Jürgen Frech präsentiert stolz sein Buch über die Krebserkrankung.
Welt-Leukämie-Tag : Herner hat den Blutkrebs besiegt und will Mut machen
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Jürgen Frech aus Herne hatte Leukämie, mit Mitte 60. Nach einem langen Kampf hat er den Blutkrebs besiegt und sogar ein Buch geschrieben. Damit möchte er Mut machen und Betroffenen helfen. Antworten auf wichtige Fragen zur Diagnose, Behandlung und Überlebenschancen bei Leukämie.
Es fing an mit Atemnot. Das Treppensteigen fiel schwer, Sport wurde unmöglich. Und das obwohl Frech immer sportlich war. So beschreibt der Mann aus Herne heute den Beginn seiner Leukämie-Erkrankung.
Im Fitnessstudio hatte ich bei manchen Übungen das Gefühl, dass es mir das Herz herausreißt. Jürgen Frech
Zunächst dachte er an Herzprobleme. Mehrere Untersuchungen brachten keine Ergebnisse, also kam es zu einer Knochenmarkpunktion. Das Ergebnis erschütterte Frech: Leukämie. Die Diagnose bekam er im Dezember 2023. Sie war ein Schock.
Neuen Lebensmut schöpfen
Emotional fällt der heute 68-Jährige in ein tiefes Loch, monatelang quält er sich mit einem möglicherweise nahenden Tod. Dann, im März 2024, entschließt er sich zu einer Stammzelltransplantation. Davor ist eine hochdosierte Chemotherapie notwendig. Eine harte Zeit, in der Frech wochenlang isoliert ist. Dann kommt die erfolgreiche Transplantation.
Seit dem Tag der Transplantation habe ich zweimal im Jahr Geburtstag. Jürgen Frech
Seinen Kampf von der Schock-Diagnose zurück ins Leben schreibt Jürgen Frech in einem Buch auf. Als langjähriger Pressesprecher des St. Josef-Hospital in Bochum mischt er sein medinzinisches Wissen mit seinen Erfahrungen als "normaler" Mensch. Es soll ein Mutmacher sein.
Früherkennung ist wichtig
Im Fall von jeglichen, ungewöhnlichen Symptomen rät Frech, immer direkt den Hausarzt aufzusuchen. Der kann schnell auffällige Veränderungen des Blutbilds feststellen und sofort alle notwendigen Schritte einleiten. Da sich Betroffene je nach Art der Leukämie bis kurz vor dem Ausbruch der Krankheit noch völlig gesund fühlen, fällt es bei dieser Art des Krebses oft schwer, die Erkrankung früh zu erkennen. Das liegt daran, dass sich der Krebs im gesamten Blutkreislauf des Körpers verteilt und sich nicht wie beispielsweise bei Darm- oder Brustkrebs Tumore bilden.
Leukämie verläuft sehr schnell. Anzeichen können lang anhaltende und häufige Erkältungen, also ein geschwächtes Immunsystem oder geschwollene Lymphknoten sein. Wer sich ungewöhnlich oft müde fühlt, schnell Atemnot bekommt, blass ist oder nach leichten Stößen schnell blaue Flecken bekommt, sollte ein Blutbild machen lassen. Entscheidend sei, in solchen Situationen nicht den Mut zu verlieren, sagt Jürgen Frech aus Herne.
Was tun bei einer Krebsdiagnose?
Ähnlich wie für Frech, ist eine Krebsdiagnose ein tiefer Einschnitt im Leben, eine regelrechte Zäsur. In Deutschland erleben das jährlich mehr als 13.000 Menschen, die an Leukämie erkanken. Bei der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V. gibt es verschiedene Beratungsangebote, auch für Angehörige und Vertraute.
Wichtig sei während der Behandlung ein vertrauensvoller Kontakt zum Hausarzt, sagt Frech. Und dann der Gang zu einem Onkologen. Die "OncoMap" der Deutschen Krebsgesellschaft hilft dabei, ein Krebszentrum in der Nähe zu finden.
Eine Krebsdiagnose ist meist eindeutig. Dennoch möchten sich manche über eine Zweitmeinung absolute Sicherheit verschaffen. Im Fall von Krebs bieten das viele Universitätskliniken an. Die Kosten für die zweite Diagnose übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse. Am sinnvollsten ist es, vorab bei der Kasse nachzufragen.
Immer mehr Behandlungserfolge
Bei der DKMS kann man sich als potentieller Stammzellenspender registrieren.
Je nachdem an welcher Form von Leukämie ein Mensch erkrankt, desto besser oder schlechter kann man erfolgreich behandelt werden. Oft ist auf Dauer eine Stammzellentransplantation die einzige Chance auf Heilung. Eines der weltweit führenden Zentren ist das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Die Ärzte dort haben beispielsweise große Erfolge bei der Behandlung einer besonders aggressiven Form der Leukämie erzielt, der Akuten Myeloischen Leukämie. Zudem setzt das UKD auf moderne Behandlungsansätze, wie genetisch angepasste Zelltherapien.
Jürgen Frech aus Herne hat Leukämie überlebt und fühlt sich gesund. Das hängt allerdings, wie er selbst sagt, nicht nur vom Überlebenswillen ab, sondern auch von Glück. Dank der intensiven Forschung überleben vier von fünf Erwachsenen den Krebs, bei Kindern sind es neun von zehn.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Jürgen Frech
- Deutsche Krebsgesellschaft
- Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V.
- Universitätsklinikum Düsseldorf
Sendung: WDR.de, Weltblutkrebstag , 28.05.2026, 5:04 Uhr
