Ryanair erklärte am Mittwoch, warum sie ihr Angebot in Deutschland verkleinert: Die Kosten an deutschen Flughäfen seien zu hoch. Für den neuen Winterflugplan will die Airline über 800.000 Sitzplätze streichen und 24 Flugverbindungen an neun Flughäfen in Deutschland canceln, sagte Manager Dara Brady. Außerdem soll der Flugbetrieb in Dortmund, Dresden und Leipzig, der schon eingestellt wurde, nicht wieder starten.
Weniger Angebote an NRW-Flughäfen
Um welche Flugziele es genau geht, teilte die Airline vorerst nicht mit. Klar ist nur, dass auch NRW-Flughäfen betroffen sind. Sowohl der Flughafen Köln/Bonn als auch der Airport Weeze werden demnach jeweils zwei Verbindungen verlieren. In Hamburg und Berlin fällt die Streichliste wohl noch umfangreicher aus.
"Es macht einfach keinen Sinn für uns, derzeit in Deutschland zu wachsen", begründete Brady den Schritt und warnte vor weiteren Einschnitten. "Solange die Regierung die exorbitante Luftverkehrssteuer, die weiter steigenden Flugsicherungs-, Sicherheitsgebühren und Flughafenkosten nicht senkt, wird der deutsche Luftverkehr weiter zurückfallen."
Das Regierungsbündnis aus CDU und SPD hatte sich zwar vorgenommen, die Kosten rund ums Fliegen zu senken. "Die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben wollen wir reduzieren und die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurücknehmen", heißt es dazu im Koalitionsvertrag.
Allerdings konnten sich die Verkehrspolitiker zuletzt nicht durchsetzen. Wegen der knappen Haushaltslage hat eine Steuersenkung für vor allem ausländische Fluggesellschaften derzeit keine Priorität. Auch im Bundeshaushalt für 2026 gibt es keine Hinweise darauf, dass sich die hohen Kosten für die Luftfahrt bald ändern.
Unsere Quellen:
- Agenturen RTR und dpa