Feuerwehrmann Christian Heinrichs von der Feuerwehr Euskirchen steht draußen im Regen und telefoniert.

Christian Heinrichs von der Feuerwehr Euskirchen kämpft mit dem Wetter

Enttäuschung in Dahlem Feuerwehr muss Waldbrandübung wegen Gewitter abbrechen

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Damit hatte Christian Heinrichs nicht gerechnet: Sechs Monate hatte der Feuerwehrmann mit seinem Team eine Großübung geplant. Doch dann zieht in der Nähe des Eifelortes Dahlem ein Gewitter auf. Und die Einsatzleitung muss eine schwere Entscheidung treffen.

Es ist kurz vor neun am Samstag. Christian Heinrichs, ein großer, kräftiger Mann in blauer Feuerwehrmontur und mit einem freundlichen Lächeln, steht mit seinen Kollegen im Feuerwehrgerätehaus in Dahlem-Schmidtheim und wirft einen skeptischen Blick nach draußen. Der Himmel ist grau, es regnet. Was er noch nicht weiß: Es wird die nächsten Stunden weiter regnen. Und das wird Folgen haben.

Diese Waldbrandübung hat es so noch nie gegeben

Aber noch ist der 36-Jährige guter Dinge. Um kurz nach neun geht der Alarm los. Seine Kollegen springen in die Feuerwehrautos und fahren vom Hof. Genau so, wie Heinrichs das rund sechs Monate lang gemeinsam mit seinem Team der Kreisfeuerwehr Euskirchen geplant hat.

Zwei Löschfahrzeige und mehrere Feuerwehrleute während dem Einsatz im Regen.

Löschfahrzeuge auf dem Weg zum Einsatzort in einem Waldstück bei Dahlem.

Die Waldbrandübung ist eine Premiere. Mit rund 300 Einsatzkräften aus Euskirchen und den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Belgien. Das Deutsche Rote Kreuz soll ebenso ausrücken wie ein Löschhubschrauber der Polizeifliegerstaffel aus Düsseldorf. Denn die Sorge vor einem Waldbrand wächst mit jeder Hitzeperiode.

"Es ist nicht die Frage, ob diese Situation eintritt, sondern nur, wann und wo es passiert." Christian Heinrichs, Kreisfeuerwehrverband Euskirchen

Klar ist: Hitze und Trockenheit nehmen zu. Allein in den letzten Tagen gab es mehrere kleine Vegetationsbrände im Kreis Euskirchen. Vor drei Jahren hatte der Kreisfeuerwehrverband deshalb ein Konzept zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden erarbeitet.

Gemischte Gefühle vor dem Start der Übung

Mit der heutigen Übung wird dieses Konzept zum ersten Mal in die Tat umgesetzt. Ein enormer Aufwand, doch eins ist klar: Wenn der Ernstfall eintritt, müssen die Abläufe sitzen und die Absprachen zwischen den Rettungskräften reibungslos funktionieren.

Christian Heinrichs ist deshalb "irgendwas zwischen nervös und aufgeregt", erklärt er. Seit Januar hat er den Übungseinsatz mit einem kleinen Team geplant. "Wir haben so etwas in dieser Größenordnung noch nie geübt. Deswegen bin ich einerseits froh, wenn alles vorbei ist. Aber ich freue mich auch auf die Ergebnisse."

Der Regen hört einfach nicht auf

Um kurz vor 10 fährt Heinrichs zu einem Parkplatz im Wald zwischen Dahlem und Hellenthal. Hier, ganz in der Nähe, sollen die Kollegen einen Brand löschen, der sich durch Wind und Trockenheit schnell ausbreitet. Weil die Waldbrandgefahr aktuell so hoch ist, haben Heinrichs und sein Team das Feuer durch eine Nebelmaschine ersetzt, die den Rauch simuliert. Vom Parkplatz aus soll der Einsatz koordiniert werden. Heinrichs will schauen, ob die Zusammenarbeit klappt.

Auch der Euskirchener Landrat Markus Ramers ist gekommen, mischt sich mit seiner Regenjacke unter die Feuerwehrleute. "Wir sind ein großer Kreis mit vielen Waldflächen. Und die Klimaveränderungen zeigen, dass wir uns auf solche Szenarien wie einen Waldbrand vorbereiten müssen. Da hilft kein Konzept auf dem Papier, das muss man einfach mal üben.", so Ramers.

Gleich mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen während der Übung im Regen.

Dauerregen und Gewitter erschweren die Waldbrandübung

Dann klingelt Heinrichs Mobiltelefon. Der Löschhubschrauber wird nicht kommen, zu riskant ist der Flug bei diesem Wetter. Und das ist erst der Anfang. "Schade." Heinrichs sieht man die Enttäuschung an. "Vor allem für die Kollegen tut es mir leid, die hätten das gerne geübt. Aber wir wollen kein Risiko eingehen."

"Bei Gewitter im Wald? Keine gute Idee."

Mehrere Feuerwehrleute stehen gemeinsam im Regen und besprechen das gemeinsame Vorgehen

Einsatzbesprechung bei Regen und Gewitter.

Der Regen ist mittlerweile stärker geworden, der Himmel dunkler. Und das Gesicht von Heinrichs noch etwas ernster. Dann blitzt und donnert es. Und es dauert nicht lang, da klingelt sein Mobiltelefon erneut. "Der Einsatzleiter hat entschieden, den Einsatz abzubrechen."

Die Gefahr für die Feuerwehrleute sei einfach zu groß, bei einem Gewitter könne mitten im Wald zu viel passieren, erklärt Einsatzleiter Wolfgang Fuchs wenig später persönlich.

"Dass eine Übung dieser Größenordnung wegen des Wetters abgesagt werden muss, habe ich so auch noch nicht erlebt." Wolfgang Fuchs, stellvertretender Kreisbrandmeister

Und Heinrichs? Der zuckt mit den Schultern, lächelt. Regen tropft ihm vom Feuerwehrhelm. "Das ist echt Pech. Aber wir haben trotzdem einige Erfahrungen sammeln können heute. Und das Konzept haben wir in der Schublade. Wir werden einen neuen Anlauf machen." Vielleicht im Herbst, sagt er nach einigem Zögern. Und schiebt dann nach: "Bei besserem Wetter."

Waldbrandübung abgesagt

WDR 30.05.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 29.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Kreisfeuerwehrverband Euskirchen
  • Landrat Markus Ramers, SPD, Kreis Euskirchen
  • WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Waldbrandübung abgesagt, 30.05.2026, 15:10

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