Höhere Sicherheitsanforderung in Wuppertaler Bayer-Werk
00:30 Min.. Verfügbar bis 09.10.2027.
Höhere Sicherheitsanforderung in Wuppertaler Bayer-Werk
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Das Bayer-Werk in Wuppertal muss künftig höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Darüber hat das Unternehmen am Donnerstag bei einem Nachbarschaftsdialog informiert.
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Jetzt mitdiskutierenIn einem Informationsschreiben an die Anwohner des Bayer-Werkes heißt es, Bayer wolle am Standort Wuppertal weiterhin neue pharmazeutische Wirkstoffe produzieren und auf den Markt bringen. Dafür werde man den Produktionsstandort in die obere Klasse der Störfallverordnung überführen.
Störfallverordnung: Was heißt das?
Industrieanlagen, insbesondere solche der chemischen Industrie, von denen eine Gefahr ausgehen kann, müssen besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Diese sind in der Störfallverordnung geregelt. Das Bayer-Werk in Wuppertal gehörte bisher zur unteren Klasse dieser Verordnung, unterliegt künftig aber den Anforderungen der oberen Klasse.
Die obere Klasse der Störfallverordnung wird laut NRW-Umweltministerium auf besonders gefahrenträchtige Standorte angewendet. Nach Informationen des Umweltbundesamtes sind in Betriebsbereichen der oberen Klasse größere Mengen an gefährlichen Stoffen vorhanden. Unternehmen müssen dann erhöhte Sicherheitsanforderungen erfüllen.
Bayer: keine Veränderung der Sicherheitslage für Anwohner
Auf WDR-Nachfrage teilt Bayer mit, das Unternehmen habe von sich aus und freiwillig die Überführung in die obere Störfall-Klasse vollzogen. Damit wolle das Unternehmen bei der Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte flexibler sein.
Anwohner teilweise skeptisch
Wenn Bayer künftig größere Mengen und andere gefährliche Stoffe als bisher lagern kann, sehen einige Anwohner darin ein größeres Risiko. Die Verantwortlichen des Bayer-Werkes sprechen zwar weiterhin von einer unveränderten Gefahrenlage. Aber nicht alle Anwohner beim Nachbarschaftsdialog hat das überzeugt.
Schwere Unfälle in der Vergangenheit
Im Bayer-Werk in Wuppertal haben sich in der Vergangenheit teils schwere Unfälle ereignet. Im Sommer 1999 explodierte eine Produktionsanlage für Pflanzenschutzmittel. 91 Menschen wurden verletzt. Es entstand ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Im März 2008 trat eine Ammoniak-Wolke aus und zog über die angrenzenden Wohngebiete.
Das Bayer-Werk in Wuppertal ist die Wiege des heutigen Welt-Konzerns. Es liegt im Stadtteil Elberfeld und grenzt unmittelbar an Gebiete mit teils dichter Wohnbebauung. Die Schwebebahn als wichtigstes Verkehrsmittel der Stadt fährt mitten durch das Werk.
Unsere Quellen:
- Bayer AG: Anwohner- und Presse-Information
- Gespräch mit Bayer Standortkommunikation und Leitung Wuppertal
- NRW Umweltministerium
- Umweltbundesamt
- Reporter vor Ort
1 Kommentar
Kommentar 1: Florian Riedel schreibt am 10.10.2025, 08:59 Uhr :
Angst fressen Seele auf. Wir sollten froh sein um jeden Betrieb, der weiterhin hier produziert. Tausende gut bezahlte Arbeitsplätze sind für Wuppertal ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Strenge Regularien seitens der Behörden sollten für die Sicherheit der Anwohner sorgen. Ich denke das werden alle Beteiligten und Verantwortlichen beachten.
Antwort von Hans Dampf , geschrieben am 10.10.2025, 10:32 Uhr :
Der WDR: "die Gefahrenlage für die Anwohner sei unverändert". Der Fachmann: wir passen das Risikomanagement dem Gefährdungspotential an dass durch neue Substanzen eventuell entstehen könnte. Naja, der WDR hat es eben auch nicht leicht an gutes Personal zu kommen, Tipp, schaut mal in der Gastro Branche nach wo die guten Journalisten abgeblieben sind.