LIVE aus Kerpen Stephan Pesch | WDR aktuell
01:54 Min.. Verfügbar bis 18.11.2027.
Besetztes Waldstück am Tagebau Hambach geräumt und gerodet
Stand:
Seit Dienstag haben RWE und die Polizei am Tagebau Hambach bei Kerpen das so genannte Manheimer Sündenwäldchen geräumt. Das etwa ein Hektar große Waldstück wird von Umweltaktivisten besetzt. Der Einsatz wurde gestern mit Beginn der Dunkelheit unterbrochen und am Mittwoch fortgesetzt.
Wir wollen deine Meinung hören!
Jetzt mitdiskutierenDie Polizei des Rhein-Erft-Kreises und das RWE haben es bestätigt: Das Manheimer Sündenwäldchen ist nun vollständig geräumt und gerodet worden. Die gefällten Bäume werden bald abtransportiert. Danach wird RWE das Gelände nach Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg absuchen lassen.
Die Überreste des Waldstücks, aus der Ferne aufgenommen, da unser Reporter nicht näher herangehen durfte
Polizei weiterhin mit Einsatzkräften vor Ort
Die Polizei ist auch heute noch mit vielen Einsatzkräften vor Ort, um zu verhindern, dass das Gelände betreten wird. Sie soll das Gelände auch in den kommenden Tagen sichern.
Protest vor dem Polizeipräsidium
Es gibt weiterhin Protest gegen die Rodung, aktuell etwa vor dem Polizeipräsidium in Bergheim. Umweltaktivisten haben hier ein Zelt aufgebaut, eine Versammlung angemeldet. Sie nennen es Mahnwache. Denn vier der Besetzer des Manheimer Sündenwäldchens befinden sich in Polizei-Gewahrsam, weil ihre Personalien bislang noch nicht festgestellt werden konnten.
Start des Einsatzes bereits am Dienstagvormittag
Schon gestern (18.11.) hatte die Polizei damit begonnen, die insgesamt 16 Aktivisten aus dem Wald zu holen. Dazu waren mobile Hebebühnen im Einsatz.
Aktivisten leisten keinen Widerstand
Bis zuletzt verlief die Räumung friedlich, die Aktivisten leisteten keinen Widerstand, als sie den Wald verlassen mussten. Die Beamten nahmen von zwölf von ihnen die Personalien auf. RWE will Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen sie erstatten.
Einsatzkräfte aus ganz NRW vor Ort
Viele Einsatzfahrzeuge sind wegen der Räumung vor Ort
Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren am Dienstag vor Ort. Sie waren aus ganz NRW ins Rheinische Revier gerufen worden. Eine Polizeisprecherin sagte, dass die Beamten zunächst die Mitarbeitenden von RWE abgesichert hatten, die am Dienstag das umstrittene Sündenwäldchen abholzen wollten. Zudem riegelte die Polizei das Waldstück ab.
Die Stadt Kerpen hatte dort vor einigen Wochen auf Wunsch von RWE ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot verhängt und mit einer Räumung gedroht, sollten die Demonstranten das Sündenwäldchen nicht freiwillig verlassen.
Sündenwäldchen seit über einem Jahr besetzt
RWE und Polizei hatten zunächst gehofft, dass die Umweltaktivisten freiwillig ihre Baumhäuser verlassen. Viele der Holzkonstruktionen sind in den vergangenen Wochen vom Sturm beschädigt worden. Die Waldbesetzer demonstrieren jedoch mittlerweile seit über einem Jahr gegen die Rodung der Bäume.
RWE will in Höhe des ehemaligen Kerpener Ortsteils Manheim Sand und Kies für die Böschungen des geplanten Hambacher Sees abgraben.
Unsere Quellen:
- Polizei Rhein-Erft-Kreis
- Stadt Kerpen
- RWE
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Über dieses Thema berichtet der WDR am 19.11.2025 auch im Radio auf WDR2 in den Lokalnachrichten um 11:30 Uhr und im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19:30 Uhr.
32 Kommentare
Kommentar 32: Robert Garhammer schreibt am 21.11.2025, 09:26 Uhr :
Da wird für ein Brachfläche, eine vergewaltigte Landschaft, ein intaktes Naturgrundtück nieder gemetzelt...Ich kann es nicht fassen. Was sind das für Leute die sowas entscheiden....?
