Die "Nacht der Technik" in Wuppertal, Solingen und Remscheid

03:10 Min. Verfügbar bis 08.05.2028

Industriegeschichte hautnah Die "Nacht der Technik" im Bergischen

Stand:

Kurz vor 18 Uhr sammeln sich die ersten Besucher vor Werkstoren und den Eingängen von Bergischen Industriemuseen. Sicherheitswesten werden verteilt, Maschinen vorbereitet und die Technikfans finden sich zu Gruppen zusammen. Dann beginnt die erste "Nacht der Technik" im Bergischen Städtedreieck - eine Veranstaltung, die technische Arbeitswelten sichtbar machen will.

Blick hinter die Werkstore

Ausgerichtet wird die Nacht der Technik vom Verein Deutscher Ingenieure und vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Gemeinsam bringen sie Unternehmen, Institutionen und Technikorte der Region zusammen und öffnen sie bis Mitternacht für Besucherinnen und Besucher.

Maschine

Alte Technik (fast) zum Anfassen


In Solingen beteiligen sich unter anderem die Firmen Item und Röltgen. Sie geben Einblicke in die moderne Produktion und zeigen, welche technische Kompetenz in der Region vorhanden ist. Auf der Tour liegt auch das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs. Gerade dort wird Technikgeschichte unmittelbar erfahrbar.

Altes Wissen und neue Perspektiven

Besucher erleben, wie ein glühendes Stück Stahl unter schweren Hämmern und großen Pressen zu einem Scherenrohling geformt wird - ein Eindruck von der Arbeit, die Solingen über Jahrzehnte geprägt hat. Während Führungen durch die historische Gesenkschmiede führen, öffnen sich auch Bereiche, die sonst selten im Mittelpunkt stehen: die Werkzeugmacherei, alte Waschräume oder detailreich eingerichtete Heimarbeiterwerkstätten.

Menschenmenge in Rückenansicht

Macht neugierig: Führung durchs LVR-Industriemuseum


Auch außerhalb der Führungen bleibt das Industriemuseum ein besonderer Technikort. Speziell für die "Nacht der Technik" wird der historische Dieselmotor in Betrieb genommen, der früher über eine Transmissionswelle die Fallhämmer der Schmiede antrieb. In der Metallwerkstatt können Besucher zudem selbst aktiv werden und eigene Werkstücke mit Feile und Graviergerät bearbeiten.

Parallel dazu öffnen auch Unternehmen und Einrichtungen in Remscheid und Wuppertal ihre Türen. Zu den bekanntesten Teilnehmern zählen Vaillant und Bayer. Damit reicht das Spektrum von traditioneller Industrie bis hin zu international tätigen Technologie- und Forschungskonzernen.

Gegen den Fachkräftemangel

Die Veranstaltung richtet sich bewusst an ein breites Publikum: an Technikinteressierte ebenso wie an Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Familien. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, Produktionsprozesse aus nächster Nähe zu erleben und mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen. Für Unternehmen bietet die Nacht zugleich die Möglichkeit, sich als Arbeitgeber zu präsentieren und Nachwuchs für technische Berufe zu begeistern.

Schild mit Aufschrift "Nacht der Technik" vor Gebäude der Bergischen Universität Wuppertal

Vielleicht etwas für den Nachwuchs - Arbeitgeber präsentieren sich

Bis 24 Uhr läuft die "Nachtschicht bei der Nacht der Technik". Erst dann schließen sich die Werkstore wieder - nach einem Abend, der zeigt, wie stark Industrie, Innovation und Technik das Bergische Städtedreieck bis heute prägen.

Unsere Quellen:

  • Verein Deutscher Ingenieure e.V.
  • Bergische Universität Wuppertal
  • Eindrücke des Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 08.05.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Solingen

1 / 2