Nach tödlichem Unfall: Remscheid will gegen Poser-Szene vorgehen

Lokalzeit Bergisches Land 02.10.2025 02:30 Min. Verfügbar bis 02.10.2027 WDR Von Philine Elster

Nach tödlichem Unfall: Remscheid will gegen Poser-Szene vorgehen

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Die Stadt Remscheid will die Autoraser- und Poserzene lahm legen, mit einem "Verweilverbot" auf öffentlichen Parkplätzen.

Ein "Verweilverbot" für Raser und Poser liegt dem Rat am Donnerstag zur Abstimmung vor. Nach Aussage der Stadt trifft sich die Szene vor allem auf Parkplätzen im Stadtteil Lennep und sorgt ständig für Unmut bei Anwohnern.

Mit lauter Musik, Partylärm, Reifenquietschen und dröhnenden Motoren verbringen laut Stadt die Auto-Poser ihre Freizeit am späten Abend in Lennep. Bis zu 40 meist getunte Autos hat das Ordnungsamt schon auf einem Parkplatz gezählt. Stimmt der Rat zu, sind diese Partys bald verboten, es drohen 1000 Euro Strafe.

Private Parkplatzbesitzer wollen mitmachen

Mit den privaten Parkplatzbesitzern hat die Stadt auch schon gesprochen. Die sollen einen schnellen Draht zur Polizei erhalten und so ihre eigenen Verbote besser durchsetzen können. Auf diesen Flächen hat die Stadt keine Möglichkeit, per Verfügung den Aufenthalt zu verbieten. Es ist schon der zweite Versuch der Stadt Remscheid, gegen die Poserszene vorzugehen.

Kehrtwende bei der Politik

Bereits vor rund drei Jahren hatte die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben versucht, ein "Verweilverbot" in Remscheid durchzusetzen. Damals hatte die Politik den Verwaltungsvorschlag abgelehnt.

"Wir brauchen eine rechtliche Handhabe, um solche Versammlungen auf öffentlichem Parkraum aufzulösen", sagt Dezernentin Barbara Reul-Nocke. In Gütersloh werde das bereits erfolgreich praktiziert. Nach dem tödlichen Unfall im Mai, bei dem eine 19-Jährige starb, und ihre Begleiterin schwer verletzt wurde, setzte ein Umdenken bei den Parteien ein. In all den Jahren habe sich nicht geändert, jetzt sei es an der Zeit, jedes Mittel einzusetzen, heißt es von der SPD.

Die CDU will auch zustimmen, und dann abwarten, ob die zeitlich befristete Maßnahme Erfolg bringt. Man befürchtet dort, dass die Poser- und Raserszene sich in die Außenortschaften verlagern könnte und fordert schärfere Polizeikontrollen.

Anwohner besorgt

Viele Anwohner begrüßen den neuen Vorstoß der Stadt. Die Situation sei "untragbar" erzählen sie. Nicht nur wegen der Lärmbelästigung durch laute Musik und das Dröhnen der Motoren, manche Autos würden auch direkt auf Passanten zufahren und "ordentlich aufdrehen". Einige wollen aus Angst nicht ihre Namen nicht nennen, weil sie Racheaktionen aus der Szene fürchten.

Petra Kuhlendahl von den Remscheider Grünen kommt regelmäßig an den Parkplätzen am Lenneper Bahnhof und am Rewe vorbei. "Es sind immer dieselben", erzählt sie, "die haben auch nach dem Unfall nichts dazugelernt".    

Ein ganzes Paket von Maßnahmen geplant

Die Remscheider Rechtsezernentin Barbara Reul-Nocke nannte die Pläne "einen Baustein von vielen", um das Problem der nächtlichen Ruhestörung zu lösen. Die Stadt hat außerdem Fahrbahnschwellen und so genannte "mobile Bäume" auf solchen Straßen aufgestellt, auf denen die Poser gern ihre Runden drehen. Am Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass der Rat den Beschluss zum Verweilverbot vertagt hat.

Nach tödlichem Unfall: Remscheid will gegen Poser-Szene vorgehen

00:26 Min. Verfügbar bis 02.10.2027

Unsere Quellen:

  • Stadt Remscheid
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Dezernentin Barbara Reul-Nocke
  • SPD Remscheid
  • CDU Remscheid

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