Tempelfest in einem der größten Hindu-Tempel Deutschlands

03:18 Min. Verfügbar bis 11.06.2028

Mitten in Oberberg Tempelfest in einem der größten Hindu-Tempel Deutschlands

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Mehr als 1.000 Gläubige werden in Gummersbach erwartet. Heute am Sonntag ist der Höhepunkt.

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Niklas Bohlen

Ein Gewerbegebiet am Rande von Gummersbach. Lagerhallen, Firmengebäude, ein Supermarkt. Und ebenfalls genau hier und von außen unscheinbar: der Kurinchikkumaran-Tempel. Menschen in farbenfrohen Gewändern strömen hinein, aus dem Innern erklingen Gesänge und Trommeln.

Ein Stück Sri Lanka im Bergischen Land

Vor dem bunt geschmückten Schrein in der Mitte des Tempels versammeln sich gut 100 Gläubige. Priester sprechen Gebete, laute Trommel- und Flötenmusik erklingt, immer wieder steigen Rauchschwaden von Kerzenständern auf.

Bemini Nagulendran steht im Tempel vor einem Schrein.

Bameni Nagulendran freut sich auf die Festtage.

"Für mich ist das jedes Jahr wieder ein ganz besonderer Moment", sagt Bameni Nagulendran. Die 28-Jährige ist in Gummersbach aufgewachsen und Tamilin. Ihre Eltern sind in den 1980er-Jahren aus Sri Lanka ins Oberbergische ausgewandert. Sie kommt seit ihrer Kindheit in den Tempel.

"Es gibt besondere Zeremonien und Prozessionen. Viele Menschen nehmen sich dafür Urlaub oder reisen von weit her an, um dabei zu sein." Bameni Nagulendran

Wie die Tamilen nach Gummersbach kamen

Der Kurinchikkumaran-Tempel wurde 1993 von hinduistischen Tamilen aus Sri Lanka eröffnet, die infolge des Bürgerkriegs nach Deutschland geflohen waren und im Oberbergischen eine neue Heimat fanden. Mittlerweile leben rund 200 Tamilen in Gummersbach. Warum ausgerechnet hier, kann niemand so genau sagen. Vielleicht war es der Tempel, der früh zum Treffpunkt der Gemeinschaft wurde.

"Hier im Tempel treffen wir Familie, Freunde und Menschen, die dieselben Traditionen haben. Gerade für die jüngeren Generationen ist das wichtig, damit die Kultur und die Sprache nicht verloren gehen."

11 Tage Tempelfest

Dann wird es im Raum ruhiger. Die Blicke richten sich nach oben. Nach fast zwei Stunden erreicht die Zeremonie ihren Höhepunkt: In der Mitte der Tempelhalle wird eine große weiße Fahne gehisst. Langsam steigt sie nach oben, begleitet von Gebeten, Trommeln und Flötentönen.

"Das ist der offizielle Beginn unseres Tempelfestes“, erklärt Nagulendran. „Ein Zeichen für Gemeinschaft und Segen."

Ein Tempel für alle

"Viele Menschen denken, der Tempel sei nur für uns Hindus da. Aber jeder kann vorbeikommen und sich das anschauen. Wir freuen uns immer über Besucher", sagt Nagulendran. Regelmäßig kommen auch Schulklassen aus der Umgebung in den Tempel, um mehr über den Hinduismus zu erfahren. Die Gemeinde versteht sich ausdrücklich als Ort des Austauschs.

Zum Höhepunkt des Tempelfests werden beim großen Festumzug mehr als 1.000 Menschen erwartet. Dann ziehen die Gläubigen mit aufwendig geschmückten Wagen rund um den Tempel.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Gespräch mit Bameni Nagulendran

Sendung: WDR Lokalzeit aus Köln, 11.06.2026, 19:30 Uhr

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