvertrauen – die 15-jährige Schülerin Maria Neumeier sieht viele Vorteile darin, dass es bei ihr keine Jungs im Unterricht gibt. Sie besucht die 10. Klasse des Erzbischöflichen Ursulinengymnasiums in Köln, das in der Unter- und Mittelstufe als reine Mädchenschule geführt wird.
"Ich persönlich gehe auch gern in die Mathe-AG und mach gern Physik und ich weiß nicht, ob ich diese Interessen entwickelt hätte, wenn auch Jungs in meiner Klasse gewesen wären." Maria Neumeier, Schülerin Ursulinengymnasium Köln
Doch das Erzbistum Köln überlegt, das Konzept zu ändern und ab dem Schuljahr 2026/27 die Geschlechter-Trennung aufzuheben. Begründet wird die Überlegung auch mit der Zusammenarbeit mit der benachbarten erzbischöflichen Realschule, an der beide Geschlechter unterrichtet werden.
Petition und Brief an Kardinal Woelki
Bei den Schülerinnen sorgt das für Diskussionen. Mehr als 250 der etwa 900 Mädchen an der Schule haben eine Petition dafür unterschrieben, dass an ihrer Schule keine Jungs unterrichtet werden sollen. Maria Neumeier hat die Unterschriftenaktion gestartet und einen Brief an den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und den Weihbischof Ansgar Puff geschrieben.
Die Ursulinenschule in Köln
In einer Antwort schreibt ihr der Weihbischof, er werde sich dafür einsetzen, dass die Stimmen der Schülerinnen im Generalvikariat gehört werden – und dass noch keine Entscheidung gefallen sei.
"Großer Schock" auch für die Eltern
Auch unter den Eltern haben die Überlegungen des Erzbistums hohe Wellen geschlagen. "Erstmal war es ein großer Schock", sagt die Pflegschaftsvorsitzende Cornelia Vondey. Sie fordert eine schnelle Entscheidung, denn im Herbst würden Eltern und Schüler entscheiden, auf welche weiterführende Schule sie wechseln.
Alle Seiten betonen, wie einzigartig das Ursulinengymnasium ist: Gegründet 1639 und bis in die 1980er Jahre noch von Ordensschwestern geführt, kommen Schülerinnen aus dem gesamten Kölner Umland hierher, weil sie sich explizit für eine reine Mädchenschule entscheiden. Auch Marie Neumeier fährt jeden Morgen eine Stunde zur Schule, weil die ein – wie sie sagt – "einzigartiger Ort" ist. Und das, sagt die Schülerin, wolle sie nicht ohne Kampf und Protest hergeben.
Unsere Quellen:
- Erzbistum Köln
- Schulleitung Ursulinengymnasium Köln
- Schülerin Maria Neumeier Ursulinengymnasium Köln
- Elternpflegschaft Ursulinengymnasium Köln