Kommentar 31: Bobbahn schreibt am 19.11.2025, 21:49 Uhr :
Endlich kann unser Rodelhügel wieder benutzt werden.
Kommentar 30: Local Hero schreibt am 19.11.2025, 18:20 Uhr :
Man hätte diesen Abenteuerspielplatz für adulte saturierte Wohlstandsblagen schon viel früher abräumen müssen.
Kommentar 29: Ulrich Franz schreibt am 19.11.2025, 15:52 Uhr :
Guten Tag, Ich finde es hoch problematisch, wenn der WDR von "Sie nennen es Mahnwache" spricht und damit eine Form des Demonstrationsrechtes versucht ins Lächerliche zu ziehen bzw. ein Grundrecht herabwürdigt. Ein solches Gebaren des WDR ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich erwarte, dass dies der WDR unterlässt und sich bei den Leser*innen für dieses Gebaren entschuldigt. Gleiches gilt im Übrigen für die Berichterstattung im WDR, wo die gleiche Formulierung gebraucht worden ist. Geht gar nicht.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 19.11.2025, 20:12 Uhr :
Hallo Ulrich Franz! Es handelt sich um eine angemeldete Versammlung, die Demonstranten selbst nennen diese "Mahnwache". Das haben wir in unserem Artikel nun präzisiert.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 19.11.2025, 20:12 Uhr :
Viele Grüße! Ihr WDR aktuell Team
Antwort von Michel , geschrieben am 19.11.2025, 17:25 Uhr :
Wieder einer mehr der die Sache offensichtlich falsch versteht. Diese Formulierung ist m.E. von der Gruppe übernommen worden . Nu mach mal kein Drama daraus......
Antwort von Mich@ , geschrieben am 19.11.2025, 17:34 Uhr :
Eine durchaus angemessene Anmerkung
Antwort von Heike , geschrieben am 19.11.2025, 17:43 Uhr :
Danke, Herr Franz, ähnlich ging es mir durch den Kopf: was hier berichtet wird, klingt wie wirre Fetzen. Sollten die ernst zu nehmenden Medien nicht etwas mehr Sorgfalt bei der Berichterstattung an den Tag legen?! Oder ist das nicht gewollt?
Antwort von Hoch problematisch , geschrieben am 19.11.2025, 21:53 Uhr :
Höchst problematisch! Das geht ja gar nicht! Nie was schlimmeres gelesen.
Kommentar 28: Mich@ schreibt am 19.11.2025, 13:36 Uhr :
Zu Schaden gekommen ist nicht nur der Wald sondern wir alle. RWE macht was es will. Die Politik erfüllt die Erwartungshaltung des Konzern. Unsere Kinder werden es uns danken. Bei der Nächsten Klimakatastrophe beruhigen wir unser Gewissen mit „Deutschland hilft“
Kommentar 27: Heino schreibt am 19.11.2025, 10:47 Uhr :
Gottseidank hat dieser Zirkus sein Ende gefunden. Hoffentlich ist von den Ordnungskräften niemand zu Schaden gekommen.
Antwort von @Heino , geschrieben am 19.11.2025, 13:51 Uhr :
Bemerkenswert, dass Sie Freude an Umweltverbrechen haben und dafür sogar Gott danken. Die "Ordnungskräfte" sind übrigens Teil des Problems, dass Sie nicht verstehen können oder wollen.
Antwort von Petra , geschrieben am 19.11.2025, 19:13 Uhr :
An @Heino: Sie sehen Ordnungskräfte als Teil des Problems? Teil des Problems dürfte wohl eher Ihre Einstellung und die anderer (Umwelt-)aktivisten zu Ordnungskräften sein. Die Respektlosigleit und Aggressivität gegenüber Ordnungshütern k.... mich schon lange an. Hier hat es eine gerichtliche Entscheidung gegeben, die es zu akzeptieren gilt. Wenn es nach mir ginge, würde der BUND nicht einen Cent an öffentlichen Fördermitteln erhalten. Dem Vorredner Heino stimme ich aus vollstem Herzen zu.
Kommentar 26: WR schreibt am 19.11.2025, 10:07 Uhr :
RWE sieht die Rodung des Sündenwäldchens und den Zugriff auf den darunter liegenden Abraum für die Anlage der dauerhaften Böschungen für notwendig. Die Rodung hat also nichts mit der Braunkohlegewinnung zu tun. Also alle Kommentare, die sich über das Gewinnstreben des RWE aufregen, haben das Thema verfehlt.
