James van der Beek gestorben: Unterschätzte Gefahr Darmkrebs

Aktuelle Stunde 12.02.2026 29:50 Min. UT Verfügbar bis 12.02.2028 WDR Von Marius-Antonius Brüning

Tod von "Dawson's Creek"-Star: Deswegen ist Darmkrebs so gefährlich

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Darmkrebs kann jeden treffen: Nun ist US-Schauspieler James Van Der Beek daran gestorben. Warum diese Krebsart so gefährlich ist.

In der Kultserie "Dawson's Creek" geht es um das Leben von Teenagern in der fiktiven US-Stadt Capeside: Darin glänzte James Van Der Beek als der filmbegeisterte Highschool-Schüler Dawson Leery. Die Hit-Serie ums Erwachsenwerden, Liebessorgen und Ängste, zog von 1998 bis 2003 über sechs Staffeln hinweg ein Millionenpublikum in ihren Bann. 

Newcomer Van Der Beek wurde über Nacht zum Teenie-Star. Nun ist der Schauspieler mit 48 Jahren gestorben. Er sei "friedlich" am Morgen gestorben, teilte seine Familie am Mittwoch mit.

"Ich bin einer von ihnen"

Im November 2024 hatte der sechsfache Vater eine Darmkrebserkrankung öffentlich gemacht. "Es ist Krebs", schrieb er auf Instagram. Weltweit bekämen jedes Jahr viele Menschen diese Diagnose. "Und ich bin einer von ihnen." Die Krankheit war bei Van Der Beek schon im Jahr zuvor entdeckt worden.

In Deutschland sind 2023 nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) rund 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert worden. Davon wurden etwa 55.300 im Dick- und Enddarm festgestellt.

Zunahme bei jüngeren Menschen

2024 wurden jüngere Menschen wegen Darmkrebs häufiger im Krankenhaus behandelt als 20 Jahre zuvor: In den Altersgruppen der 15- bis 44-Jährigen stieg laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Darmkrebsbehandlungen je 100.000 Einwohner, während sie in den älteren Gruppen zurückging.

Am deutlichsten war der Anstieg bei den 20- bis 24-Jährigen, wo die Zahl der Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner von 2,6 im Jahr 2004 auf 3,6 im Jahr 2024 stieg. Unter den 35- bis 39-Jährigen war der Anstieg ebenfalls vergleichsweise hoch - von 21,8 Fällen im Jahr 2004 auf 27,5 Fälle im Jahr 2024.

Ursachen bei Ernährung und Bewegung?

Das Statistische Landesamt NRW weist auch Unterschiede nach Geschlecht aus: Krebserkrankungen der Verdauungsorgane wie Darmkrebs waren demnach in NRW 2024 mit 30 Prozent bei Männern und 27,2 Prozent bei Frauen die häufigste krebsbedingte Todesursache. Bundesweit starben 2024 rund 23.600 Menschen an Darmkrebs.

Mögliche Ursachen für diesen Trend: Experten vermuten als potenzielle Gründe mehr Übergewicht, ungesunde Ernährung und weniger Bewegung. Auch zuckerhaltige Getränke und Energy Drinks stehen im Verdacht, das Risiko für frühen Darmkrebs zu erhöhen, schreibt die British Society of Gastroenterology.

Vorsorge: Was ich tun kann

Fast immer entsteht Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen. Deshalb ist es entscheidend, diese rechtzeitig zu entdecken. Durch das Vorsorgeprogramm, das die Krankenkasse bezahlt, können Anzeichen für Darmkrebs frühzeitig erkannt und teilweise direkt behandelt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Entfernung verdächtiger Polypen (Wucherungen) entfernt.

Ärzteteam bei einer Darmspiegelung (Koloskopie)

Ärzteteam bei einer Darmspiegelung (Koloskopie)

Ab dem 50. Lebensjahr haben Frauen und Männer Anspruch auf eine Darmkrebs-Früherkennung. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder durch einen Stuhltest alle zwei Jahre - dabei untersucht ein Labor den Kot. Oder durch zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren. Bei einer solchen Spiegelung wird ein dünner, biegsamer Schlauch mit einer winzigen Kamera am Ende über den After in den Darm geführt. So lässt sich erkennen, ob sich im Darm mögliche Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) oder Darmkrebs befinden.

Frühzeitig einen Arzt aufsuchen

Der verstorbene US-Schauspieler James Van Der Beek war jünger als 50 Jahre, als bei ihm Darmkrebs diagnostiziert wurde. Deshalb: Wer vor dem 50. Lebensjahr Darmbeschwerden hat oder wer in seiner Familie eine Häufung von Darmkrebs beobachtet, der sollte schon früher einen Arzt aufsuchen. Denn dann könnte es sein, dass ein höheres Risiko für Darmkrebs besteht als bei Menschen ohne familiäre Vorbelastung.

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