Frau in Wermelskirchen ertränkt: Ehemann weist Vorwürfe zurück

WDR 01:46 Min. Verfügbar bis 10.04.2028

Frau in Wermelskirchen ertränkt: Ehemann weist Vorwürfe zurück

Stand:

Ein Mann aus Wermelskirchen soll seine Frau wegen ständiger Streiterei ermordet haben. Am Freitag wies er die Vorwürfe während des Prozesses am Lazurück.

Von Markus Schmitz

"Wir gehen davon aus, dass gar nichts an den Vorwürfen dran ist, er hat seine Frau nicht getötet, es war ein Suizid", sagte Andreas Bonnen, Verteidiger des 63-jährigen Angeklagten. Er plädiert auf einen Freispruch.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ist anderer Meinung: Der Angeklagte soll seine damals 58 Jahre alte Frau in der Badewanne des gemeinsam bewohnten Hauses in Wermelskirchen versucht haben, zu ertränken. Deshalb habe er an einem Dezembermorgen im Jahr 2021 Schlaftabletten in eine Tasse Kaffee gegeben, die die Frau daraufhin getrunken hatte.

"Fortwährende Streitigkeiten"

Der Mann wollte laut Anklage mit der Tat einen Suizid der Frau vortäuschen. Nachdem sie durch die Schlaftabletten im Kaffee sediert gewesen war, soll der Mann sie vollständig bekleidet in eine gefüllte Badewanne gelegt haben. Als Motiv gibt die Staatsanwaltschaft an, dass sich das Paar ständig gestritten habe.

Als die Frau in der Badewanne lag, soll sie wach geworden sein, so die Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft. In diesem Moment soll der Mann sie "gewaltsam unter Wasser gedrückt und ertränkt haben". Als die Frau schließlich tot war, habe der Mann den Notruf gewählt und den Rettungskräften "wahrheitswidrig" gesagt, dass er seine Frau bereits tot in der Badewanne gefunden habe.

Ehemann: Schwere Erkrankung der Frau

Das Ehepaar war seit Sommer 1993 verheiratet. Der Mann sagte vor Gericht, dass die Frau plötzlich über Schmerzen klagte, ausgehend von einer Krankheit am Kiefer. Diese Beschwerden konnten auch nicht durch eine Operation beseitigt werden, stattdessen verschlimmerte sich der Zustand, der das Leben des Paars bestimmte.

Das soll auch zu Spannungen geführt haben. Letztendlich soll die Frau versucht haben sich das Leben zu nehmen - auch psychische Behandlungen folgten.

"Das kannst Du doch nicht machen"

Unter Tränen beschrieb der Mann wie er seine Frau im Dezember 2021 leblos in der Badewanne des gemeinsamen Hauses gefunden hat. "Das kannst Du doch nicht machen", habe er ihr zugerufen. Es sei ein Suizid gewesen, sagt er. Er habe noch versucht sie zu reanmieren.

Sein Verteidiger spricht im WDR Interview davon, dass der Staatsanwaltschaft in diesem Fall der Mut gefehlt habe, das Verfahren einzustellen. Er geht von einem Freispruch seines Mandanten aus. Ein Kernpunkt des Verfahrens ist, woher die Verletzungen an dem Leichnam stammen.

Vorgeworfene Tat 2021 - Prozess 2026

Zwischen der angeklagten Tat im Dezember 2021 und dem Prozessbeginn liegen mehr als vier Jahre. Das liegt unter anderem daran, dass der heute 63-Jährige spät angeklagt wurde, und nur kurz in Untersuchungshaft saß.

Außerdem mussten in dem Fall ohne eindeutige Beweislage mehrere Gutachten eingeholt werden. Für den Prozess sind noch sieben Verhandlungstage angesetzt.

Frau in Wermelskirchen ertränkt: Ehemann weist Vorwürfe zurück

WDR 10.04.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 09.04.2028 WDR Online

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Unsere Quelle

  • Staatsanwaltschaft Köln
  • Reporter vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 10.04.2026, 18:09 Uhr

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