Eine Frau schläft neben einem Wecker, welcher auf 3 Uhr zeigt.

Zeitumstellung: Vor allem Frauen bekommen Probleme

Stand:

In der Nacht auf Sonntag wurden die Uhren wieder umgestellt. Doch: Viele Menschen schlafen durch die Zeitumstellung schlechter und bekommen gesundheitliche Beschwerden. Eine Umfrage zeigt: Frauen trifft das häufiger als Männer.

Die Krankenkasse DAK hat rund 1.000 Menschen zu ihren Problemen nach der Zeitumstellung befragt. Dabei kam raus: 39 Prozent der Frauen haben gesundheitliche Beschwerden. Das sind deutlich mehr als bei den Männern (24 Prozent). Diesen Trend gab es schon letztes Jahr, dabei waren die Zahlen aber noch etwas geringer.

Wieso sind Frauen häufiger betroffen?

Professor Manuel Spitschan forscht am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und an der TU München zur Chronobiologie, also dazu wie unser Körper mit Zeit umgeht. Auf Anfrage sagte er dem WDR, dass es drei Gründe gibt, warum Frauen häufiger mit der Zeitumstellung zu kämpfen haben.

Zum einen gebe es in der Forschung Hinweise darauf, dass Frauen sensibler auf Änderungen ihres Schlaf-Rhythmus reagieren als Männer. Zum anderen können Zyklus-bedingte Hormonschwankungen zusätzlich beeinflussen, wie gut Frauen schlafen. Das könne die Anpassung an eine neue Zeit erschweren, so Spitschan.

Studien zeigen, dass Stress und chronische Müdigkeit die Anpassung an Zeitverschiebungen verlangsamen.  Prof. Dr. Manuel Spitschan, Chronobiologe

"Frauen tragen außerdem häufig eine höhere emotionale und organisatorische Belastung, wodurch der Schlafrhythmus weniger flexibel ist", sagt Spitschan. Frauen übernehmen Verantwortung für ihre Familie, leisten oft mehr Care-Arbeit als Männer und sind eher zuständig für die Kinderbetreuung. Gerade kleine Kinder wissen ja nicht, dass sie Sonntagnacht eine Stunde Schlaf geschenkt bekommen. All das scheint Frauen nach der Zeitumstellung anfälliger für gesundheitliche Beschwerden zu machen.

Wie genau wirkt sich die Zeitumstellung auf den Körper aus?

Eine Frau liegt im Bett und gähnt. Vor ihr steht, auf einem Nachttisch, ein Wecker.

Viele Menschen haben nach der Zeitumstellung Schlafprobleme

In der DAK-Umfrage klagten die meisten Betroffenen über Müdigkeit (75 Prozent) und Einschlafprobleme (65 Prozent). Seltener sind Konzentrationsprobleme (40 Prozent), Gereiztheit (33 Prozent) und eine depressive Stimmung (14 Prozent).

Der Chronobiologe Spitschan erklärt das mit einer Art "Mini-Jet-Lag". Laut ihm kann es auch zu Kreislaufbeschwerden kommen. In der Forschung wird außerdem diskutiert, ob die Zeitumstellung zu mehr Herzinfarkten führen könnte.

Winterzeit: Was sagt unser Körper zur Zeitumstellung?

WDR 5 Morgenecho - Interview 25.10.2025 06:04 Min. Verfügbar bis 25.10.2026 WDR 5


Download

Chronobiologe Prof. Dr. Thomas Kantermann von der FOM Hochschule meint, dass sich viele nicht an diesen Jetlag gewöhnen können, zum Beispiel weil ihre innere Uhr nicht so gut synchronisiert ist. Allerdings endet die Jetlag-Zeit für diese Menschen jetzt. Denn die Winterzeit ist die natürliche, die gesündere Zeit für uns, während die Sommerzeit laut Kantermann nur eine Erfindung ist.

Wie kommen wir mit der Zeitumstellung besser klar?

Wer den Körper langsam an die zusätzliche Stunde gewöhnt, kommt mit der Umstellung meist besser klar. Möglich wäre zum Beispiel vier Tage lang immer nur eine Viertelstunde später aufzustehen, statt am Sonntag eine ganze Stunde länger zu schlafen. Koffein und Alkohol stören den natürlichen Schlafrhythmus. Darauf zu verzichten, könnte also auch helfen.

