Paradiesstrand Düsseldorf

Der Paradiesstrand in Düsseldorf ist im Sommer ein beliebtes Ausflusgziel

Nach Vorfall: So stehen die Düsseldorfer zum Badeverbot im Rhein

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Am Mittwochabend wurde ein sechsjähriger Junge bei Düsseldorf im Rhein von der Strömung erfasst. Am Tag danach zeigten sich die Menschen betroffen. Am Freitag (04.07.25) wurde er in Duisburg tot aus dem Rhein geborgen.

Von Joel Bamiselu

Leise plätschern kleine Wellen an das Ufer des Paradiesstrandes in Düsseldorf. Feiner Sand unter den Füßen sorgt für Urlaubsgefühle. Die Sonne lässt das Wasser glitzern.

Christine Hoffmann sonnt sich am Paradiesstrand

Christine Hoffmann sonnt sich am Paradiesstrand

Christine Hoffmann aus Krefeld ist extra nach Düsseldorf gekommen, um hier am Strand ihren freien Tag zu verbringen. "Es ist herrlich hier. Schön ruhig, angenehmes Wetter. Fast wie Urlaub.“ Mit Kühltasche und einem Handtuch hat sie es sich im Sand gemütlich gemacht.

6-Jähriger von Strömung erfasst

Doch die Idylle trügt: Am Mittwochabend ist wieder ein Mensch im Rhein von der Strömung mitgerissen worden. Dieses Mal ein 6-jähriger Junge. Nur wenige Kilometer vom Paradiesstrand entfernt. Am Freitag (04.07.25) wurde das Kind tot aus dem Rhein bei Duisburg geborgen.

Immer wieder kühlen sich Menschen im Rhein ab

Die Nachricht von dem Jungen macht Christine Hoffmann sehr betroffen: "Traurig, ganz schrecklich ist das. Sollte man wirklich auch nicht machen, im Rhein schwimmen gehen. Man kann mit den Füßen ein bisschen rein, aber nicht richtig schwimmen gehen. Würde ich gar keinem empfehlen. Man kann die Atmosphäre hier genießen, das reicht.“

Ein paar Meter weiter sitzt Wojtek Motowski. Der 62-Jährige kommt seit über 25 Jahren an den Paradiesstrand. Er hat heute einen Platz fast am Wasser ergattert. Motowski kommt gerne hierher, auch um sich zu erfrischen.

Wojtek Motowski am Paradiesstrand in Düsseldorf

Wojtek Motowski am Paradiesstrand in Düsseldorf

"Ich gehe so bis zum Bauchnabel rein. Nicht tiefer. Das geht.“ Gleichzeitig warnt der 62-Jährige vor den Strömungen und Strudeln im Rhein, meint aber, dass er den Fluss gut genug kenne, um ein Stück ins Wasser gehen zu können.

Kein generelles Badeverbot im Rhein

Grundsätzlich ist das Schwimmen im Rhein nicht verboten. Die DLRG warnt aber eindringlich davor im Rhein baden oder zu schwimmen zu gehen. Unberechenbare und plötzliche Strömungen werden immer wieder, auch für geübte Schwimmer, zur Todesfalle.

Alleine in Düsseldorf musste die Feuerwehr in diesem Jahr bislang über 30 mal ausrücken, weil Menschen im Rhein waren. Für fünf von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Sie blieben verschwunden oder konnten nur noch tot geborgen werden.

Das halten die Düsseldorfer von einem Badeverbot

Auch am Paradiesstrand warnen große Hinweisschilder eindringlich davor ins Wasser zu gehen. Das scheint aber nicht zu reichen. Überlegungen zu einem generellen Badeverbot werden laut.

Warnhinwies Schwimmen im Rhein

Schilder weisen in verschiedenen Sprachen auf die Gefahren im Rhein hin

Keine schlechte Idee, findet Christine Hoffmann. "Ist nicht verkehrt. Man kann einfach nicht wissen wo da jetzt 'ne Strömung ist. Man wird mitgerissen und ist weg.“

Benedikt Kriwett ist heute zum ersten Mal hier. Ein Verbot hält er für wenig wirksam:"Ist halt auch immer die Frage wie man das durchsetzen will. Das ist ja auch ne ziemlich große Fläche, die man dann abdecken muss. An die Eigenverantwortung appellieren und die Warnung rauszugeben wird da auf lange Sicht wahrscheinlich mehr bringen.“

Für Menschen, die Warnungen ignorieren hat er kein Verständnis. Für ihn ist völlig klar: In den Rhein würde er selbst niemals gehen, egal wie heiß es ist.

Vermisster 6-Jähriger tot aus dem Rhein geborgen

WDR Studios NRW 04.07.2025 00:34 Min. Verfügbar bis 04.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen WDR-Reporter vor Ort
  • Feuerwehr Düsseldorf
  • Polizei Düsseldorf
  • DLRG

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