Düsseldorf - Kunstakademie

Nach umstrittenem Event: Harte Kritik an Kunstakademie im Landtag

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Eine Veranstaltung an der Kunstakademie mit einer umstrittenen Künstlerin schlägt hohe Wellen. Im Landtag hat sich die Rektorin erklärt.

Die Düsseldorfer Kunstakademie steht nach ihrer Veranstaltung mit einer umstrittenen Künstlerin im Januar unter Druck. In einer Sondersitzung des Kulturausschusses im NRW-Landtag stand Rektorin Donatella Fioretti am Mittwoch Rede und Antwort. Der Kunstakademie sei es nicht gelungen, "schnell und transparent zu kommunizieren", das müsse sie zugeben, gab Donatella Fioretti zu.

NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU) gab außerdem einen Bericht aus Sicht des Landes ab. Eine Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hatte bei der Stadt und jüdischen Organisationen viel Kritik ausgelöst - vor allem wegen der antisemitischen Positionen al-Sharifs. Auch im Kulturausschuss wurde Fioretti dafür hart kritisiert.

Kritiker: Keinen Raum für antisemitische Positionen

Die Künstlerin hatte sich in mehreren Social-Media-Posts antisraelisch und antisemitisch geäußert. Unter anderem sprach sie vom "Blutdurst" u.a. Israels, von "Israel als zionistischem Gebilde", teilte Boykott-Aufrufe gegen Israel oder das rote Dreieck, das als Hamas-Symbol gilt.

Viele Menschen stehen im dunklen auf der Straße mit Schildern

Demonstration gegen das Event vor der Kunstakademie

Die Stadt Düsseldorf sowie zahlreiche jüdische Organisationen forderten deshalb, die Veranstaltung abzusagen. Und im Nachgang des trotz aller Kritik umgesetzten Events den Rücktritt der Rektorin. Die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf ist entsetzt darüber, dass die Akademie als staatlich finanzierte Hochschule jemandem eine Plattform biete, der das Existenzrecht Israels in Frage stelle.

Rektorin rechtfertigt sich mit Kunstfreiheit

Architektin Donatella Fioretti

Akademie-Rektorin Donatella Fioretti lehnt einen Rücktritt ab

Rektorin Fioretti verteidigt nach langem öffentlichen Schweigen die Entscheidung und verweist auf zahlreiche Unterstützung innerhalb und außerhalb der Akademie: "Uns haben zahlreiche unterstützende E-Mails erreicht, darunter viele von jüdischen Verfasser:innen sowie von Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Kulturschaffenden, die eine Berücksichtigung palästinensischer Positionen befürworten."

Schon vor der Veranstaltung hatte die Akademieleitung die Veranstaltung mit dem Verweis auf die Wissenschafts- und Kunstfreiheit verteidigt: "Die Freiheit der Kunst setzt einen freien Diskurs über das Werk voraus. Als Kunstakademie Düsseldorf ermöglichen wir deshalb studentischen Initiativen, durch eigene Veranstaltungen einen Diskursraum zu eröffnen. Dies gilt auch, wenn es um kontroverse Themen geht."

Die palästinensische Künstlerin sei ausschließlich wegen ihrer künstlerischen Arbeit eingeladen worden, die schon mehrfach ausgezeichnet worden sei, heißt es weiter. Die Akademieleitung sieht bisher keinen Anlass, von ihrem Amt zurückzutreten.

Petition für Rücktritt, offener Brief dagegen

Die beiden Sichtweisen scheinen sich derzeit unversöhnlich gegenüberzustehen: Eine Petition, die den Rücktritt der Akademie-Rektorin fordert, haben knapp tausend Menschen unterschrieben, unter anderem mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) als Erstunterzeichner. Auch das NRW-Kulturministerium zeigt sich ungewöhnlich offen verständnislos über das Vorgehen der Kunstakademie.

Im Gegenzug wurde am Montag ein offener Brief öffentlich, in dem sich mehr als 1.100 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Künstler und Künstlerinnen aus ganz Europa hinter die Akademie stellen und eine politische Einflussnahme auf Hochschulautonomie und Kunstfreiheit befürchten.

Landtagsfraktionen wollen Dialog anstoßen

Mit der Sondersitzung am Mittwoch wollen die Landtagsfraktionen unter anderem den Dialog zwischen der Kunstakademie und ihren Kritikern wieder anstoßen, betont Frank Jablonski, kulturpolitischer Sprecher der Grünen.

Antisemitismusbeauftragter Wolfgang Rolshoven

Antisemitismusbeauftragter Wolfgang Rolshoven

Er und auch die Vertreter der anderen Fraktionen sehen das bisherige Verhalten der Kunstakademie kritisch und mahnen bei der Leitung mehr Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein an. Für den städtischen Antisemitismusbeauftragten Wolfgang Rolshoven ist mit der Veranstaltung aber schon jetzt ein "irreparabler Schaden zwischen der Stadt und der Kunstakademie" entstanden.

Streit um Düsseldorfer Kunstakademie

WDR 5 Westblick - aktuell 18.03.2026 04:08 Min. Verfügbar bis 18.03.2027 WDR 5

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Unsere Quellen:

  • Jüdische Gemeinde Düsseldorf
  • Kunstakademie Düsseldorf
  • Antisemitismusbeauftragter der Stadt Düsseldorf, Wolfgang Rolshoven
  • Petition für die Rücktritt der Akademie-Rektorin Donatella Fioretti
  • Offener Brief der Allianz für Kritische und Solidarische Wissenschaft
  • Fraktionen im NRW-Landtag

Sendung: WDR 5 Westblick, Streit um Düsseldorfer Kunstakademie, 18.03.26, 17:05 Uhr

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