Prozess-Auftakt in Hagen

Ehepaar hatte unterirdische Cannabis-Plantage

Stand:

Ein Ehepaar aus Gevelsberg hatte seinen Garten unterkellert, um Cannabis anzubauen. Ab heute steht das Paar vor Gericht.

Als die Polizei im März vergangenen Jahres ein Grundstück in Gevelsberg durchsuchte, staunte sie nicht schlecht. Ein Ehepaar (57 und 58 Jahre) hatte seinen Garten unterkellert, um in diesem Keller Cannabis anzubauen. Die Beamten stellten bei der Durchsuchung 500 Pflanzen und eine professionelle Belüftungs- und Bewässerungsanlage sicher.

Plantage im Keller unter dem Garten

Der Fall spielt in einer unauffälligen gutbürgerlichen Siedlung mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern am Mönnighofer Weg in Gevelsberg. "Der hat in seinem Garten immer was gemacht und rumgefummelt", sagte Nachbar Karl-Dieter Voß im März 2025 unserem WDR-Reporter. Voß wohnt im Haus gegenüber des Paares. Er habe gesehen, wie der Ehemann den Boden im Keller ausgetauscht habe. Aber Verdacht habe er nicht geschöpft, sagt Voß: "Er war immer freundlich".

Die Polizei kam der heute 57-jährigen Frau und ihrem 58-jährigen Ehemann durch einen anonymen Tipp auf die Spur. "Wir haben im Rahmen der ersten Ermittlungen geschaut, was hier für Bauveränderungen durchgeführt wurden", erzählte Polizeisprecher Christoph Neuhaus vor einem Jahr. Man habe erhebliche Bauveränderungen festgestellt: "Das war dann der Anstoß, hier zu durchsuchen."

Professionelle Belüftung, Beleuchtung und Bewässerung


Das Ehepaar habe zusätzlich Zugänge zum Keller gebaut, ein Brunnen diente möglicherweise der Entlüftung: "Es sind vollständige Räume unter dem Gartengrundstück gefunden worden", berichtete Neuhaus.

Professionelle Ausrüstung: Der Garten wurde extra unterkellert. | Bildquelle: WDR/Marc Sense

Die Polizei zerstörte die Pflanzen noch auf dem Grundstück des Paares. Der Cannabis-Konsum und der Anbau kleiner Mengen ist zwar inzwischen legalisiert, allerdings nicht in einer solchen Größenordnung. Die beiden Gevelsberger sind deshalb wegen "unerlaubten Handels mit Cannabis" angeklagt, sagt der Sprecher des Hagener Landgerichts Daniel Krabs.

Bis zu fünf Jahre Haft

Das Landgericht Hagen verhandelt ab Montag (22.06.). Insgesamt sind vier Prozesstage angesetzt. Unerlaubter Handel mit Cannabis kann mit einer Geldstrafe, aber auch mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren bestraft werden. Die Höhe der Strafe hängt von der Menge ab. Auch ob das Gras gewerbsmäßig gehandelt wurde, spielt beim Strafmaß eine Rolle.

Prozess zur Cannabis-Plantage in Hagen

WDR 19.06.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 18.06.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Daniel Krabs, Sprecher Landgericht Hagen
  • WDR-Gespräch mit Polizei Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Beobachtungen des WDR-Reporters bei der Durchsuchung des Grundstücks am 28.03.2025

Sendung: WDR.de, Prozess zur Cannabis-Plantage in Hagen, 22.06.2026, 5 Uhr