Remscheid: Maschinengewehre in Mehrfamilienhaus
25.11.2025. 01:36 Min.. Verfügbar bis 25.11.2027.
Nach dem spektakulären Waffenfund in einem Mehrfamilienhaus in Remscheid Ende Oktober 2025 hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal die Durchsuchungsmaßnahmen abgeschlossen. Ergebnis: Viele Waffen waren scharf, einsatzbereit und sind durch das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetzes verboten.
Viele Waffen fallen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz
Insgesamt wurden 300 scharfe Schusswaffen beschlagnahmt, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Wuppertal am Dienstag mitteilten. Darunter befanden sich 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen und elf Revolver. Auch 13 Panzerabwehrwaffen wurden beschlagnahmt. Darüber hinaus entdeckten die Beamten unter anderem Armbrüste, Doppelbockflinten sowie Hieb- und Stichwaffen, Magazine und Gaspistolen.
Remscheid: Umfangreichster Waffenfund in NRW
Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert leitet die Ermittlungen
Der Waffenfund ist der womöglich umfangreichste in NRW, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert. Einige der Waffen hatten die Ermittler erst nach und nach entdeckt – auch, weil der Angeklagte seine Verstecke verraten hatte. So wurden zum Beispiel mehrere tausend Patronen in einem Türsturz gefunden.
Alle Funde werden jetzt weiter untersucht. Die Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen geht es auch um die Frage, ob die Angeklagten aus unscharfen Waffen schussfähige gemacht haben. Die Waffen sind in polizeilicher Verwahrung. Sie werden weiterhin untersucht.
Die Bilanz fällt schon heftig aus. Ich habe noch nie einen so großen Waffenfund gesehen. Die Größenordnung ist schon legendär. Wir haben allein hier 125 scharfe Gewehre. Eine Vielzahl an Maschinenpistolen, weitere Gewehre, Revolver und Munition im fünfstelligen Patronenbereich. Das ist ein gewaltiges Waffenlager, was wir da gefunden haben. Staatsanwalt Wolf-Tilman Baumert
In Remscheid gab es neben den Waffen auch ein Art Kriegsmuseum
Neben zahlreichen Waffen gab es eine Art NS-Museum
Seit Monaten hatten verdeckte Ermittler die mutmaßlichen Täter im Visier, einen Deutschen und zwei Türken, die jetzt immer noch in Untersuchungshaft sitzen. Ende Oktober griffen die Fahnder zu und fanden bei einer Waffenrazzia einen großen Raum mit zahlreichen Waffen und einer Art NS-Museum.
Fotos der Polizei zeigten beispielsweise Schaufensterpuppen mit Kriegsuniformen. Bei genauerer Untersuchung im Hauses und einem Abgleich eines Grundrisses entdeckten die Ermittler eine versteckte Tür und dort hinter weitere Waffen. Dort fanden sie unter anderem eine Handgranate, die sie noch auf Remscheider Stadtgebiet sprengen mussten. Und einen Tag später entdeckten die Ermittler noch einen dritten Raum - ebenfalls mit zahlreichen Waffen.
An einem Kiosk in Remscheid wurden Waffen verkauft
Kriegswaffen aus den Geheimverstecken
Das Waffenlager in Remscheid soll entdeckt worden sein, weil ein Kioskbesitzer Waffen vermittelt und mit Drogen gehandelt haben soll. Die verdeckten Ermittler haben dort selbst Waffen erworben. Der Kiosk in Remscheid liegt nur ein paar hundert Meter von dem Mehrfamilienhaus entfernt, in dem das riesige Arsenal an Waffen und Munition gefunden wurde. Der Kioskbesitzer vergangene Woche zu knapp acht Jahren Haft verurteilt.
Waffenarsenal in Remscheid: Hauptbeschuldigten drohen längjährige Freiheitsstrafen
Bereits Ende Oktober wurden drei mutmaßliche kriminelle Waffenhändler im Alter zwischen 34 und 59 Jahren festgenommen. Ihnen drohen ebenfalls lange Haftstrafen. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an. Deswegen wollte die Staatsanwaltschaft im Interview mit dem WDR bisher keine weiteren Angaben machen.
- Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- Nachrichtenagentur afp