Antwort von Rolf , geschrieben am 19.11.2025, 11:30 Uhr :
Andere sehen die Rodung des Wäldchens und Zugriff auf den dort liegenden Sand und Kies nicht notwendig, das Material könnte auch von anderen, weiter entfernten Stellen genommen werden. Aber es ist für RWE natürlich einfacher und daher billiger. Doch, ich finde, da kann man sich schon über das Gewinnstreben aufregen. Ich wäre auch dafür, dass die tiefsten Löcher und offenen Braunkohle-Flächen wieder mit Abraum verfüllt und mit Lehm abgedeckt werden, bevor die Grube geflutet wird. Aber das macht Arbeit, kostet Geld, und wird deshalb wahrscheinlich ebenfalls nicht passieren.
Antwort von Mich@ , geschrieben am 19.11.2025, 13:39 Uhr :
Das ist Quatsch der Konzern ist Börsennotiert und nicht gemeinnützig
Antwort von Max , geschrieben am 19.11.2025, 16:03 Uhr :
Ich war selbst vor Ort, ich fand's schade dass selbst aus eigenen Reihen Bäume gefällt wurden um z.b. Feuer zu machen oder für die Herstellung der Baumhäuser. Ich finde wenn man schon Protestiert dann doch bitte richtig und nicht den selben Fehler machen wie der sogenannte Gegner.
Kommentar 25: Ariane schreibt am 19.11.2025, 08:44 Uhr :
Ich schäme mich für RWE!!!
Kommentar 24: Marcus Westphal schreibt am 19.11.2025, 02:42 Uhr :
Hehre Ziele rechtfertigen niemals unrechtmäßiges Handeln. Verdächtige kriminelle Aktivisten sollten in Untersuchungshaft genommen werden können, auch damit sie nicht wiederholt stören können. Teilnehmer aus dem öffentlichen Dienst sowie Nutznießer staatlicher Einrichtungen sollten dort schon im Verdachtsfall entfernt werden können. Solange eine Organisation zum Gesetzesbruch aufruft oder diesen auch nur (mittelbar) toleriert, gilt es sie mit aller Schärfe des Rechtsstaates zu verfolgen, sie zu verbieten und wirkungslos zu machen. Das beinhaltet selbstverständlich den automatischen sofortigen und unverhinderbaren Entzug öffentlicher Miittel, Vergünstigungen und Aufträge. NGOs, die auch nur ansatzweise gegen diesen Staat, seine Verfassung oder Gesetze, seine Prosperität, sein Volk, seine Parteien agitieren oder handeln, muss bereits in der Ermittlungsphase der Geldhahn zugedreht werden. Endlich Schluss mit der schnarchenden Legislative!
Antwort von Michel , geschrieben am 19.11.2025, 13:09 Uhr :
.......gut formuliert. Ganz in meinem Sinne. Danke !
Antwort von Mich@ , geschrieben am 19.11.2025, 13:42 Uhr :
Genau der ganze Konzernvorstand muss zur Rechenschaft für das Ahrtal gezogen werden endlich mal wahre Worte
Antwort von @Westphal , geschrieben am 19.11.2025, 13:54 Uhr :
Warum feiern unsere Politiker dann die Widerstandskämpfer der DDR und des 3. Reichs?
Antwort von Poldi , geschrieben am 19.11.2025, 19:15 Uhr :
Danke Herr Westphal für Ihre Worte.
Antwort von Brigitte , geschrieben am 19.11.2025, 20:08 Uhr :
Wow, gut gebrüllt Löwe!!! 🤮
Kommentar 23: Waldretter schreibt am 18.11.2025, 21:50 Uhr :
Mit Gretelchen im Sündenwald Da bleibt die Küche leider kalt. Der Zottel weiß es schon seit Wochen Das Gretelchen kann nicht mal kochen
Antwort von Gerd , geschrieben am 20.11.2025, 06:52 Uhr :
Was möchten Sie der Welt mitteilen - außer, dass Sie eine antiquierte Vorstellung von Geschlechterrollen haben?
Kommentar 22: Loverboy schreibt am 18.11.2025, 21:18 Uhr :
Was war das immer schön mit A. im Sündenwäldchen