"Der Unfall ist immer noch jede Woche im Kopf präsent", erzählt Kirmesarchitekt Sven Gerling mit Blick auf den Unfall beim großen Rheinkirmes-Feuerwerk vergangenen Sommer im exklusiven WDR-Gespräch. Ein querfliegender Feuerwerkskörper war in die Zuschauermenge auf der Rheinkniebrücke geflogen.
Wenige Wochen vor dem Start der diesjährigen Kirmes erläutert Gerling, wie er und die verantwortlichen Pyrotechniker das Feuerwerk in diesem Jahr für die Zuschauer sicherer machen wollen. Bei einer Mitgliederbefragung hatten sich die veranstaltenden St. Sebastianus-Schützen mit mehr als 80 Prozent dafür ausgesprochen, am großen Feuerwerk festzuhalten.
Container und Sand sollen Querschläger verhindern
Das Feuerwerk wird wieder an gleicher Stelle am Rheinufer gezündet, allerdings wird der Aufbau sichtbar anders aussehen. "Wir werden mehrere schwere Container mit drei Meter hohen Wänden aufstellen, in denen die Abschussrampen aufgebaut werden", erklärt Gerling.
Kirmesarchitekt Sven Gerling
Dadurch sollen mögliche Querschläger gar nicht erst Menschen in Gefahr bringen können. Zusätzlich sollen die Rampen mit mehreren Kubikmetern Sand in den Containern stabilisiert werden, damit sie nicht verschoben werden oder umkippen können, wie beim Unfall im Vorjahr.
Abfanggitter bei zu hohem Wasserstand
Der Feuerwerksaufbau ist immer auch abhängig vom Wasserstand des Rheins. Sollte der zu hoch sein und die schweren Transporter dadurch die Container nicht an die passende Stelle bringen können, würden laut Gerling stattdessen Absperrgitter mit Fangmatten rund um das Feuerwerk aufgebaut. Das soll in der Woche vor dem Feuerwerkstermin am 24. Juli final entschieden werden.
Zuschauer sollen besser vor Querschlägern geschützt werden
"Wir vermuten, dass das Feuerwerk durch die Container etwas lauter werden wird", schätzt Gerling. Alle Sicherheitsabstände, sowohl zur Kirmes als auch zum anderen Rheinufer, würden mit ausreichend Puffer eingehalten. Sollte der Rhein so viel Wasser führen, dass die Abschussrampen näher als Kirmesgelände rücken müssten, würde man auf großkalibriges Feuerwerk verzichten.
"Rettungsketten haben gut funktioniert"
Mehr Rettungskräfte sind für den Abend des Feuerwerks bisher nicht vorgesehen. "Der Unfall im letzten Jahr hat gezeigt, dass die Reaktionsketten mit Feuerwehr, Polizei und dem Rettungsdienst sehr gut funktioniert haben", betont Gerling.
Nach dem Unfall im Vorjahr waren viele Rettungskräfte schnell vor Ort
Drohnenshow erstmals unter der Woche
Um den Andrang etwas zu entzerren, kommen die Kirmes-Verantwortlichen in diesem Jahr einem Wunsch der städtischen Behörden nach und veranstalten die erste Drohnenshow am Dienstag - anstatt wie bei der Premiere im Vorjahr am Samstag.
Die Drohnenshow feierte im Vorjahr Premiere auf der Rheinkirmes
In diesem Jahr soll sie noch ein wenig größer ausfallen: Rund 200 Drohnen mehr sollen zum Einsatz kommen, insgesamt dann etwa 1.200.
"Der Samstag war auch ungünstig für das Schützenfest, weil viele Kompanien da eigentlich auf der anderen Rheinseite unterwegs sind und nicht auf der Kirmes", sagt Gerling. Nun soll die Drohnenshow das Ausschießen des neuen Schützenkönigs krönen, der üblicherweise am Dienstagabend auf der Rheinkirmes ermittelt wird.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Kirmesarchitekt Sven Gerling
Sendung: WDR.de, Container und Sand für Rheinkirmes- Feuerwerk, 10.06.2026, 05:00 Uhr
