Mindenerin soll Bekannten erwürgt haben
WDR. 00:45 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Vor dem Bielefelder Landgericht muss sich eine 38-Jährige aus Minden wegen Totschlags verantworten. Laut Anklage soll sie Ende Dezember einen 51-jährigen Mindener in dessen Wohnung erwürgt, ihm durch einen Tritt den Kehlkopf gebrochen und die Augen ausgestochen haben.
Angeklagte unzufrieden mit Pflichtverteidiger
Während der Verhandlung wirkte Simone R. sehr gefasst. Beinahe lässig saß sie mit übereinander geschlagenen Beinen auf ihrem Stuhl - ohne Schuhe, bekleidet mit gelben Socken und einem Jogging-Anzug. Zu den Vorwürfen wollte sie sich nicht äußern und mit ihrem Pflichtverteidiger sei sie unzufrieden, gab die Angeklagte zu Protokoll.
Hier findet der Prozess statt.
Der vorsitzende Richter sah allerdings keinen Anhaltspunkt den Verteidiger zu tauschen. Nur selten blickte Simone R. den Richter, die Zeugen und die Nebenklage an. Ihre Hände hielt sie meistens ruhig, einige Male knetete sie aber ihre Finger.
Mutmaßliche Täterin erzählt die Tat
Zwei Zeugen sagten aus, dass Simone R. ihnen die Tat geschildert habe. Das etwa halbstündige Gespräch soll bei einem Nachbarn des Getöteten stattgefunden haben.
Demnach soll es in der Wohnung des Opfers zunächst zu einem verbalen Streit gekommen sein. Dann habe die Angeklagte das Opfer im Wohnzimmer gewürgt und später mit Tritten gegen den Hals den Kehlkopf gebrochen. Weil die Augen sie aber angeschaut haben, soll sie viermal darauf eingestochen haben. Zusammen mit einem weiteren Anwesenden soll sie versucht haben, den Toten vom Balkon zu werfen. Das aber misslang.
Die Polizei fand die Leiche später auf dem Balkon. Die Tat sei eine Aufgabe von Gott gewesen, soll die Angeklagte gesagt haben. Bei der Schilderung soll die 38-Jährige, laut Zeugenaussagen, kalt, emotionslos und entspannt gewirkt haben.
Urteil Mitte Juni erwartet
Die Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus. Darauf steht ein Strafmaß von fünf bis 15 Jahren, in besonders schweren Fällen auch lebenslänglich. Im Eröffnungsbeschluss hat die Kammer darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes in Betracht kommen könnte. Ein Urteil soll Mitte Juni gesprochen werden.
Unsere Quellen:
- Recherche vor Ort
- Landgericht Bielefeld
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 21.05.2026, 19:30 Uhr
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