Geständnisse im Fall der Gruppenvergewaltigung in Heinsberg
00:39 Min.. Verfügbar bis 01.06.2028.
Das hatte das Gericht zum Prozessauftakt Mitte Mai beschlossen. Damit sollen vor allem die jüngeren Angeklagten geschützt werden. Die Verteidiger verlasen am Montag die Geständnisse von vier Angeklagten. Darin betonten sie, dass sie die Verantwortung für die Tat übernehmen werden. Man habe während der Untersuchungshaft viel Zeit gehabt, nachzudenken. Die geständigen Angeklagten zeigten auch Reue.
Entschuldigung beim Opfer
Alle vier Männer entschuldigten sich bei dem Opfer, das erst zu einem späteren Zeitpunkt in dem Prozess aussagen wird. Unklar bleibt weiterhin das Motiv. Einer sprach in seiner schriftlichen Einlassung von einem gruppendynamischen Prozess. Der fünfte Angeklagte wollte sich heute nicht zu der Tat äußern. Ob er dies noch machen wird, bleibt erst einmal offen. Die mutmaßlichen Täter sind zwischen 17 und 27 Jahren alt. Vier von ihnen sind syrischer und einer irakischer Herkunft. Das mutmaßliche Opfer stammt aus Aserbaidschan.
Vorwurf der Gruppenvergewaltigung
Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Männern vor, am 18. Oktober in einer Wohnung in Heinsberg-Unterbruch eine damals 17-Jährige gemeinsam vergewaltigt zu haben. In der Wohnung sollen die Täter die Minderjährige mit einem Elektroschocker bedroht haben, um sie gefügig zu machen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannte die junge Frau zumindest einen der Männer schon vorher. Die junge Frau erstattete einen Tag nach der Tat Anzeige bei der Polizei.
SEK-Einsatz
Die Polizei setzte daraufhin ein Spezialeinsatzkommando ein. Das vor allem deshalb, weil die Beamten offenbar vermuteten, dass die Männer über Schusswaffen verfügen. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden dann auch tatsächlich eine Pistole und ein Elektroschocker gefunden. Das Urteil in diesem Prozess soll im Juli fallen.
Unsere Quellen:
- Landgericht Aachen
Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 01.06.2026, 14:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 01.06.2026, 19:30