Der 23-jährige Mann sei in seiner Wohnung im Stadtteil Höhenhaus festgenommen worden, teilte die Kölner Polizei am Donnerstag mit. Die Beamten durchsuchten seine Wohnung und sein Auto. Dabei fanden sie eine Pistole, eine Sturmhaube und mehrere Autokennzeichen. Der Verdächtige wird einem Haftrichter vorgeführt und muss sich wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mords aus Heimtücke verantworten.
Vor der Festnahme hatten die Beamten mit dänischen Behörden zusammengearbeitet. Der Hintergrund: Gegen den 23-Jährigen läuft auch in Dänemark ein Ermittlungsverfahren. Im April soll er in der Nähe von Kopenhagen an einem versuchten Tötungsdelikt beteiligt gewesen sein. Dort hinterließ er offenbar Fingerabdrücke, die auch auf Spuren vom Tatort in Köln-Bickendorf passen.
Polizei prüft Zusammenhänge zu anderen Taten
Anwohner hatten am Montagmorgen gegen 2.20 Uhr die Polizei alarmiert und berichtet, dass sie Schüsse in der Vogesenstraße wahrgenommen hätten. Als die Polizei eintraf, fand sie mehrere Einschusslöcher in Fenstern einer Wohnung im zweiten Obergeschoss. Vor dem Haus lagen mehrere Patronenhülsen und in der Wohnung Projektile.
Das 70 und 71 Jahre alte Ehepaar, das in der Wohnung lebt, wurde nicht verletzt. Da sich zum Tatzeitpunkt mehrere Personen im Haus aufhielten, hat die Polizei eine Mordkommission eingerichtet. Ob die Tat mit den Schüssen auf einen Kölner Imbiss in der Nacht zu Sonntag oder anderen Gewalt- und Sprengstoffdelikten der vergangenen Wochen zusammenhängt, ist bislang unklar. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dazu am Donnerstag im Landtag, ein Zusammenhang zur organisierten Kriminalität sei derzeit "reine Spekulation“. Es könne sich auch um verschiedene, voneinander unabhängige Taten handeln. Die Polizei prüft mögliche Verbindungen zwischen den Fällen.
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Staatsanwaltschaft Köln
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 11.06.2026, 14.31 Uhr