Laut klingelnd und mit blauen und orangen Ballons bestückt starteten am Mittag rund 200 Teilnehmer in Wermelskirchen-Dabringhausen. Kinder und Erwachsene waren mit dabei; die meisten mit E-Bikes, manche auch mit normalen Fahrrädern. Aufgerufen hatten das Stadtradeln-Team Dabringhausen und der ADFC.
Vom Ortsteil Dabringhausen mit seinen rund 6.000 Einwohnern ging es auf einen 18 Kilometer langen Rundkurs. Vorbei an der Straußenfarm und dem Restaurant Neuemühle über die kurvenreiche Kreisstraße 15 bis vors Wermelskirchener Rathaus.
Rund 200 Menschen fahren bei der Demo mit
Dort wurde ein Banner mit den Forderungen ausgebreitet. Der Rückweg führte am Ende über die Kreisstraße 18 zurück nach Dabringhausen.
Zu hohe Kosten, zu wenig Personal
Beide Strecken sind seit Jahren als mögliche Radweg-Lösungen im Gespräch. So gab es in Politik und Verwaltung etwa Überlegungen, die Kreisstraße 15 in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Oder einen gesonderten Radgehweg entlang der Kreisstraße 18 zu bauen. Passiert ist allerdings nichts.
Zuständig dafür ist der Rheinisch-Bergische Kreis. Trotz eines Kreistagsbeschlusses aus dem Jahr 2021 scheiterte der Bau des Radwegs bislang an zu hohen Kosten und zu wenig Personal für die Planung.
"Mit ein Grund dafür sei das katastrophale Starkregenereignis mit dem anschließenden Hochwasser aus dem Jahr 2021", heißt es auf Nachfrage vom Kreis.
Diverse Kreisstraßen und Brücken seien damals beschädigt worden. Der Wiederaufbau habe erhebliches Personal gebunden und hohe Kosten verursacht. Deswegen mussten zahlreiche andere Maßnahmen zurückgestellt werden.
Topografie durch Pedelecs nicht mehr relevant
Lutz Betke vom Stadtradeln-Team Dabringhausen
"Ein Ort in der Größe wie Dabringhausen braucht aber dringend eine sichere Radwegeanbindung", fordert Lutz Betke vom Stadtradeln-Team Dabringhauen. Die Demo soll einen Anstoß liefern, konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Mit den E-Bikes haben wir uns das Flachland hingeholt. Wir denken nicht mehr über Berge nach und deswegen ist es auch überhaupt kein Problem nach Wermelskirchen zu fahren. Wir müssen nur sicher dahin kommen. Lutz Betke
In Absprache mit dem Kreis hat die Stadt Wermelskirchen jetzt eine kurzfristige Lösung erarbeitet. Derzeit wird ein Wirtschaftsweg durch den Wald aufgewertet. Der muss aber erst freigeschnitten und dann mit Schotter befestigt werden.
300 Tonnen Schotter für Alternativlösung
"10 LKW Ladungen mit jeweils 30 Tonnen Material sind wohl dafür nötig", schätzt der Leiter des Betriebshofes. Für die Stadt ist klar, dass die Strecke anspruchsvoll und vermutlich nicht für Kinderwagen geeignet ist.
Aber sie sei eine befahrbare Strecke für Fahrräder. Und ein Versuch den Radfahrern zumindest kurzfristig entgegenzukommen.
"Die Zwischenlösung ist schon gut. Denn alles ist besser als nichts", sagt Lutz Betke. Aber sie ersetze natürlich nicht den Radweg. Er und die anderen Demo-Teilnehmer hoffen darauf, dass der geplante Radweg entlang der K18 doch noch kommt oder die Kreisstraße wenigstens zur Fahrradstraße umgewidmet wird.
Unsere Quellen:
- WDR Gespräch mit Stadtradeln-Team Dabringhausen
- WDR Gespräch mit ADFC Ortsgruppe Wermelskirchen/Burscheid
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR Gespräch mit Stadt Wermelskirchen
- WDR Gespräch mit Rheinisch-Bergischem Kreis
Sendung: WDR.de, Rad-Demo in Wermelskirchen, 31.05.2026, 16:08 Uhr
