Menschen sollten im öffentlichen Leben nicht ausgeschlossen werden, wenn sie kein Internet oder keine Handys haben, oder es nicht immer nutzen wollen, so der Verein digitalcourage. In manchen Bereichen würden diese Menschen aber ausgeschlossen - beim Buchen von Arztterminen, beim Freibadbesuch, beim Busfahren. Der Zwang zum digitalen Leben greife immer mehr um sich. Viele Menschen fühlten sich inzwischen ausgeschlossen.
"Viele sagen, das sei nur ein Problem von Senioren. Das ist hanebüchen." Rena Tangens, Verein digitalcourage
Deshalb sammelt der Bielefelder Verein derzeit in einer Petition Unterschriften. Wer mitmachen möchte, kann dies unter anderem auf der Internetseite des Vereins tun. Mehr als 60.000 Menschen haben inzwischen unterschrieben.
75.000 Unterschriften sind das Ziel
Digitalcourage fordert, das Grundgesetz zu ändern. Niemand solle gezwungen werden, digitale Angebote nutzen zu müssen. "Viele sagen, dass nur Senioren nicht digital leben wollen. Das ist hanebüchen. Es gibt zum Beispiel junge Menschen, die eine Social Media-Sucht haben. Denen wird von Ärzten geraten, nicht immer ihr Handy bei sich zu haben. Wenn denen gesagt wird, sie können ihr Busticket nur digital kaufen, wäre es das Gleiche einem Alkoholiker zu raten, immer Schnaps bei sich zu haben", sagt Rena Tangens vom Bielefelder Verein.
Am 21. Mai soll die Petition im Bundestag übergeben werden. Bis dahin kann noch jeder unterschreiben.
Unsere Quellen:
- Digital Courage
Sendung: WDR.de, Digital Courage will Grundgesetz ändern: Niemand muss digital leben, 14.05.2026, 05.08 Uhr