Weiterer Raum der Remscheider Waffenhändler gefunden
Aktuelle Stunde . 29.10.2025. 31:53 Min.. Verfügbar bis 29.10.2027. WDR. Von Wolfram Lumpe.
Remscheid: Dritter Raum mit Maschinengewehren im Mehrfamilienhaus
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In Remscheid ist ein dritter Raum mit Waffen entdeckt worden - in demselben Haus, in dem bereits in den vergangenen Tagen Munition, Handgranaten und Kriegswaffen gefunden wurden. Nach Angaben der Ermittler wurden dort auch scharfe moderne Waffen gefunden.
Es ist der dritte Raum, in dem ein 59-jähriger Remscheider wohl Waffen gehortet hat. Das teilte Wolf-Tilman Baumert von der Staatsanwaltschaft in Wuppertal dem WDR mit. Der Raum befindet sich in dem Mehrfamilienhaus, das seit dem Wochenende im Fokus der Fahnder ist.
In diesem weiteren Raum haben die Ermittler wieder schwere Waffen gefunden, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert: "Der neue Waffenfund ist außerordentlich umfangreich. Wir haben alleine um die 30 Kriegswaffen, darunter schwere Infanteriewaffen wie Maschinengewehre und Maschinenpistolen." Erste Hinweise deuten darauf hin, dass es sich auch bei diesem Fund um scharfe Waffen handelt.
Fotos des Waffenlagers in Remscheid
Ein illegales Waffenlager in Remscheid im Bergischen Land ist noch größer als bisher angenommen. Die Polizei hat einen weiteren geheimen Raum gefunden - unter anderem mit Maschinenpistolen. Schon in den Tagen zuvor waren Panzerfäuse, Maschinenpistolen und Granaten entdeckt worden.
Möglicherweise müssen einige davon heute noch gesprengt werden. Staatsanwalt Baumert: "Ich gehe angesichts der gefundenen Mengen davon aus, dass es heute noch mal eine kontrollierte Sprengung geben wird. Das werden die Entschärfer entscheiden müssen."
Hintergründe unklar
Die genauen Hintergründe des Waffenfundes sind unklar. Eine Überprüfung des Staatsschutzes hat keine Verbindungen ins rechte Spektrum ergeben, so die Ermittler. Daran habe sich auch durch die neuen Funde bislang nichts verändert. Die Fahnder gehen nach wie vor davon aus, dass die mutmaßlichen Händler mit den Waffen vor allem Gewinne erzielen wollten.
Größer als angenommen
Laut Baumert kann vermutet werden, dass der Waffenfund in Remscheid insgesamt noch viel größer ist, als angenommen.
Bei dem 59 Jahre alten Hauptverdächtigen war bereits am Sonntag sogar eine Art NS-Museum gefunden worden. Bereits dort stießen Ermittlungsbeamte auf Maschinenpistolen, Granaten, und Panzerfäuste - Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.
Geheimversteck mit Handgranate
Ein zweites Geheimversteck hatten die Ermittler bereits gestern entdeckt. Dort fanden sie unter anderem eine Handgranate, die sie noch auf Remscheider Stadtgebiet sprengen mussten.
Das durchsuchte Mehrfamilienhaus liegt im Stadtzentrum von Remscheid
Die Durchsuchungen der Polizei werden aber wohl noch mehre Tage dauern, so Baumert weiter: "Der Einsatz wird mit Sicherheit noch längere Zeit andauern. Allein schon, weil der gesamte Wohnbereich unseres Beschuldigten jetzt millimetergenau abgesucht werden wird", zumal in dem Mehrfamilienhaus in der Remscheider Innenstadt nach und nach immer mehr Verstecke auftauchen, in denen gefährliche Waffen und Munition gelagert wurden.
Auch der Wuppertaler Polizeipräsident Markus Röhrl verschaffte sich am Mittwoch einen Überblick über das enorme Ausmaß: "Ich persönlich habe sowas in meinem Leben noch nicht gesehen und konnte mir das auch gar nicht vorstellen." Auch er sieht auf die Polizei noch jede Menge Arbeit zukommen.
Sorge bei Nachbarn
Viele Anwohner und Nachbarn sind besorgt über die Funde. Ein Anwohner sagte dem WDR: "Ich bin ein bisschen schockiert, dass ein Nachbar drei Räume voller Waffen hat." Er, aber auch andere Nachbarn, hätten vorab nie etwas Verdächtiges beobachtet. Jetzt wünsche man sich, dass schnell wieder Ruhe einkehre.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Polizeipräsident Wuppertal
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- WDR-Reporter vor Ort