Rosen ranken um eine Gartenlaube, ein Brunnen plätschert zwischen irischem Strandkies und auf dem Tisch steht eine Tasse Tee mit Blumenmotiv.
Für Kai-Judith Wetzel gehört zur englischen Gartenkultur auch, den eigenen Garten zu öffnen. Jeder, der sich für ihren Garten interessiert, ist auch willkommen. Das ist typisch für die englische Gartenkultur. Erst kürzlich hatte sie bei der Aktion "offene Gartenpforte" 300 Besucher an einem Wochenende zu Gast. Denn über 1.350 Quadratmeter Garten sind über Jahrzehnte ihr "kleines England" geworden und das möchte sie teilen.
"In Großbritannien zeigt man bei einer Tasse Tee oder gegen eine gemeinnützige Spende gerne seinen Garten." Kai-Judith Wetzel, Hobby-Gärnerin
Alte Rosensorten
Die Liebe zu England kam bei der 49-Jährigen schon in der Jugend: "Ich war als Aupair-Kraft in der Grafschaft Kent und hatte da schon großes Interesse an Gärten."
So ist die Liebe zu den Gärten entstanden. Klar, dass englische Rosen nicht fehlen. Vor allem alte Rosensorten haben es ihr angetan. Sie hat viele duftende Sorten des britischen Gartenarchitekten David Austin. "Er ist in England berühmt und hat viele historische Rosen neu gezüchtet, die mehrmals im Jahr blühen."
Der englische Brunnen
Selbst ihren Brunnen hat sie nach britischem Vorbild gebaut. Kleine Details erinnern an ihr Lieblingsland. Ein Muss für sie war britischer Strandkies.
"Ich wollte unbedingt für die Wasserstelle britischen Strandkies haben." Kai-Judith Wetzel, Hobby-Gärtnerin
Der war gar nicht einfach den zu kriegen. Sie suchte so lange, bis eine Baufirma in der Eifel den bunten Kies für sie bestellte. Er erinnert sie an das Geräusch, wenn das Meer über den Kies gleitet und mit dem Wasser seine Farbe ändert.
Englische Kamine
Viele Dekostücke hat sie sich von ihren zahlreichen England-Reisen importiert. Von der englischen Holz-Gartenbank, über eine Sonnenuhr bis hin zu verschnörkelten Kaminen. "Die sind in England ganz bekannt: Chimney Pots, also alte Keramikkamine historischer Häuser. Die bekommt man in England in speziellen Läden für Baumaterial."
Der grüne Mann
Ein beliebtes Objekt aus England hat sie sogar nachgetöpfert. Den "Green Man" – ein mystischer Blattkopf mit keltischen Wurzeln. "In England sind sehr viele Pubs nach ihm benannt", erklärt Wetzel.
Katze darf nicht fehlen
Im Sommer verbringt sie jede freie Minute in ihrem Garten. Wie in vielen englischen Gärten gehört auch hier eine Katze dazu.
Zwischen den Rosen macht es sich "Capability Brown" gemütlich – benannt nach dem berühmten britischen Landschaftsarchitekten des 18. Jahrhunderts. Daneben auf einer Teakbank genießt Kai-Judith Wetzel ihren Tee aus der Rosentasse. Und für einen Moment fühlt sich die Eifel für sie an wie ein kleines Stück England.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Interview mit Kai Judith-Wetzel
Sendung: WDR.de, Lokalzeit aus Aachen, 23.06.2026 ,19:30 Uhr.