140 Taxifahrer demonstrieren in Essen mit Schildern gegen Uber und Co
„Wir haben Angst um unsere Existenz“, ruft Dirk Schäfer in das Mikrofon. Er ist der Sprecher der Essener Taxifahrer. Mit ihren Fahrzeugen haben Taxifahrer am Mittwoch eine wichtige Straße in der Essener Innenstadt gesperrt. Nahe dem Rathaus haben sich etwa 140 Fahrer zu einer Kundgebung versammelt. "Mindestpreise jetzt!!!" und "Stopp illegale Strukturen" steht auf den Plakaten.
Dirk Schäfer bekommt großen Applaus für seine Rede über die Sorgen in der Branche. Dumpingpreise und Regelverstöße der anderen Mietwagenanbieter wie Uber und Co machen ihnen zu schaffen.
Mindestpreise und Kontrollen gefordert
"Die Politiker müssen was tun, sonst ist in sechs Monaten Schluss", sagt ein Taxifahrer. Seine Kollegen in der Runde nicken zustimmend, "lange können wir uns das nicht mehr leisten," sagen sie. Sie wollen, dass andere Dienstleister kontrolliert werden und, dass es einen Mindestpreis gibt. Uber halte sich zum Beispiel nicht an Stadtgrenzen oder an die Pflicht nach einer Fahrt zum Firmensitz zurückzukehren.
Uber bezeichnet sich selbst hingegen als "Partner der Taxifahrer" und hält nichts von den geforderten Mindestpreisen. Das würde alles nur teurer machen und weniger Umsatz bringen, weil "Mindestpreise die Menschen nicht zu mehr Taxifahrten bewegen, sondern viel mehr wieder in den privaten PKW treiben", so Oliver Mattutat der Pressesprecher von Uber.
Gemeinsam mit den Taxifahrern wolle Uber daran arbeiten, "wie man die Branche gut für die nächsten Jahre aufstellen" könne.
Politiker wollen sich für Taxifahrer einsetzen
Ihre Forderungen richten sich an die Politiker in der Stadt, denn sie bestimmen auf kommunaler Ebene zum Beispiel den Taxitarif. Florian Fuchs von der CDU im Stadtrat ist gekommen. Der Antrag für einen Mindestpreis liege schon vor, "wir müssen die Umsetzung jetzt beschleunigen," sagt er am Rande der Kundgebung.
Essener Taxifahrer protestieren gegen Uber
Auch auf Landesebene soll es Unterstützung geben. Julia Kahle-Hausmann ist da. Sie sitzt für die Essener SPD im Landtag und ist im Verkehrsausschuss. Sie sammelt Informationen und will dafür sorgen, "dass wir auch für Mietwagen Rahmenbedingungen schaffen, die einen gerechten Wettbewerb möglich machen."
Solidarität aus Köln und Düsseldorf
Jede Stadt hat eigene Regeln für die Taxi-Branche. Auf kommunaler Ebene werden vor allem die Tarife festgelegt. Aber alle haben in größeren Städten mit der Konkurrenz zu kämpfen. "Ich will meine Solidarität zeigen", sagt Sascha Kantar, der aus Düsseldorf gekommen ist. Auch aus Gelsenkirchen und Köln waren Fahrer dabei.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Polizei Essen
- Taxi Essen