Psychiatrische Kliniken warnen: Mehr Cannabis, mehr Behandlungen

WDR 03:01 Min. Verfügbar bis 01.04.2028

Psychiatrische Kliniken warnen: Mehr Cannabis, mehr Behandlungen

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Zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis melden psychiatrische Fachkliniken an Rhein und Ruhr einen klaren Trend: mehr Patienten, mehr Diagnosen, mehr schwere Verläufe. Eine Auswertung der LVR‑Klinik Langenfeld zeigt, wie stark die Fallzahlen gestiegen sind – und warum besonders junge Menschen gefährdet sind.

In fünf psychiatrischen Kliniken in der Rhein-Ruhr-Region, darunter die LVR-Klinik in Langenfeld, wurden über 6.000 stationäre Fälle ausgewertet. Das Ergebnis: cannabisbezogene Störungen nahmen innerhalb eines Jahres von 763 auf 1.047 Fälle zu – ein Plus von rund 37 Prozent.

Psychosen: Zunahme um 40 Prozent

Noch dramatischer ist die Entwicklung bei schweren psychischen Störungen. Cannabisbezogene Psychosen stiegen um 40 Prozent, erklärt Bodo Lieb, Chefarzt für Abhängigkeitserkrankungen an der LVR‑Klinik Langenfeld.

"Da die Verfügbarkeit von Cannabis größer geworden ist, führt das zu mehr Aufnahmen." Dr. Bodo Lieb, LVR-Klinik Langenfeld
Portrait von Dr. Bodo Lieb, LVR-Klinik Langenfeld

Dr. Bodo Lieb, Facharzt für Psychiatrie

Der Facharzt befürchtet, dass dies langfristig zu einer höheren Krankheitslast in Deutschland führen könne. "Sicher wissen wir das aber erst in 20 Jahren", sagte Lieb der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Junge Erwachsene besonders gefährdet

Besonders kritisch sieht Lieb den Konsum bei Menschen unter 25 Jahren. Ihr Gehirn befinde sich noch in der Entwicklung. Der Chefarzt warnt eindringlich: "Die neurobiologische Schädigung kann fatal sein. Man bekommt vom Leben nichts mit. Man verkifft sein Leben."

Die Studie wurde von den den Psychiatrieprofessoren Udo Bonnet (Castrop-Rauxel) und Georg Juckel (Bochum) initiiert. Sie sollen demnächst im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht werden.

Wuppertaler Cannabis-Club hält Ergebnisse für verfrüht

Mann bei Cannabisplantage, Gras

Sebastian Brebeck vor der Cannabis-Ernte

In Wuppertal gibt es einer der ältesten Cannabis-Anbauvereinigungen Deutschlands. Gründungsmitglied Sebastian Brebeck findet es zwar richtig, dass man die Folgen der Legalisierung beobachtet. Er hält es aber noch für zu früh, um gesicherte Aussagen zu machen. Seiner Ansicht nach hat die Teillegalisierung klare Vorteile. Für ihn ist besonders wichtig, "dass der Marihuana-Konsum aus der kriminellen Ecke herausgeholt" wurde.

"Gekifft wurde immer schon und gekifft wird auch immer werden." Sebastian Brebeck, Cannabis-Anbauvereinigung "Wubatz", Wuppertal
Cannabis, Hanf, Gras

Pflanzen lieferten 40 Kilogramm Marihuana

Der Wuppertaler Verein hat nach eigenen Angaben bisher etwa 40 Kilogramm Marihuana produziert. "Jedes Gramm, das über uns an die Mitglieder abgegeben wird, wird nicht über den Schwarzmarkt abgegeben", sagt Brebeck, "40.000 Gramm, die nicht verunreinigt sind, die nicht in mafiöse Strukturen fließen."

Langenfelder Klink warnt: Psychische Probleme wegen Cannabis

WDR 01.04.2026 00:47 Min. Verfügbar bis 31.03.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • LVR‑Klinik Langenfeld
  • Katholische Nachrichten‑Agentur (KNA)
  • Interview mit Cannabis-Club-Gründer Sebastian Brebeck.

Sendung: WDR.de, Langenfelder Klink warnt: Psychische Probleme wegen Cannabis, 01.04.2026, 12:59 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 01.04.2026, 19:30 Uhr

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