Gemüse und Obst selber pflücken

Weilerswist will essbar werden

Stand:

Obst, Gemüse und Kräuter zum selber ernten und Gemeinschaftsgärten zum ackern: Weilerswist wird zum Naschen für alle.

Von Christoph de Vries

Katharina Heskamp radelt mit ihrem Fahrrad durch Weilerswist. Auf dem Feldweg hält sie Ausschau nach den Streuobstwiesen. Noch sind die Bäume klein, aber bald können hier alle so viel Obst Pflücken, wie sich möchten - kostenlos.

Denn die Streuobstwiese ist nur eine von insgesamt neun Stationen in der Gemeinde Weilerswist, in der die Bürger selber Kräuter, Obst und Gemüse pflücken oder anbauen können. Diese Stationen sollen Weilerswist "essbar" machen: Mit Apfelbäumen, Beerensträuchern oder Weinreben.

Obst, Gemüse und Kräuter zum selber ernten in Weilerswist

Am Bahnhof in Weilerswist gibt es zum Beispiel den Aromengarten. Während man also auf seinen nächsten Zug wartet, kann man in dem Naschgarten Beeren oder Kräuter pflücken. Alles ist barrierefrei.

Beim Swister Turm können die Weilerswister bald Wein ernten | Bildquelle: Christoph de Vries/WDR

Am Swister Turm wiederum hat der Verein Swister Turm e.V. die Patenschaft für eine Spalieranlage mit Weinreben übernommen. Sobald Früchte wachsen, darf sich jeder bedienen – verbunden mit dem Ausblick auf eines der bekanntesten Wahrzeichen der Gemeinde und die Zülpicher Börde.

Nicht alle Projekte sind bereits vollständig entwickelt. In Lommersum etwa entsteht mit einer Intensivobstanlage ein Baustein der Essbaren Gemeinde.

Bürgerworkshop entwickelt die "Essbare Gemeinde"

Die Idee entstand 2020 bei einem Bürgerworkshop. Seitdem wird das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt. Unterstützt wird es zum Beispiel durch die Landesregierung, die im letzten Jahr 137.000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt hat.

Es geht nicht nur darum, Pflanzen anzubauen, sondern auch Orte zu schaffen, an denen Menschen zusammenkommen, entdecken und erleben können. Dino Steuer, Bürgermeister Weilerswist

Infotafeln und Audiobeiträge stehen an den einzelnen Stationen, sodass man beim schlemmern auch ein bisschen lernen kann. In Zukunft sollen die Standorte auch über ein Radwegenetz miteinander verbunden werden.

Projekt lebt von den Menschen in Weilerswist

Im Gemeinschaftsacker pflanzen die Freiwilligen etwa Kohlrabi und Kräuter | Bildquelle: Christoph de Vries/WDR

Katharina Heskamp radelt weiter. Sie möchte zum Gemeinschaftsacker des Acker e.V. Den bewirtschaftet Katharina nämlich mit einer kleinen Gruppe ehrenamtlich. Aber jeder, der spontan mitgärtnern oder ernten möchte, kann einfach dazukommen.

Das Besondere an dem Projekt Essbare Gemeinde ist für mich, dass es viele verschiedene Stationen gibt. Und es kann einfach jeder mitmachen - es ist partizipativ und fördert die Gemeinschaft in Weilerswist. Katharina Heskamp, bewirtschaftet freiwillig den Gemeinschaftsacker mit

Das Projekt wird von der Gemeinde koordiniert, lebt jedoch vor allem vom Engagement zahlreicher Anwohner und Vereine.

Weilerswist will essbar werden

WDR 22.06.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 22.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Interview mit Sina Richter, Gemeinde Weilerswist
  • Interview mit Katharina Heskamp des Acker e.V.
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, Gemüse und Obst selber pflücken: Weilerswist will essbar werden, 22.06.2026, 12.47 Uhr