Kameras

Klein, grau, viereckig: Radarsensoren neben den Kameras beim Testlauf in Mönchengladbach

Überwachung in Düsseldorf Polizei plant KI-Test in der Altstadt

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Schläge, Tritte, Pöbeleien - Alltag für die Polizei in der Düsseldorfer Altstadt. Jetzt soll KI bei der Überwachung helfen.

Stundenlang passiert nichts, dann eskaliert ein Streit, die Fäuste fliegen und die Polizei muss sofort reagieren - Alltag in der Düsseldorfer Altstadt. Die herkömmliche Videoüberwachung verlangt von den Polizisten permanente Konzentration. Künstliche Intelligenz in Verbindung mit Radarsensoren könnte ihnen künftig helfen.

Georg Lehnen ist bei der Polizei für das Projekt KIRaPol zuständig. Das Wort setzt sich aus Künstlicher Intelligenz, Radar und Polizei zusammen. Das Projekt läuft seit einigen Jahren, beteiligt ist die Hochschule Niederrhein. Lehnen leitet es auf Seiten der Polizei und ist von der Technik überzeugt.

Weil die Radartechnologie im Verhältnis zu den herkömmlichen Videotechnologien in manchen Belangen überlegen ist. Georg Lehnen, Projektleiter der Polizei

In Düsseldorf will die Polizei die KI-gestützte Radarüberwachung testen. Sie könnte unter anderem in der Altstadt oder bei großen Veranstaltungen, wie dem Japantag oder rund um Karneval, zum Einsatz kommen. Allerdings erstmal nur zur Probe.

Mit KI und Radar gegen Gewalt - wie funktioniert das?

Am Mönchengladbacher Hauptbahnhof wurde das System schon 2024 getestet. Die kleinen, grauen Radarsensoren hängen direkt neben der Kamera. Anstelle von Videoaufnahmen erzeugen sie bunte Pixelbilder, ähnlich einer Wärmebildkamera.

Ein Laptop-Bildschirm

Die Szene auf dem linken Bild wird rechts dargestellt. Die roten Punkte zeigen die schnelle Trittbewegung.

Darauf kann eine KI Bewegungsmuster erkennen, die auf Konflikte hindeuten: schnelle Bewegungen wie Schläge, Tritte oder wenn jemand stürzt. Solche Situationen zeigt sie als rote Pixel. Die KI soll dann Alarm schlagen, so dass die Polizisten die Situation selbst bewerten können. Die Entscheidung über einen Einsatz fälle dann immer der Mensch, erklärt Lehnen.

Vorteile des Radars gegenüber Videoüberwachung

Radar ist aus mehreren Gründen eine gute Alternative zu Video, erklären die Gesprächspartner der Polizei und der beteiligten Hochschule Niederrhein. Es wird beispielsweise nicht durch schlechte Lichtverhältnisse oder das Wetter beeinträchtigt und der überwachte Bereich sei größer als bei Kameras. Der größte Vorteil ist allerdings der Datenschutz, erklärt Lehnen.

Mit der Radartechnologie greifen wir nicht in die Grundrechte von Bürgerinnen und Bürgern ein, weil schlichtweg keine Personen erkannt werden können. Georg Lehnen, Projektleiter der Polizei

Neues Testgebiet Düsseldorfer Altstadt

Der erste Projektversuch 2024 am Hauptbahnhof in Mönchengladbach war erfolgreich. Das System hat mehr als 90 Prozent der Bewegungen richtig erkannt. Um es zu perfektionieren, müsse die KI mit noch mehr Daten gefüttert werden, betont Hans-Günther Hirsch, der Projektleiter von der Hochschule Niederrhein.

Polizisten in der Düsseldorfer Altstadt

Polizisten in der Düsseldorfer Altstadt

In Mönchengladbach sei getestet worden, ob die Technik überhaupt funktioniert. Jetzt, beim nächsten Schritt, ginge es darum, sie in die Polizeiarbeit zu integrieren - dazu soll der Test in der Düsseldorfer Altstadt dienen. Wann das KI-Auge in der Landeshauptstadt zum Einsatz kommt, sei laut Georg Lehnen aber noch nicht ganz klar.

Polizei plant KI-Test in der Altstadt

WDR Studios NRW 24.04.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 23.04.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Georg Lehnen von der Polizei
  • Gespräch mit Hans-Günther Hirsch von der Hochschule Niederrhein
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de "KI-gestützte Radarüberwachung: Düsseldorfer Polizei plant Test in der Altstadt", 24.04.26, 6:02 Uhr

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