Die Stadt Düsseldorf will mehr Platz für muslimische und jüdische Gräber in der Stadt schaffen. Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen hat am Montagnachmittag die Planungen dafür auf den Weg gebracht.
Konkret geht es um die Erweiterung des bestehenden muslimischen Gräberfelds auf dem Friedhof im Stadtteil Itter. Die Kosten dafür werden auf knapp drei Millionen Euro geschätzt. Nebenan soll ein neuer jüdischer Friedhof entstehen.
Zahl der muslimischen Beisetzungen gestiegen
In den 2010er-Jahren ist die Zahl der muslimischen Beisetzungen laut Stadt kontinuierlich von rund 30 auf 80 Beerdigungen pro Jahr gestiegen. Im Corona-Jahr 2020 wurden sogar 132 muslimische Beisetzungen in Düsseldorf durchgeführt, auch weil Angehörige die Verstorbenen wegen der Pandemie nicht in ihre Heimatländer überführen konnten.
Seit Mitte der 1960er-Jahre sind muslimische Bestattungen auf dem Friedhof Itter möglich, bis 2018 wurden dort rund 300 Grabstellen angelegt. Die Flächen sind voraussichtlich bis Mitte dieses Jahres ausgeschöpft. "Der Bedarf steigt kontinuierlich", erläuterte der Beigeordnete Jochen Kral. Dem wolle man mit der Erweiterung Rechnung tragen.
Jüdischer Friedhof neben muslimischen Gräbern
Das muslimische Gräberfeld soll um rund 1400 Grabstellen erweitert werden, Baubeginn soll 2029 sein. Für die Übergangszeit sollen Muslimen kleinere Restflächen auf dem Südfriedhof und anderen städtischen Friedhöfen angeboten werden.
Angrenzend an die heutigen Flächen des Itterer Friedhofs will die Stadt der Jüdischen Gemeinde Flächen verkaufen, so dass diese dann einen jüdischen Friedhof in Eigenregie und auf eigene Kosten errichten und betreiben kann. Die bisherigen Flächen für jüdische Beisetzungen auf dem Nordfriedhof kommen ebenfalls langsam an ihre Grenzen.
Düsseldorf plant mehr Platz für muslimische und jüdische Gräber
00:35 Min.. Verfügbar bis 16.06.2027.
Religiöse Vorgaben erschweren Flächensuche
Auf der Suche nach weiteren Flächen gilt es religiöse Besonderheiten zu beachten: Für jüdische wie muslimische Gräber gilt eine sogenannte Ewigkeitsklausel, das heißt, diese Gräber dürfen nicht neu belegt werden. Außerdem sollen Beisetzungen nur auf zuvor unberührtem Boden stattfinden.
Die geplante Erweiterung für muslimische Beisetzungen reicht laut Stadt für ca. 17 Jahre, sollten die aktuellen Beerdigungszahlen konstant bleiben. Danach gebe es jedoch keine unberührten Flächen im Stadtgebiet mehr.
Die Stadt mahnt deshalb in ihrer Vorlage, sich rechtzeitig Gedanken über die Zeit danach zu machen: "Vor diesem Hintergrund sind die Religionsgemeinschaften langfristig gefordert, Wege und Konzepte durch Wiederbelegungen in bereits berührtem Boden zu finden und so die etablierten Standorte fortzuführen."
Unsere Quellen:
- Stadt Düsseldorf