Seepferdchen-Schwimmabzeichen
Wenn Kinder schwimmen lernen, ist das Seepferdchen-Abzeichen ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg dorthin. Dieses Frühschwimmer-Abzeichen ist zwar noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen, doch ist diese Prüfung erst einmal geschafft, können die kleinen Schwimmschüler und Schwimmschülerinnen beispielsweise gleiten, mit geöffneten Augen tauchen, angstfrei springen sowie sich für mindestens 25 Meter schwimmend über Wasser halten.
Doch immer weniger Kinder machen diese Prüfung. Mit fatalen Folgen, die DLRG-Präsidentin Ute Vogt so beschreibt:
Wir gehen davon aus, dass fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen können. DLRG-Präsidentin Ute Vogt
4.000 Seepferdchen-Abzeichen weniger
53.660 Kinder erhielten 2025 bundesweit bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihr Seepferdchen, fast 4.000 weniger als im Jahr davor (57.472). Auch in NRW ist der Trend zu beobachten. Hier gab es 9.932 Seepferdchen-Abzeichen - 848 weniger als 2024.
Noch immer fehlen Bäder in NRW
DLRG-Präsidentin Ute Vogt
Ein wesentlicher Grund für die Zahlen: Noch immer fehlen Bäder, in denen Kinder schwimmen lernen können. Wir kommen bei der nötigen Modernisierung unserer Schwimmbadlandschaft und deren konsequenter Ausrichtung an die tatsächlichen Bedarfe bislang kaum voran, so DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Das wirkt sich nach DLRG-Einschätzung auch auf den Schwimmunterricht der Schulen aus, der zwar für Grundschulen vorgesehen sei, aber zu oft gestrichen werde. Neben Bädern in erreichbarer Nähe mangelt es immer wieder an qualifizierten Lehrkräften, die den Schwimmunterricht erteilen können. Dabei sei Schwimmen lebenswichtig, findet auch die Bundesbildungsministerin:
Schwimmen zu können, bedeutet weit mehr als nur eine Sportart zu beherrschen – es ist eine lebenswichtige Fähigkeit, die jedem Kind Sicherheit, Freude und Freiheit schenkt. Bildungsministerin Karin Prien
So können Eltern Kinder anleiten
Viele Eltern in NRW warten monatelang auf einen Schwimmkurs für ihr Kind. Eine WDR-Umfrage zeigt: Fast 90 Prozent aller Schwimmvereine sind ausgebucht, Wartezeiten von mehr als einem Jahr sind keine Seltenheit.
In einer WDR-Multimedia-Reportage zeigen wir Übungen im Video, mit denen Eltern Kinder aufs Schwimmenlernen vorbereiten — von der Wassergewöhnung bis zu ersten Schwimmbewegungen: