Diese Woche geht's los. Die Universitäten in NRW laden die Erstsemester zur Orientierungswoche ein, damit die Neuen sich an ihren Unis gut zurechtfinden, wenn das Semester dann in wenigen Tagen mit Vorlesungen für alle Studierenden wieder startet. Derweil haben aber vor allem die Neuen ein Problem: Viele haben noch keine Wohnung gefunden.
Notunterkunft statt WG-Zimmer
Allein in Münster stehen 3.000 Studierende auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz. Der Studierendenausschuss hat deshalb eine Turnhalle organisiert, in der neue Studierende bis Freitag übernachten können.
In Köln hat die Stadt mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Uni Köln eine Notschlafstelle für Studierende eingerichtet. Das Gebäude ist am Dellbrücker Mauspfad in Dellbrück. Die Zimmer werden über den AStA verteilt, übernachten soll dort bis 16. Oktober möglich sein.
Lange Wartelisten in vielen Uni-Städten
Die Studierendenausschüsse betonen, dass das aber nur Notlösungen sind. Die Politik müsse mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Lage in NRWs Universitätsstädten ist dramatisch - in einigen Städten ist die Zahl der Studierenden ohne Bleibe angestiegen.
Besonders angespannt ist die Situation derzeit auch in Aachen und Jülich: Etwa 11.000 Studierende stehen dort auf der Warteliste für ein Wohnheimzimmer - rund 2.000 mehr als im vergangenen Jahr.
In Köln und Bonn warten jeweils zwischen 2.500 und 3.000 Studierende auf einen Platz. In Bielefeld sieht es kaum besser aus: Wer dort ins Wohnheim möchte, muss mit einer Wartezeit von bis zu vier Semestern rechnen.
Im Siegerland ist die Lage entspannter
Etwas entspannter ist die Situation in Siegen: Hier stehen aktuell rund 700 Studierende auf der Warteliste. Auch auf dem privaten Wohnungsmarkt hat man dort deutlich bessere Chancen als etwa in Köln oder Münster.
Die Mietpreise schwanken landesweit
Die Mieten variieren je nach Stadt deutlich. In Bielefeld geht es bei etwas über 200 Euro im Monat los. In Köln liegt die Durchschnittsmiete im Wohnheim bei 340 Euro warm, in Bonn sind rund drei Viertel der Zimmer für unter 350 Euro zu haben.
Verglichen mit dem freien Wohnungsmarkt sind die Wohnheime deutlich günstiger - doch es gibt insgesamt zu wenige Plätze.
Pläne in Bonn: Wohnraum statt Parkdeck
Die Studierendenwerke sind sich einig: Es wird zu wenig gebaut. Es fehlt an bezahlbaren Grundstücken und an besseren Förderbedingungen.
Dabei gäbe es durchaus Potenzial: In Bonn-Auerberg etwa könnte ein altes Parkdeck in Wohnraum umgewandelt werden. Die Pläne liegen vor, doch die Baugenehmigung fehlt bislang.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Studierendenwerke Bonn (STwB) und Aachen (STW Aachen)
- Stadt Köln: Notschlafstelle für Studierende