Das Wichtigste in Kürze
- Uber, Bolt und Co fürchten, dass Fahrten in Dortmund 45% teurer würden
- Taxifahrer verweisen darauf, dass sie im Gegensatz zu Mietwagen jeden befördern müssen
- Die Stadt will eine Erhöhung der Taxipreise beschließen. Mietwagen sollen dieselben Tarife nehmen
Etwa 100 Uber-Autos stehen auf dem Friedensplatz in der Dortmunder Innenstadt. Direkt vor dem Rathaus. Hier soll in rund zwei Wochen etwas beschlossen werden, das die Fahrer ärgert: Der Rat der Stadt will Mindestpreise für Uber, Bolt und ähnliche Unternehmen einführen. Die Anbieter sollen dann genauso viel Geld nehmen wie die Taxis.
Fahrten 45 Prozent teurer
"Eine Fahrt in Dortmund wird dann 45 Prozent teurer", rechnet Max Zombek vor, Sprecher des Verbandes "Wir fahren", in dem nach eigenen Angaben 2.000 Unternehmen mit 45.000 Fahrern organsiert sind. Menschen mit geringerem Einkommen würden durch diese Preiserhöhung von bezahlbarer Mobilität ausgeschlossen, argumentiuert der Verband.
"Taxifahrten werden in Dortmund teurer als in Rom, Madrid oder Stockholm" Bundesverband "wir fahren"
"Nach der geplanten Erhöhung wären Taxifahrten in Dortmund teurer als in Metropolen wie Rom, Madrid oder Stockholm", heißt es vom Verband. Fahrten würden damit zum Luxusgut. "Wir appellieren an Oberbürgermeister Kalouti, (...) Mobilität für die Menschen in Dortmund nicht künstlich zu verteuern."
Zwei Demos an einem Tag
Schon seit Wochen wird zwischen Uber-Fahrern und Taxifahrern mit harten Bandagen gekämpft. Spontan hatte gestern auch der Taxiverband zu einer Demo aufgerufen. So kommt es, dass zuerst morgens eine Kolonne demonstrierender Taxis durch Dortmund fährt und nur wenig später, ab 12 Uhr, die Kollegen mit ihren Uber-Autos ihre Demo-Runden durch die Stadt drehen.
"Die Politik soll nicht mit Gesetzlosen ins Bett gehen" Tahir Akbas, Sprecher der Dortmunder Taxifahrer, über Uber und Co
Tahir Akbas von der Dortmunder Taxi-Innung wirft Uber & Co vor, Dumpingpreise zu nehmen. Die Fahrer würden nur Niedriglöhne bekommen, von denen man nicht leben könne. Er warnt die Politik vor der Konkurrenz, die meist von amerikanischen Unternehmen gesteuert würde: "Die Politik soll nicht mit Gesetzlosen ins Bett gehen", sagt er im Gespräch mit dem WDR.
Er weist auf die angebliche Benachteiligung von Taxis hin: "Wir haben Pflichten", erklärt Akbas: "Wir dürfen keine Fahrten ablehnen. Wir müssen jeden befördern. Auch für kurze Strecken". Zudem würden Taxis eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen, indem sie Kranke zu Ärzte und Krankenhäusern fahren.
Dortmund will Preise für Taxis erhöhen
Die Stadt Dortmund will in der Ratssitzung gleich einen Doppel-Schlag beschließen, mit dem innerstädtische Fahrten erheblich teurer werden. Zum einen ist eine Erhöhung der Taxipreise geplant. Der Grundpreis steigt von 4,50 Euro auf 5,00 Euro. Der erste Kilometer kostet dann 2,80 Euro (+ 30 Cent), jeder weitere 2,20 Euro (+ 25 Cent).
Zum anderen sollen Uber, Bolt und Co genau diesselben Preise wie die Taxis nehmen. Jedenfalls wenn sie spontan wie ein Taxi gerufen werden und in der Stadt unterwegs sind. Das wollen die Uber-Fahrer unbedingt noch verhindern. Viel Unterstützung aus der Politik bekommen sie bisher allerdings nicht.
Taxis gegen Uber-Preise
WDR. 22.06.2026. 00:32 Min.. Verfügbar bis 21.06.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Max Zombek, "Wir fahren" - Bundesverband der Mietwagenfahrer
- Beobachtungen des WDR-Reporters bei der Uber-Demo
- Tahir Akbas, Geschäftsführer der Dortmunder Taxizentrale
- Vorlagen der Stadt Dortmund
Sendung: WDR.de, Taxis gegen Uber-Preise, 22.06.2026, 19 Uhr