Bielefeld-Täter hatte Kontakt zu IS | WDR aktuell

00:28 Min. Verfügbar bis 24.06.2027

Haftbefehl nach Messer-Angriff in Bielefeld: Syrer hatte Kontakt zu IS

Stand:

Der Messerangriff vor einer Bar Mitte Mai in Bielefeld hatte wahrscheinlich einen islamistischen Hintergrund. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hätten sich die entsprechenden Hinweise verdichtet. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt.

Der verdächtige 35-jährige Syrer war demnach früher in seiner Heimat für die Terrorgruppe IS aktiv. Laut des Strafverteidigers begründet die Bundesanwaltschaft den Haftbefehl unter anderem mit einem Video, das die Ermittler auf dem Handy von Mahmoud M. gefunden haben sollen. Hier soll der Verdächtige die Tat ankündigen, so sein Verteidiger.

Rückblick - Was war geschehen?

Bei dem Angriff in Bielefeld Mitte Mai vor einer Bar waren vier Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in vier Fällen - so lautete der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Angreifer. Er soll heimtückisch in Tötungsabsicht auf die feiernden Menschen in Bielefeld eingestochen haben. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen kurz nach der Tat übernommen.

Laut Staatsanwaltschaft hatte er als Tatwaffe ein Messer und einen speerähnlichen Gegenstand verwendet.

Festgenommen wurde der Tatverdächtige zwei Tage nach der Tat im Mai in einem Hochhaus in Heiligenhaus im Kreis Mettmann. Im Zusammenhang mit der Messerattacke gab es zuvor in Heiligenhaus und Velbert mehrere Polizei-Einsätze.

Öffentliche Fahndung erfolgreich

Die Polizei hatte den Mann mit Hilfe eines Zeugen aufgespürt. Zuvor hatte sie das Bild des Verdächtigen veröffentlicht, seinen Namen und eine Personenbeschreibung. Der mutmaßliche Angreifer hatte mehrere Stunden nach der Tat am Sonntagnachmittag vom Bielefelder Hauptbahnhof zunächst eine Bahn Richtung Hamm genommen, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.

Entscheidender Hinweis eines Zeugen in Essen

In Hamm sei er umgestiegen in Richtung Essen. Am dortigen Hauptbahnhof habe der tatverdächtige Syrer eine Person angesprochen, die für ihn auf ihrem Handy die DB-App geöffnet habe, um Verbindungen nach Velbert zu suchen. Dieser Zeuge habe sich daraufhin an die Polizei gewandt.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dankte den Ermittlern für ihre "exzellente Arbeit": "Die kleinteilige Arbeit hat sich gelohnt und wir konnten den überraschten Täter dingfest machen", sagte Reul. "Jetzt braucht es Antworten, welches Motiv den Täter zur Tat geleitet hat."

Menschen in Bielefeld bestürzt

Ein Polizeiauto im Hintergrund. Im Vordergrund ein Absperrband mit der Aufschrift "Polizeisperrung".

Polizeieinsatz am Sonntagmorgen in Bielefeld

Am Tatort in Bielefeld waren die Erinnerungen an das, was Mitte Mai vor der Bar passierte, lange greifbar. Viele Menschen, die oft in der Bar feiern oder dort arbeiten, waren bestürzt. "Eigentlich ist das hier eine Bar, die nicht für Stress und irgendwelche Auseinandersetzungen bekannt ist", erzählte Jacob Adams.

Auch der Betreiber des "Cutie" zeigte sich bestürzt und dankte allen, die schnell Erste Hilfe geleistet haben. Eines der Opfer habe zuvor versucht, den Angreifer aufzuhalten. Später wurde der Mann selbst lebensgefährlich verletzt.

Mutmaßlicher Täter ließ Tasche zurück

Am Tatort hatte der Verdächtige eine Tasche zurückgelassen. Darin befanden sich demnach "Personaldokumente sowie eine Flasche mit einer unbekannten, nach Benzin riechenden Flüssigkeit". Offenbar fand die Polizei auch Messer, zu denen sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben machen wollte.

Nach Messer-Angriff in Bielefeld: Täter hatte Kontakt zu IS

WDR Studios NRW 24.06.2025 00:22 Min. Verfügbar bis 24.06.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Polizei Bielefeld
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Innenminister Herbert Reul (CDU)
  • Betreiber der Bar "Cutie"
  • Strafverteidiger

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