Streik in AWO-Einrichtungen in NRW | Aktuelle Stunde

WDR 00:32 Min. Verfügbar bis 24.03.2028

Kitas, OGS, Pflege: Verdi bestreikt AWO-Einrichtungen in NRW

Stand:

Die Gewerkschaft Verdi hatte die etwa 35.000 tarifgebundenen Beschäftigten der AWO in NRW für Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen. Das traf vor allem Kitas, Offene Ganztagsangebote (OGS) und Pflegeeinrichtungen.

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Betroffen waren AWO-Einrichtungen in weiten Teilen des Landes und zentrale Angebote für Kinder, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist einer der größten Träger sozialer Dienstleistungen in NRW

Kitas, OGS, Pflegeeinrichtungen und Jugendhilfe betroffen

Kinder rutschen auf einer Rutsche

AWO-Beschäftigte streiken für mehr Lohn

Am Streik beteiligten sich Beschäftigte aus Kindertagesstätten und dem Offenen Ganztag (OGS), der Pflege- und Seniorenarbeit, der Teilhabe- und Inklusionsdienste, der Jugend- und Familienhilfe, der sozialen Beratung sowie aus Verwaltung und Service. Zentrale Kundgebungen gab es in Köln, Bochum und Herford.

An der Veranstaltung in Bochum nahmen laut der Veranstalter rund 2.500 Menschen teil. Sie zogen vom Hauptbahnhof aus zum Willy-Brandt-Platz, auf dem die Abschlusskundgebung stattfand.

Eine große Menschenmenge zieht in gelben Warnwesten und mit Transparenten und Verdi-Fahnen durch die Bochumer Innenstadt.

2.500 Menschen demonstrieren in Bochum.

Die Demonstrierenden fordern unter anderem höhere Gehälter. Eine der teilnehmenden Altenpflegerinnen wünscht sich beispielsweise eine allgemeine Lohnerhöhung um mindestens 500 Euro - unabhängig von prozentualen Anpassungen.

Die meisten Schließungen im Ruhrgebiet und in Köln

Mädchen spielt im Sandkasten

Dienstag bleiben AWO-Kitas geschlossen

Im Ruhrgebiet und im Raum Köln gab es nach Angaben von Verdi-Pressesprecher Martin Wähler die meisten Schließungen. NRW-weit befinden sich 840 Kitas und 519 Offene-Ganztags-Betreuungen in AWO-Trägerschaft. In den Pflegeeinrichtungen gab es Notdienste.

AWO: Kein Verständnis für Streik

Die AWO äußerte kein Verständnis für den Streik: "Der Arbeitgeberverband hat der Gewerkschaft am 4. März in der dritten Tarifrunde ein faires Angebot vorgelegt. Wir haben uns noch während der Verhandlungen kompromissbereit gezeigt und das Angebot verbessert", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Demnach bieten wir nunmehr eine in drei Stufen gestaffelte Steigerung der Löhne und Gehälter um insgesamt 5,2 Prozent an sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro", so die AWO weiter. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 30. und 31. März angesetzt.

Forderung nach spürbarer Entgelterhöhung der Care-Berufe

Die Beschäftigten fordern eine spürbare Entgelterhöhung der Care-Berufe mit festen Beträgen, um untere und mittlere Einkommen zu entlasten. "In 20 Jahren hat es bei der AWO keine vierte Verhandlungsrunde gegeben. Das zeigt, wie wichtig den Beschäftigten eine gerechte Entgelterhöhung ist - insbesondere mit festen Beträgen für alle", teilte Verdi-Verhandlungsführerin Susanne Hille mit.

AWO-Warnstreik am Dienstag in NRW

WDR 23.03.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 22.03.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi
  • Martin Wähler, Verdi-Pressesprecher NRW
  • Verdi-Verhandlungsführerin Susanne Hille
  • Pressemitteilung der Arbeiterwohlfahrt AWO
  • Beobachtungen der Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, "AWO-Warnstreik am Dienstag in NRW", 23.3.2026, 10:53 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 24.03.2026, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Rollgardina Pfefferminz 25.03.2026, 01:20 Uhr

    Warum wollen die mehr Geld?? Die können doch einfach ihre Miete, Heizung und Lebensmittel mit Applaus bezahlen...;)

  • 7 Rollgardina Pfefferminz 25.03.2026, 01:15 Uhr

    Wieso wollen die mehr Geld?? Die können doch ihre Miete, Heizung und Lebensmittel demnächst einfach mit Applaus bezahlen... ;)

  • 6 Philipp Gescheidt 24.03.2026, 15:35 Uhr

    Danke, sehe ich ganz genaus @Jutta. Ohne Gewerkschaften und Tarife hätten wir hier amerikanische Verhältnisse seit Zeiten der Industrialisierung und jetzt mit der Merz -Regierung längst schon längere Arbeitszeiten und mehr Ausbeutung bzw mehr amerikanische Verhältnisse

    Antworten (1)
    • Rumpelstilz 25.03.2026, 09:50 Uhr

      Offenbar sind Sie mit amerikanischen Verhältnissen nicht sehr vertraut, denn gewerkschaftlicher Druck ist dort extrem ausgeprägt. Viele Berufe dürfen Sie erst ausüben, wenn Sie Mitglied der jeweiligen Gewerkschaft sind. Also bitte zuerst einmal präzise informieren statt Pauschalurteile zu fällen.

