Düsseldorferin unterrichtet mit 82 noch Yoga

WDR 10.06.2026 02:31 Min. Verfügbar bis 10.06.2028

Fit im Alter Düsseldorferin schafft mit 82 Jahren noch einen Spagat

Stand:

Kunie Baba unterrichtet Yoga am Tanzhaus NRW - und das mit 82 Jahren. Spagat, Kopfstand, mit der Nase auf die Knie - gar kein Problem für die Düsseldorferin. Wie hat sie es geschafft, so fit zu bleiben?

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Annika Müller

Scheinbar mühelos gleitet Kunie Baba in den Spagat, reckt elegant ihre Hände nach oben. Ohne Probleme beugt sie sich dann noch mit ihrer Nase bis hinunter auf ihr Knie. "Ich habe mich einfach immer gerne bewegt", sagt die Düsseldorferin. Das ist heute immer noch so - mit 82 Jahren unterrichtet sie am Tanzhaus NRW Power-Yoga, nimmt Ballettunterricht und macht auch zuhause noch jeden Tag Sportübungen.

Yogalehrerin Kunie Baba gibt in einem Kursraum Yogaunterricht. Es sind auch weitere Frauen zu sehen, die mitmachen.

Blick in die Yogastunde von Kunie Baba

Kunie Baba hat schon als junges Mädchen in ihrer Heimat Japan angefangen, Ballett zu tanzen. Später tanzte sie am Kyoto Ballett und war auch als Schauspielerin erfolgreich. Doch vor rund 50 Jahren entschied sie sich ihrem Mann zuliebe, der hier eine Firma gekauft hatte, für den Umzug nach Düsseldorf. Heute nennt sie sowohl Japan als auch Düsseldorf ihre Heimat.

Yogalehrerinnen-Ausbildung mit 60

Babas Leben ist geprägt durch Neuanfänge und durch Sprünge ins Ungewisse. Ihr Motto ist: "Immer nach vorne denken." Und so hat sie sich noch mit 60 Jahren dazu entschlossen, eine Ausbildung zur Yogalehrerin anzufangen. Der Sport ist zu ihrer großen Leidenschaft geworden: "Yoga hilft, die innere Ruhe zu finden." Und die Fortschritte ihrer Schülerinnen und Schüler zu sehen, das sei ihre Motivation: "Das bringt mir Freude."

Kunie Baba - noch deutlich jünger - auf einem alten Schwarz-Weiß-Foto

Baba auf einem alten Schwarz-Weiß-Foto

Seit 2010 unterrichtet Baba zweimal wöchentlich Power-Yoga am Tanzhaus NRW in Düsseldorf, dazu gibt sie auch noch Privatunterricht. Zum Tanzhaus hat sie damals ihr Sohn Takao gebracht, er ist Choreograph und hatte dort ein Projekt laufen.

Seine Frau, die Schauspielerin Friederike Linke, besucht auch regelmäßig den Yoga-Unterricht ihrer Schwiegermutter: "Das sie in dem Alter noch so agil ist, finde ich total besonders", sagt Linke. Baba sei ein absolutes Vorbild für sie. Das sagt auch Rika Saito, die Kunie Babas Kurs seit dem Beginn im Jahr 2010 besucht. "Ich möchte auch so lange Yoga machen und gesund und hübsch bleiben."

Yogalehrerin Kunie Baba macht einen Spagat

Yogalehrerin Kunie Baba kümmert sich auch mit 82 Jahren noch um ihre Fitness

Dass es nie zu spät dafür ist, dieses Ziel zu verfolgen, zeigt auch ein Privatschüler von Kunie Baba. Als sie anfing, ihn zu unterrichten, war er 79 Jahre alt und konnte nicht auf dem Boden sitzen. "Aber jetzt, drei Jahre später, kann er auf dem Boden sitzen, im Spagat, sich zur Seite lehnen. Ganz toll", erzählt Baba stolz.

Nie zu spät für Fitness

Es ist nie zu spät - das sagt nicht nur Kunie Baba. Auch Fitnessprofessor Stephan Geisler betont: "Man kann jederzeit mit Muskeltraining anfangen." Geisler ist promovierter Sportwissenschaftler und Professor für Fitness und Gesundheit an der IST-Hochschule in Düsseldorf.

Stephan Geisler, Fitnessprofessor an der IST-Hochschule, in einem Porträt.

Stephan Geisler, Fitnessprofessor an der IST-Hochschule

Krafttraining werde gerade im Alter immer wichtiger. Denn schon ab dem 30. Lebensjahr setzt der altersbedingte Muskelabbau ein. "Ab 60 aufwärts geht es dann wirklich rapide bergab mit der Muskulatur", sagt der Fitnessexperte. "Deshalb sollte sich eigentlich jeder, der in Rente geht, auch direkt im Fitnessclub anmelden oder auf eine andere Weise Muskeltraining betreiben." Besser wäre es natürlich schon vorher. Denn Krafttraining kann einer Vielzahl von Erkrankungen vorbeugen wie etwa Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aber wieviel Sport ist genug und muss es das klassische Krafttraining sein? Geisler sagt prinzipiell: "Jede Bewegung zählt." Wer also nicht in das Fitnessstudio gehen möchte, der muss das auch nicht, um gesund und fit zu bleiben. Auch Yoga, wie in Kunie Babas Fall, andere Fitnesskurse, Kniebeugen im Wohnzimmer und Alltagbewegung helfen. "Der Muskel sieht ja nicht, ob er gerade eine Hantel bewegt oder bei der Gartenarbeit hilft, einen Baumstumpf abzusägen. Das ist dem Muskel völlig egal."

Jeden Tag 50 Kniebeugen

Kunie Baba, eine Frau mit langen grauen Haaren, reckt elegant ihre Arme an der Seite nach oben.

Kunie Baba macht nicht nur Yoga, sie tanzt auch Ballett

Kunie Baba hat sich für Yoga entschieden. Jeden Abend rollt sie dafür ihre Matte aus. Sie besucht im Tanzhaus aber auch regelmäßig einen Ballettkurs. Doch damit nicht genug: "Ich mache jeden Tag 50 Squats oder eine andere Übung. Jeden Tag, immer noch." So bleibt Kunie Baba fit, ausgeglichen und glücklich. Und das möchte sie auch noch lange bleiben. Ans Aufhören denkt sie noch nicht: "Mein Ziel ist es, noch bis über 90 weiterzumachen."

Unsere Quellen

  • Interview mit Kunie Baba
  • Interview mit Stephan Geisler
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Düsseldorferin unterrichtet mit 82 noch Yoga, 10.06.2026, 17:17 Uhr

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