Messeranschlag Solingen: Emotionale Aussagen erschüttern vor Gericht
01:33 Min.. Verfügbar bis 12.08.2027.
An diesem Prozesstag sind nochmal Augenzeugen des Anschlags vom 23. August 2024 auf dem Fronhof ins Prozessgebäude des Oberlandesgerichts in Düsseldorf geladen. Einer davon ist der Ehemann der 56-jährigen Solingerin, die ihre Verletzungen nicht überlebt hat.
Beide waren an dem Sommerabend zusammen zum Stadtfest gegangen. "Es war eine wirklich schöne Stimmung", beschreibt der 58-Jährige die Situation bis 21:37 Uhr - dem Tatzeitpunkt.
Seine Frau tanzte, der Täter tötete im Sekundentakt
Carola Drewes und Jochen Ohliger verteten den Ehemann der Toten.
Vor Gericht schildert der Solinger, wie er plötzlich einen schweren Schlag verspürte und dann ein "hüpfend, stolpernder Mann" an ihm vorbeihuschte. Danach habe er seine Frau nicht mehr tanzen gesehen. Die war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls vom Täter in den Hals gestochen worden.
Der Ehemann sah seine Frau auf dem Boden liegen, seine eigene tiefe Stichwunde hatte er bis dahin noch gar nicht wahrgenommen. Er habe noch versucht die Blutung mit der Faust zu stillen, doch letztendlich starb die 56-Jährige noch vor der Bühne in seinen Armen.
Angaben der Zeugen decken sich
Die heutigen Zeugen waren voraussichtlich die letzten. Die schrecklichen, individuellen Erlebnisse zeigen inzwischen einen klaren Tatverlauf. Zusammen mit dem kurzen, schriftlichen Geständnis des Angeklagten vom Prozessauftakt gebe es praktisch keinen Zweifel mehr an der Schuld, so die Anwälte der Opfer.
Ob sich der Syrer Issa al H. wie angekündigt selbst noch detailliert zur Tat einlassen will, zeigt sich erst Ende des Monats. Der vorsitzende Richter hat jedenfalls angekündigt, dass die Beweisaufnahme dann geschlossen werde. Das Urteil könnte dann Anfang September fallen.
Die Anklage lautet auf dreifachen Mord, zehnfachen versuchten Mord und Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen vom Reporter vor Ort im Gericht
- Anwälte der Nebenkläger