  • 5 Merkurfeuer 24.03.2026, 13:01 Uhr

    Einmalzahlung von 150 Lappen hört sich hier sehr niedrig an, wenn Manager selbst Mio. einstreichen dürfen. Ich denke der Streik ist darum gerechtfertigt. Macht bessere Angebote als Arbeitgeberseite.

  • 4 Axel 24.03.2026, 11:02 Uhr

    Erst kommen die Leute dank Streik nicht ins Büro und dann können sie ihre Kinder nicht mehr betreuen lassen. Wann bekomme ich mal eine Gehaltserhöhung?

    Antworten (1)
    • Anonym 24.03.2026, 11:33 Uhr

      Fragen Sie doch einmal ihren Chef. Hier wird ihnen niemand eine Gehaltserhöhung geben können.

  • 3 Jan 24.03.2026, 10:40 Uhr

    Auch wenn es gerade viele nervt: Streiks und Gewerkschaften sind wichtig! Ohne die würden wir nicht das haben, was wir für selbstverständlich halten. Erfolge von Gewerkschaften (Quelle: DGB Website): - Mitbestimmung in Betrieben und Unternehmen - 5-Tage-Woche - Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - 40-Stunden-Woche und 8-Stunden-Tag - Bezahlter Jahresurlaub und Urlaubsgeld - Kündigungsschutz und Beschäftigungssicherung - Gute Löhne, gute Gehälter - Soziale Sicherheit - Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz - Gute Bildung und Ausbildung

    Antworten (5)
    • Rainer Kluge 24.03.2026, 12:13 Uhr

      Sehr undurchdachte pauschale Beurteilung.

    • Jutta Intelligenta 24.03.2026, 13:38 Uhr

      @Rainer Kluge, die Geschichte der Arbeiterbewegung hatte sicher ihre Höhen und Tiefen. Aber insgesamt betrachtet - sozialgeschichtlich und in der Gesamtschau, stimmt Jans Version. Da nützt der Verweis auf undurchdachte Beurteilung reichlich wenig. Zumal eine Begründung dafür ausbleibt.

    • Johan 24.03.2026, 15:48 Uhr

      Vollkommen Richtig! Ohne meine Gewerkschaft würde es mir niemals so gut gehen! Ohne Gewerkschaften würden wir uns durchs Leben schlagen müssen wie viele Amis, wo die Gewerkschaften viel schwächer und unerwünschter sind!

    • Rainer Kluge 24.03.2026, 18:05 Uhr

      Meine lieben Befürworter, aktuell bewirken all die endlosen Streiks genau zwei Dinge. 1. unausbleibliche Preissteigerungen und damit geht es noch mehr ins Geld was NIEMAND hilft. 2. Mehr als der Schrei nach Einkommenssteigerungen ist für Gewerkschaften nicht mehr vorhanden.

    • Jutta Intelligenta 25.03.2026, 11:02 Uhr

      @Rainer Kluge. Auch hier wieder Behauptungen, die nicht nachvollziehbar sind. Ob es nur Krisen sind die sich aus dem wirtschaftlichen Zyklus der Marktwirtschaft ergeben oder wie aktuell kriegsbedingt sind, Arbeitnehmer benötigen zum Leben ausreichend Geld. Daran führt kein Weg vorbei. Die Forderungen zurückzustecken hat ihre Grenze aus Arbeitnehmersicht erreicht. Gewerkschaften sind mehr als nur Schrei nach mehr Geld, sie helfen Arbeitnehmern auch bei Kündigungen, Steuern und leisten Sozialberatung. Gewerkschaften waren und sind Sozialgemeinschaften mit gemeinsamen Interessen und Solidarität. Einige Sparten sind auch heute noch berufsständisch geprägt. Das verweist auf eine kulturelle Dimension neben der wirtschaftlichen Dimension.

  • 2 Anonym 24.03.2026, 09:57 Uhr

    Auch den AWO-Streikenden sende ich solidarische Grüße.

    Antworten (1)
    • Rainer Kluge 24.03.2026, 18:06 Uhr

      Meine Grüße sind da eher unfreundlich!

  • 1 Rumpelstilz 24.03.2026, 09:49 Uhr

    Ver.di--DIE professionelle Streikorganisation ...

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