Die Zahlen gab Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei einer Veranstaltung des Clubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten bekannt. 250.000 Bewerbungen seien 2025 allein in Deutschland eingegangen. Laut Papperger klingeln sogar Leute bei ihm zu Hause und sagen, dass sie bei Rheinmetall arbeiten wollen. Derzeit hat der Konzern etwa 44.000 Beschäftigte.
Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit 40 Prozent Wachstum. Den erwarteten Umsatz bezifferte der Chef des Düsseldorfer Rüstungskonzerns auf 14 bis 15 Milliarden Euro. 65 Prozent der Waren würden exportiert - vor allem in andere Nato-Staaten.
Vergleich mit Autoindustrie
Das Unternehmen habe in etwa 11.500 deutsche Zulieferer, rund 4.500 davon stammten aus der Automobilindustrie. Wenn Rheinmetall bis 2030 auf bis zu 70.000 Beschäftigte angewachsen sei und etwa 210.000 weitere Menschen der Lieferkette zuzurechnen seien, dann entspräche das einem Drittel der gesamten Autoindustrie, sagte Papperger.
Erst zwischen 2035 und 2040 wird der Zenit überschritten
Erst zwischen 2035 und 2040 rechnet er mit einem Abflauen der bislang stark steigenden Umsätze und Aufträge. Sofern es keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gebe, werde dann der Zenit überschritten, sagte Pappberger. Seien die Rüstungsvorhaben abgearbeitet und funktioniere die Abschreckung wie geplant, werde es zu Überkapazitäten kommen.
Dann seien die Regierungen gefragt. Bereits jetzt gebe es Gespräche mit Ministerien, was es bedeute, eine Kriegsreserve aufzubauen "in Jahren, wo wir das alles nicht mehr so brauchen". Aus Pappergers Sicht sollte es dann eine sogenannte Vorhalte-Charter wie in den 1950er und 1960er Jahren beim Aufbau der Bundeswehr geben. Das heißt: Der Staat beteiligt sich an den Fixkosten.
Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut
Bei Militärlastwagen habe Rheinmetall die Produktionskapazitäten inzwischen von 600 auf 4.500 im Jahr erhöht, bei der Mittelkalibermunition von etwa 800.000 auf mehr als 4 Millionen Schuss und bei der Artillerie von 70.000 auf 1,1 Millionen Schuss. Bei konventioneller Munition verfüge Deutschland inzwischen über mehr Produktionskapazitäten als die USA, sagte Papperger.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, Rüstungskonzern Rheinmetall wird mit Bewerbungen überschüttet, 24.04.2026, 15.15 Uhr