Nach Russland-Klage: Solidarität für Düsseldorfer Wagenbauer Tilly

WDR aktuell 21.12.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 21.12.2027 WDR

Nach Russland-Klage: Solidarität für Düsseldorfer Wagenbauer Tilly

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Nachdem ein russisches Gericht am Freitag ein Strafverfahren wegen Putin-kritischer Karnevalswagen gegen Tilly eingeleitet hatte, sicherten am Sonntag Vereine, Verbände und Politiker dem bekannten Wagenbauer ihre Unterstützung zu.

Von Piet Keusen
Karnevalswagen mit dem Gesicht von Putin

Karnevalswagen mit dem Gesicht von Putin

Zur Solidaritätsbekundung sind heute Vertreter aus Politik und von Karnevals- und Schützenvereinen gekommen, darunter NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU), Lothar Hörnig, der Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval, Bundestagsabgeordneter Johannes Winkel (CDU), Thorsten Jansen aus dem Vorstand der Düsseldorfer Schützen und Jan Haller aus dem Vorstand der Düsseldorfer Jonges.

Tilly nennt Prozess "eine Farce"

Am 24. Dezember um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll Tilly vor einem Moskauer Gericht der Prozess gemacht werden. Er selbst hat darüber nur auf Umwegen erfahren: "Es war eine große Überraschung, Putin-kritische Freunde aus Russland haben mich angerufen. Bis heute habe ich keinen Brief oder eine Information bekommen. Rechtstaatlich ist das eine Farce."

Ich bin überrascht, dass ein terroristischer Folterstaat den rheinischen Humor so ins Visier nimmt. Jacques Tilly

Am 24. Dezember hofft Tilly, dass er von Freunden aus Russland eine Information bekommt, was beim Prozess passiert. "Als Strafmaß stehen bis zu 15 Jahre Haft im Raum, weil ich die Armee verunglimpft haben soll. Das habe ich allerdings nie gemacht, immer nur den obersten Russen von dem alles abhängt. Also Putin."

Putin - "eine ziemliche Mimose"

Jacques Tilly und zwei Unterstützer

Solidarität für Jacques Tilly und seine Arbeit

Europaminister Liminski steht hinter der Narrenfreiheit: "Wir wussten bisher schon, dass Putin ein Kriegstreiber und Diktator ist. Mit diesem Scheinprozess zeigt er, dass er offenkundig eine ziemliche Mimose ist und nicht einmal einen guten Witz über sich selbst aushalten kann."

Die Düsseldorfer Karnevalisten wollen weitere Schritte nach Weihnachten beraten. CC-Präsident Lothar Hörnig: "Entweder verpufft das. Oder eben nicht. Sollte das mehr werden, planen wir eine Demo, um Solidarität mit Jacques Tilly zu zeigen."

Tilly erinnert an Narrenfreiheit

Der Künstler selbst fühlt sich in Deutschland sicher vor der russischen Strafverfolgung und in seinem Tun bestätigt: "Wir machen unsere Arbeit wie immer. Die Narrenfreiheit wurde erfunden, um der Obrigkeit einmal im Jahr ungestraft die Meinung zu geigen. Das ist unser Job und den machen wir jetzt erst Recht."

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort 
  • Wagenbauer Jacques Tilly
  • NRW-Europaminister Nathanael Liminski

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 21.12.2025, 12:45 Uhr​

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