Mit diesem Roboter iCub haben Bielefelder Forschende früher experimentiert. Im aktuellen Projekt werden die Roboter entwickelt, die Schlaganfallbetroffenen helfen.
In dem EU-Projekt entwickeln Forschende Roboter, die menschliche Bewegungen verstehen und nachahmen können - mit dem Ziel, diese Technologie gezielt in der Schlaganfall-Reha einzusetzen.
Roboter, die mit Menschen lernen
Die Universität Bielefeld ist Teil eines internationalen Forschungskonsortiums und erhält dafür von der EU rund eine Million Euro.
"Wir stehen an einem Punkt, an dem Roboter nicht mehr nur Werkzeuge sind, sondern aktiv mit Menschen lernen und sie unterstützen können." Thomas Schack, Universität Bielefeld
Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache
In Deutschland erleiden laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe rund 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Meist sind ältere Menschen ab 60 Jahren betroffen. Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und kann das Leben plötzlich und stark verändern. Viele Betroffene müssen grundlegende Bewegungen neu lernen.
Laut der Uni fehlt es vielerorts an ausreichend Therapieangeboten. Intelligente Robotersysteme könnten diese Lücke schließen, indem sie bei der Reha unterstützen.
Roboter simulieren Bewegungen
Das EU-Projekt PRIMI (Performance in Robot Interaction via Mental Imagery) nutzt das Prinzip der "mentalen Vorstellung". Das heißt, Roboter sollen Bewegungen nicht nur ausführen, sondern auch "im Kopf durchspielen", also simulieren. So können sie dann Bewegungen beobachten, Übungen anpassen und Patienten und Patientinnen gezielt unterstützen.
Mit dem humanoiden Roboter iCub haben Bielefelder Forschende schon früher experimentiert. Im aktuellen Projekt PRIMI soll eine Weiterentwicklung des Roboters Schlaganfallbetroffenen helfen, ebenso wie ein neues Modell des Herstellers PAL Robotics.
"Auch wenn sich Menschen nicht selbst bewegen, verbessern sie sich durch die bloße Vorstellung der Bewegung", sagt Thomas Schack. Dazu solle der Roboter in der Therapie motivieren. Die Analyse der Bewegungs- und Gedächtnisstrukturen ist Schwerpunkt in seiner Bielefelder Forschungsgruppe.
Roboter in der Reha
Professor Thomas Schack sagt: "Die Verbindung von menschlichem Denken und maschinellem Lernen eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Rehabilitation, aber auch für die Zukunft sozialer Technologien insgesamt."
Das Projekt läuft noch bis 2028. Ziel sei es, die entwickelten Roboter möglichst zeitnah in der Therapie einzusetzen und die Ergebnisse zu evaluieren.
Unsere Quellen:
- Universität Bielefeld
- Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Sendung: WDR.de, Roboter helfen bei Schlaganfall-Reha, 10.05.2026, 06:02 Uhr
