Die Kirchenmitglieder werden weniger und damit auch die Einnahmen. Auch die allgemeinen Kostensteigerungen machen der Kirche zu schaffen. Das Bistum Essen kündigt deshalb an, bis 2038 rund 50 Millionen Euro einsparen zu wollen.
Alle Zusagen an die kirchlichen Träger werden noch einmal geprüft. Außerdem werden Pfarrerein weiter zusammengeführt und katholische Trägerorganisationen verbunden. Auch das Personal soll weniger werden. Hier will das Bistum Essen aber eher schauen, dass sie freie Stellen nicht mehr nachbesetzen und nicht Mitarbeitende kündigen.
Kirche braucht einen Strukturwechsel
Für Generalvikar Klaus Pfeffer ist die Lage drastisch: "Es geht dabei nicht mehr darum, mit ein paar Einsparungen die kirchliche Lage zu verbessern, vielmehr müssen wir unsere Kirche ganz neu, und vor allem auch anders, gestalten." Die künftigen Einsparungen in der Kirche müssen alle Bereiche betreffen, es gehe nicht nur um ein vorübergehendes Problem. "Wir müssen eine dauerhafte strukturelle Unterfinanzierung verhindern", sagt Finanz-Chefin Mechthild Lütke Kleimann.
Das Bistum Essen umfasst Teile des Ruhrgebiets und des Sauerlands. Aktuell leben rund 620.000 Katholikinnen und Katholiken hier. Als sich das Bistum 1958 gegründet hat, waren es noch mehr als doppelt so viele. "In den Nachkriegsjahren war in Deutschland die Mitgliedschaft in einer der beiden großen Kirchen noch relativ selbstverständlich, aber seit den 1960er Jahren hat sich dies in einer rasenden Geschwindigkeit völlig verändert", sagt Generalvikar Pfeffer.
Auch in Zukunft weniger Kirchensteuereinnahmen
Die Pläne kommen nicht überraschend. Kirchen, Gemeindeheime und andere Immobilien wurden schon verkauft. Die Städte Duisburg und Essen konnten für die Finanzierung von Schulen gewonnen werden. Das Bistum rechnet auch in den nächsten Jahren mit deutlich weniger Kirchensteuereinnahmen, daher werden mehr Maßnahmen zum Sparen erarbeitet.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung des Bistums Essen
Sendung: WDR 2 Rhein/Ruhr, Lokalzeit, 29.01.2026, 11.31 Uhr