Ein Monti-Fahrzeug an einer Haltestelle

Monti soll den Nahverkehr auf dem Land attraktiver machen.

Bus per App im Oberbergischen Das soll sich bei "Monti" ändern

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Im Oberbergischen verbindet der Fahrdienst "Monti" Ortschaften, wo kaum ein Bus fährt. Der Kreis will das Angebot neu aufstellen.

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Julian Piepkorn

Kein Bus auf dem Dorf? Im Oberbergischen stimmt das nicht: In Nümbrecht, Wiehl und Marienheide kann der Rufbus Monti wie ein Taxi per App bestellt werden. Ein Angebot, das gut ankommt. In Stoßzeiten sind kaum spontane Fahrten verfügbar.

Der Kreis will das beliebte Rufbus-Angebot nun neu aufstellen. Am Montagabend hat der Kreis sein Zukunftskonzept für Monti im Entwicklungsausschuss vorgestellt. Die Mehrheit der Parteien steht hinter den Plänen, hat aber noch Fragen zur Finanzierung. Ende Juni muss dann der Kreistag zustimmen.

Monti soll Buslinien im Oberbergischen stärken

Ziel der Pläne: Das bestehende ÖPNV-Angebot auf dem Land stärken. Das besteht im Oberbergischen aus zentralen Buslinien, die meist durch die Hauptorte fahren. Die Idee: Statt Monti, wie bisher, als Ergänzungsangebot oder eine Art Taxi zum Sparpreis zu betrachten, sollen die kleinen Busse nun fester Bestandteil des Nahverkehrsnetzes werden.

Heißt: Weniger individuelle Fahrten und stattdessen mehr Zubringerverkehr zu den Haltestellen der regulären Linienbusse. Zudem könnte Monti künftig auf Nebenlinien eingesetzt werden, die sehr wenig nachgefragt sind. Noch ist unklar, welche Linien davon genau betroffen sind. Denn diese Nebenlinien sind häufig auf die Belange der Schüler ausgerichtet.

Was bedeutet das neue Monti-Konzept in der Praxis?

Politiker bei einer Ausschusssitzung

Zukunft von Monti: Mobilitätsdezernent Frank Herhaus stellt die Pläne vor

Der WDR fragte nach der Ausschusssitzung bei Mobilitätsdezernent Frank Herhaus, Amtsleiter Michael Tünker und OVAG-Chefin Corinna Güllner nach. Sie sagten: Kein Schüler, der aktuell mit einem regulären Linienbus fährt, müsse dann ein Monti bestellen. Stattdessen sollen die Fahrzeuge wie ein Kleinbus regulär auf diesen Umläufen fahren. Das müsse aber alles noch im Detail geplant werden.

Schnell werden auch die Parallelverkehre zum Linienbus nicht beendet sein. Wer heute von Wiehl nach Nümbrecht fährt, kann zwischen Monti und Linienbus entscheiden. Damit Monti künftig von den Dörfern nur noch ein reiner Zubringer zu den Buslinien werde, müsse man die Software umstellen. Aber das dauere. Man wolle dazu mit der zentralen Abteilung beim VRS die Gespräche suchen, sobald ein Beschluss der Politik da ist.

Monti künftig auch in Reichshof?

Geprüft werden soll außerdem eine Erweiterung auf die Reichshofer Ortschaften Hunsheim und Wenrath. So sollen Berufspendler ihren Arbeitsplatz bei den dortigen Firmen besser erreichen.

Eine Frau in Arbeitshose steht vor ihrem Auto

Sarah Frankot aus Reichshof würde sich über Monti freuen.

Das würde auch Sarah Frankot aus Reichshof freuen. Sie arbeitet in Hunsheim und fährt jeden Tag mit dem Auto aus Brüchermühle zur Firma. "Wenn Monti hier hochfährt, würde ich das auf jeden Fall nutzen", sagt sie und schaut etwas wehleidig auf ihr Auto. "Das Auto ist dann doch ganz schön teuer."

An der Stadtgrenze zu Waldbröl soll man zudem in den Bürgerbus umsteigen können, der ebenfalls "on-demand" fährt - also nur auf Abruf. In Marienheide soll Monti ins Gewerbegebiet nach Gummersbach-Windhagen fahren. Auch die Bahnhöfe in Engelskirchen-Ründeroth und Gummersbach-Dieringhausen könnten perspektivisch mit dem Ruftaxi erreicht werden. Noch sei das aber "softwareseitig" nicht möglich.

Per App zu über 800 virtuellen Haltestellen

Monti fährt bereits seit 2021 zwischen Wiehl und dem Ortsteil Drabenderhöhe. Der kleine Taxibus verkehrt nur auf Nachfrage. Fahrgäste können die Kleinbusse per App zu 800 virtuellen Haltestellen rufen.

Ein Algorithmus bündelt die Anfragen, sodass pro Fahrt und Strecke möglichst viele Fahrgäste mitgenommen werden können. Wer schon einen gültigen Fahrschein hat, muss einen Zuschlag von bis zu 2,50 Euro zahlen. Aktuell sind zehn Fahrzeuge für Monti im Einsatz.

Monti: Oberbergischer Kreis will Rufbus neu aufstellen

WDR 02.06.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 01.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Zukunftskonzept Monti des Oberbergischen Kreises
  • Beobachtungen des WDR-Reporters im Entwicklungsausschuss des Kreises
  • Gespräch mit Verantwortlichen bei Kreis und OVAG

Sendung: WDR.de, Monti: Oberbergischer Kreis will Rufbus neu aufstellen, 02.06.2026, 5:01 Uhr

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