Übung der Malteser in Dortmund

Knochenbrüche und Schlägereien

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Knochenbrüche, Schlägereien, Chaos: Wie und warum in Dortmund der Ausnahmezustand geübt wird.

Von
Christof Voigt

Eldyn liegt mit einem offen Armbruch auf der Straße. Der 17-Jährige ist mit Theaterblut geschminkt. Seine Verletzungen sehen echt übel aus: Aus seinem Arm ragt ein Stück Knochen. Die Autofahrerin, die den Jungen auf seinem Fahrrad überfahren hat, läuft laut schreiend um ihren Wagen. Ein Passant ruft den Rettungsdienst.

Jugendliche koordinieren Rettungseinsatz

Sascha Dietze simuliert bei der Übung einen Verletzten. | Bildquelle: WDR/Christof Voigt

Ein paar Minuten später kommen Krankentransport- und Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug der Malteser an. Der Nachwuchs des Rettungsdienstes übernimmt die Unfallaufnahme, zuerst müssen sich die Helfer um den Schwerverletzten kümmern. Dann starten sie mit der Versorgung, unter Anleitung erfahrener Rettungskräfte.

Nebenan liegt der Dortmunder Sascha Dietze eingeklemmt zwischen zwei Autos - Frontalzusammenstoß. Der ehrenamtliche Malteser spuckt Blut, eine Nebelmaschine unter einem der Wagen hüllt die Szene in dichten "Rauch". Zwei andere Darsteller simulieren eine Schlägerei, es sind die beiden Fahrer der Autos.

Übung der Malteser in Dortmund

WDR 21.06.2026 00:25 Min. Verfügbar bis 20.06.2028 WDR Online

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Polizei unterstützt Übung

Als die Malteser eintreffen, alarmieren sie sofort die Dortmunder Polizei. Die beteiligt sich an der Übung und ist Sekunden später mit zwei Streifenwagen vor Ort. Zwei Beamte rennen zur Schlägerei, bringen die Streithähne zu Boden. Die können sich ein Lachen nicht verkneifen.

Maik Odelga, Stadtjugendreferent der Dortmunder Malteser | Bildquelle: WDR/Christof Voigt

Maik Odelga, Stadtjugendreferent der Dortmunder Malteser, sagt, es sei wichtig, dass auch das Zusammenspiel mit der Polizei geübt werde. Der Mensch stehe im Mittelpunkt jeder Rettung und oft sei die beste Hilfe nur gemeinsam, also mit Feuerwehr und Polizei, zu leisten.

"Die Kids sollen lernen, dass die Polizei nichts Böses ist. Die ist für euch da und unterstützt euch, wenn ihr sie braucht." Maik Odelga, Stadtjugendreferent der Dortmunder Malteser

Und dann werde ich selbst Teil der Übung. Um gute Fotos zu schießen, hocke ich zwei Meter neben dem "schwerverletzten" Sascha Dietze und mache Aufnahmen von ihm. Das würde ich in einem realen Szenario natürlich niemals so machen. Einer der Polizisten kommt auf mich zu und hält sofort seine Hand vor meine Kameralinse. "Sofort aufhören", sagt er. Ich bin total verdutzt, dann verstehe ich: Er hält mich für einen Gaffer, also Gaffer-Darsteller. Und hat natürlich alles richtig gemacht. Jetzt müssen wir auch lachen.

Mona Kurek, ehrenamtliche Rettungssanitäterin der Malteser in Dortmund | Bildquelle: WDR/Christof Voigt

Ganz viel richtig haben auch die Jugendlichen der Dortmunder Malteser in den vergangenen 24 Stunden gemacht. Da, wo es noch hakt oder der Nachwuchs Fragen hat, ist heute Mona Kurek eine von vielen Erwachsenen, die die Einsätze begleiten. Die Kinderkrankenschwester und ehrenamtliche Malteser-Rettungssanitäterin leitet die Kids und Jugendlichen an.

"Es ist faszinierend, wie steil die Lernkurve bei den Jugendlichen ist." Mona Kurek, ehrenamtliche Rettungssanitäterin Malteser Dortmund

Wichtig sei, dass die Jugendlichen in solchen Übungen auch lernen, wie sie mit den Patienten sprechen. Das ist gerade bei schweren Verletzungen oft nicht einfach. Kurek hat eine der Rettungsgruppen 24 Stunden lang begleitet und zu jedem Einsatz Bewertungsbögen geschrieben. Die wird sie mit den Jugendlichen in den kommenden Wochen auswerten. Aber jetzt freuen sich alle erstmal auf eine Mütze Schlaf.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Interview mit Maik Odelga, Stadtjugendreferent der Dortmunder Malteser
  • Interview mit Mona Kurek, ehrenamtliche Rettungssanitäterin Malteser Dortmund

Sendung: WDR.de, "Übung der Maltester in Dortmund", 21.06.2026, 17.50 Uhr