Familie macht einen Waldspaziergang im Herbst

Tipp vom Experten: Spaziergänge helfen sich an die neue Zeit anzupassen

Prof. Spitschan setzt zum Wechsel außerdem aufs Sonnenlicht. Das sei der wichtigste Taktgeber für den Körper. Er rät zu Spaziergängen und einem Frühstück am Fenster. Abends sollten wir außerdem grelles, künstliches Licht meiden. Heißt: Vor dem Schlafengehen, Handy weg.

Menschen synchronisieren sich mit der Sonne Prof. Dr. Thomas Kantermann, Chronobiologe

Frauen rät Spitschan, vor allem vor der Menstruation auf genug Schlaf zu achten. Dann sollten sie sich auch nicht zu sehr belasten. "Wichtig ist auch Geduld – die Anpassung dauert in der Regel drei bis fünf Tage."

Unsere Quellen:

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 27.10.2025, 02:09 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 4 Franziska 1 26.10.2025, 23:33 Uhr

    Dem Klima ist es egal ob wir die Uhr umstellen. Heuer war das Frühjahr, der Sommer, der Herbst nicht über all im Land schön. Kinder waren nervig, die Frauen bekamen wenig Schlaf, es war zu hell um Kinder ins Bett zu legen. Jetzt legt man sie früher ins Bett, weil es schon dunkel wird? Wenn Kinder nicht schlafen können, welche Eltern können abends relaxen und das bei jeder Zeitumstellung eine Zeit lang. Jedes Jahr die gleiche Prozedur bei der Zeitumstellung. Frauen haben regelmäßig Probleme, Heut am Sonntag verlief der Tag wie geplant gut. Die Zeitumstellung erst bei Teatime gemerkt, da dämmerte es schon wegen dunkle Wolken. DenTag plante ich so: Frühstückzeit wie im Sommer, dann erst Uhren umgestellt. Mittag 30 Min. eher gegessen, Teatime ebenfalls eher und Abendbrot wieder normal wie immer. Erst jetzt um 23:30 merke ich das der Tag etwas länger war. Das Melatonin wirkt jetzt bei der Normalzeit gut für den Bio - Rhythmus. La la salama!

  • 3 Johann Moritz 26.10.2025, 09:30 Uhr

    Am Sinnvollsten wäre, den Arbeitstag an den Sonnenaufgang anzupassen: Im Sommer früh um 6 (oder, bei ewiger MEZ, um 5) anfangen, im Winter erst um 9. Das aber geht bei den Meisten nicht. Die Umstellung Sommer-/Winterzeit sorgt wenigstens in einem gewissen, geringen Umfang dafür, daß die Arbeitszeiten an den Biorhythmus angepaßt werden. Alternativ könnte man natürlich im Sommer die Arbeitsbeginnzeiten ändern. Macht aber bestimmt kein Arbeitgeber mit.

    Antworten (1)
    • Me 27.10.2025, 17:26 Uhr

      Ganz ehrlich? Ich finde auch im Sommer 6 Uhr als Arbeitsbeginn eine schlechte Idee. Es gibt tatsächlich Menschen, die keine Frühaufsteher sind. Ich finde auch im Sommer 9 Uhr eine gute Zeit als Arbeitsbeginn, insbesondere im Homeoffice. Man könnte alternativ natürlich auch die ganze Umstellerei lassen.

  • 2 Peter 25.10.2025, 20:39 Uhr

    Die Zeitumstellung war immer und ist es bis heute einer der vielen Fehler die wenige Menschen einrichten, aber Millionen darunter leiden. Die versprochene Einsparung hat es nicht gegeben. Sinnvollere Investitionen bringen an Energieeinsparung um ein vielfaches mehr. Beispiele gibt es doch genug!

    Antworten (1)
    • Chris 26.10.2025, 08:15 Uhr

      Der Natur ihren Lauf lassen - das Beste für Mensch und Tier! Warum ist das so schwer durchzuführen?!

  • 1 Bernd 1 25.10.2025, 20:09 Uhr

    Ich halte die „Sommerzeit“ für überholt,, denn wir gewinnen unsere Energie größtenteils anders; es war ja mal ein Energiesparmodell. Ich habe viele Jahre im Schichtdienst (dreischicht) gearbeitet und habe durch die Zeitumstellung zusätzliche Probleme gehabt. Ich finde auch den Aufwand, Millionen von Uhren umzustellen, nicht angemessen. Auf den Kanaren sind die Menschen schlauer, da gibt es die Zeitumstellung nicht.

Mehr Nachrichten